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Die unglaubliche Bereicherung
Gespräch mit Jana und Artur
Bild wird geladen... Jörg Joachim: Jana, Artur, erzählt uns zunächst bitte, was euch in eurem Beruf am meisten Spaß macht?

Jana: Ich bin bildende Künstlerin und male. Am meisten Spaß macht mir, dass ich mit jedem Bild etwas Einmaliges, Neues, Ureigenes schaffe und dass ich damit Menschen bewegen und zum Nachdenken anregen kann. Wie viele Berufe bieten einem schon eine solche Möglichkeit?!

www.janahammermann.tumblr.com und www.janahammermann.com

Artur: Ich bin Musikproduzent und arbeite mit Freunden in einem gemeinsamen IT-Startup-Unternehmen. Ich liebe es, wenn ich merke, dass ich Menschen mit meiner Musik glücklich machen kann! Es gibt keinen schöneren Lohn. http://soundcloud.com/artur-reimer und http://artur.official.fm

JJ: Warum ernährt Ihr Euch vegetarisch, gab es einen konkreten Anlass?

Jana: Ich liebe Tiere. Als ich vier oder fünf Jahre alt war, besuchten wir einen Schweinestall mit Frischlingen. Am liebsten hätte ich eines der kleinen Schweinchen mit nach Hause genommen. Am Abend erklärten mir meinen Eltern, dass Wurst aus Tieren gemacht wird. Vor Ekel und Entsetzen erbrach ich mich und weigerte mich fortan Fleisch zu essen. Glücklicherweise hatte ich tolle Eltern, die mich nicht dazu zwangen.

Artur: Ich habe erst richtig bewusst angefangen über vegetarische Ernährung nachzudenken als Benu, unser Mops, zu uns gestoßen ist. Mich hat der Gedanke nicht mehr losgelassen, dass Tiere genauso gern leben wollen wie wir Menschen. Zu einer Entscheidung durchgerungen habe ich mich aber erst, als ich an der Demo „Tiere haben eine Seele“ im Rahmen des Papstbesuches teilgenommen habe. Dieser Tag hat mich nachhaltig beschäftigt und führte dazu, dass ich Stellung beziehen musste. Ich konnte dieses Thema nicht mehr verdrängen.

JJ: Fühlt Ihr Euch gesund und ausreichend ernährt?

Jana: Natürlich. Fleisch ist nur ein Bestandteil von Nahrung! Dieses einseitige, irrationale fixiert sein der Leute auf Fleisch als einzig vollwertiges Essen war mir schon immer ein Rätsel. Mir hat in meinem Leben nie etwas gefehlt, ich fühle mich gesund und glücklich.

Artur: Ich muss dazu sagen, dass ich Fleisch in allen Formen wirklich leidenschaftlich gerne gegessen habe. Es ist aber trotzdem nicht so, dass mir etwas fehlt. Ich habe eher das Gefühl, dass die vegetarische Ernährung meinem Körper gut tut. Es fühlt sich einfach richtig an.

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JJ: Was denkt Ihr über Massentierhaltung, muss die sein, um ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren?

Jana: Massentierhaltung ist überflüssig, entsetzlich und beschämend. Es stehen ausreichend andere Nahrungsmittel zur Verfügung. Niemand verhungert ohne Fleisch oder erkrankt. Im Gegenteil: Zu viel Fleisch macht krank, nachweislich. Menschen, die ihre Genusssucht über das Wohl anderer Lebewesen stellen, es in Kauf nehmen, sie unter grauenhaften Haltungsbedingungen leiden und sterben zu lassen, nur um preiswertes Fleisch zu bekommen, kann ich nicht verstehen.

Artur: Massentierhaltung muss natürlich nicht sein. Es gibt doch kein Recht auf tägliches, billiges Fleisch auf dem Teller. Ich denke, jeder der mal entsprechende Bilder zum Thema Massentierhaltung gesehen hat, wird mir beipflichten, dass keinem Lebewesen so ein Leid zugefügt werden darf! Die meisten versuchen einfach nur den Gedanken zu verdrängen, dass ein Tier für das Stück Fleisch auf ihrem Burger gelitten hat, damit sie billig essen können.

JJ: Wen seht Ihr in der Pflicht, die Massentierhaltung in unserem Land - besser in ganz Europa - abzuschaffen?

Jana: Ich sehe im Grunde jeden Einzelnen in der Verpflichtung. Würde es nicht die massenhafte Nachfrage nach Billigfleisch geben, gäbe es keine Massentierhaltung. Da leider nicht davon auszugehen ist, dass sich in den Köpfen der Menschen in absehbarer Zeit etwas ändert, sehe ich die Politik in der Verpflichtung. Massentierhaltung muss verboten und Fleisch so teuer gemacht werden, dass die Leute es sich nicht jeden Tag leisten können.

Artur: Ich denke auch, dass jeder Einzelne dafür verantwortlich ist. Würden die Menschen das Fleisch aus Massentierhaltung nicht mehr kaufen, dann gäbe es auch keine Massentierhaltung mehr. Es müssten aber auch bessere Tierschutzgesetzte entworfen und verabschiedet werden, die die Tiere vor so einem Leid schützen. Es kann beispielsweise nicht sein, dass es erlaubt ist, kleine Ferkel ohne Narkose zu kastrieren!

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JJ: Welche Bedeutung hat Euer Mops Benu für Euch?

Jana: Er ist eine unglaubliche Bereicherung. Ich hatte noch nie einen Hund und ich hätte nicht gedacht, wie lustig, intelligent, willensstark und liebebedürftig ein Tier sein kann. Er bringt uns jeden Tag zum lachen. Und: er hat mich wieder Einfachheit gelehrt. Wenn er glücklich über eine Wiese flitzt oder aufgeregt eine neue Gegend entdeckt, bin ich auch glücklich.

Artur: Für mich ist Benu auch mein erster Hund und auch für mich war es erstaunlich zu merken, wie intensiv eine Beziehung zu einem Haustier sein kann. Sie ist unser Sonnenschein! Wenn ich mit schlechter Laune nach Hause komme, dann ist diese spätestens nach der Begrüßung durch das hocherfreute Möpschen verflogen. Sie lebt so leidenschaftlich und freut sich jeden Tag, über die einfachsten Dinge, das ist einfach ansteckend!

JJ: Jana, Artur, Ihr habt 3 Wünsche frei:

Jana: Ich wünschte, die Menschen wären weniger anthropozentrisch und würden mehr Respekt vor Tieren haben. Außerdem wünsche ich mir, die Leute würden mehr nachdenken und hinterfragen und sie wären weniger egoistisch und angepasst. Und: ich wünsche mir Gleichberechtigung. Für Tiere und Menschen.

Artur: Da Jana ihre Wünsche schon für eine bessere Welt geopfert hat, wünsche ich mir einen Porsche, ein Haus am Meer mit viel Platz für noch mehr Hunde und viel Freizeit mit meiner kleinen Mopsfamilie! ;-)

JJ: Danke Ihr zwei.

Weitere Informationen über Artur: www.nagualstartone.de

Foto: Jana und Artur

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