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Spuren hinterlassen
Bild wird geladen... Alexia Osswald arbeitet als Heilpraktikerin in der Hauptstadt Berlin und ist maßgeblich an der Organisation und der Durchführung von Deutschlands Grünem Teppich, dem Clean Tech Media Award, beteiligt. Zudem hilft sie wo sie kann, wenn es darum geht, Tiere aus der Not zu retten. Die Hündinnen Sunny und Sternchen können ein Lied davon singen … na ja, bellen.

Gespräch mit Alexia Osswald

Jörg Joachim: Alexia, du bist nicht nur für deine Hündinnen Sternchen und Sunny da, du kümmerst dich nicht nur sehr engagiert um andere Vierbeiner in Not, sondern hast auch jetzt, in Vorbereitung dieser Burgsee-Kurier Ausgabe zum Thema Massentierhaltung, keine Mühe gescheut. Was treibt dich an?

Alexia Osswald: Ein kluger Mensch (Albert Schweitzer) hat einmal gesagt: „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen."  An dieses Zitat erinnere ich mich gerne und ich versuche, mit offenen Augen und mit einem offenen Herzen durch mein Leben zu gehen.
Ich habe das große Glück, dass ich meine Arbeit als Heilpraktikerin sehr liebe und täglich vielen interessanten und aufgeschlossenen Menschen begegne. Das empfinde ich als ein sehr schönes Geschenk. Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, andere auf ihrem Weg zu unterstützen - so wie meine Eltern mich in meinem Werden auch immer unterstützt haben.

JJ: Was denkst du selbst über Massentierhaltung, vor allem, was fühlst du, wenn du entsprechende Filmaufnahmen siehst, Berichte hörst oder liest?

Alexia Osswald: Diese Bilder gehen mir sehr nahe. Ich werde es nie verstehen können, wie sorglos manche Menschen mit einem Tier-Leben umgehen. Dabei ist es so wichtig, die Schwächeren zu unterstützen und zu schützen. 

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JJ: Machst du Unterschiede zwischen den sogenannten Nutztieren und unseren Haustieren wie Hund und Katze, Alexia?

Alexia Osswald: Ob ich einen Menschen mag, entscheide ich weder nach Alter, Geschlecht, Einkommen, Hautfarbe oder Elternhaus. Das Gleiche gilt für die Tiere: Ich kann jedem Lebewesen mein Herz schenken, egal, ob es Flügel, Flossen, vier Pfoten oder einen Rüssel hat. 
Vor einigen Monaten bin ich auf dem Land einer Kuh begegnet, der man kurz nach der Geburt ihr Kälbchen genommen hatte. Diese Kuh brüllte nach ihrem Jungen - so wie jede Mutter um ihr Kind trauern würde. Ich habe diese Kuh gestreichelt und mir war so elend zumute. Ihre Rufe um ihr verlorenes Kind gingen mir durch den ganzen Körper.
Es wundert mich sehr, dass manche Menschen den Tieren Gefühle wie Freude, Trauer, Angst, Verzweiflung, und vieles mehr absprechen. Diese Menschen sollten sich einmal für eine Stunde in einen Schlachthof neben die "Nutztiere" stellen. Die Tiere kämpfen um ihr Leben und sie gehen alle unterschiedlich in den Tod: Manche bäumen sich auf und kämpfen, manche schreien um ihr Leben, andere gehen stoisch in den Tod. 
An dieser Stelle fällt mir das wunderbare Zitat von Sir Paul McCartney ein: „Als ich vor vielen Jahren beim Angeln einen Fisch aus dem Wasser holte, wurde mir plötzlich klar, dass ich ihn nur zu meinem Vergnügen tötete. Dann machte es plötzlich Klick. Als ich den Fisch nach Luft japsen sah, begriff ich, dass sein Leben für ihn genauso viel Bedeutung hat wie meins für mich.“

JJ: Du ernährst dich vegetarisch (oder vegan?), seit wann, gab es einen bestimmten Anlass?

Alexia Osswald: Als Kind habe ich mit meiner Oma zusammen einen Film im Fernsehen gesehen - eine Dokumentation über ein kleines, zartes, rosa Schweinchen, dass zuschauen muss, wie seine Mutter zum Schlachthof transportiert wird. Da habe ich begriffen, dass das Stück Fleisch auf meinem Teller einmal ein Tier war. 
Inzwischen lebe ich seit insgesamt über 20 Jahren vegetarisch. Seit diesem Jahr kaufe ich bewusst keine Milch und keine Eier mehr. Ich nähere mich dem Thema "vegan leben" Schritt für Schritt an.

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JJ: Alexia, von Berufs wegen kennst du dich mit der menschlichen Gesundheit sehr gut aus. Ist fleischlose Ernährung gesund und vollwertig?

Alexia Osswald: Die vegane Küche ist nicht nur extrem lecker, vielfältig und abwechslungsreich, sondern auch noch sehr gesund. Und zwar sehr gesund für alle: Für die eigene Gesundheit, für die Tiere, für die Entwicklungsländer, für den Klimawandel.  Hier gibt es dazu noch mehr Informationen für alle, die gerne mehr wissen möchten.

JJ: Zum Schluss schaue bitte mal Sternchen tief in die Augen. Hat dieses Tier eine Seele?

Alexia Osswald: Wenn ich in Sternchens Augen schaue, dann blickt mir die pure Lebensfreude entgegen. Obwohl Sternchen in Spanien ausgesetzt war und sich auf der Straße durchschlagen musste, ist sie einer der fröhlichsten und ausgeglichensten Hunde, die ich kenne. Sie ist so ein süßer, kleiner Sonnenschein!!
In meiner Praxis liegt sie meistens auf dem Sofa neben den Patienten und lässt sich die ganze Behandlung über streicheln. Sie ist ein "Seelchen" von Hund und schließt alle Menschen und Hunde sofort in ihr Herz.

Wenn es eine "Seele" gibt, dann haben alle Lebewesen eine! 

JJ: Vielen, vielen Dank, Alexia.

Fotos: privat

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