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Bis hier und nicht weiter
Gespräch mit Marco Voigt
Bild wird geladen... Jörg Joachim: Marco, als Gründer und Initiator der Clean Tech Media GmbH & Co. KG engagieren Sie sich für saubere Technologien. Erzählen Sie uns bitte ein wenig darüber.

Marco Voigt: Ich habe mich schon als Kind für Fahrzeuge interessiert und wollte immer mal Autos entwickeln. Deshalb habe ich zunächst eine Lehre zum KFZ-Mechaniker absolviert und später dann Fahrzeugtechnik in Berlin studiert, um noch später bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG als Entwicklungsingenieur im Motorenversuch zu landen. Als ich dann endlich dort angekommen war, merkte ich, dass die Entwicklung von Verbrennungsmotoren wohl auf lange Sicht wenig Zukunft hat. So zog es mich wieder nach Berlin, um mich bei einem Beratungshaus für Politik und Unternehmen mit Umwelttechnologien zu beschäftigen- mit Themen wie Brennstoffzellen, Wasserstoff, Elektromobilität oder Energiespeicher.
Dabei jedoch fiel mir auf, dass wir in Deutschland zwar Technologieweltmeister sind, aber leider auch ziemlich schlecht in der Vermarktung von Technologien. Gerade bei umweltfreundlichen Technologien ist das nicht zufriedenstellend. So entdeckte ich meine Ader für die Umwelttechnologievermarktung. Aus diesem Grund habe ich mit meinem damaligen Kollegen und heutigen Unternehmenspartner Sven Krüger den Clean Tech Media Award als Deutschlands Umwelttechnologiepreis Nr. 1 ins Leben gerufen. Na, und da gehört natürlich auch ein vegetarisches Catering dazu - denn CO2 Ausstoß und Tierhaltung stehen im direkten Zusammenhang. 

JJ: Wie denken Sie über Massentierhaltung, ist sie irgendwie sogar eine unsaubere Technologie?

Marco Voigt: Ich bin ja selbst auf dem Land groß geworden und mein Opa hat in einer sogenannten Schweinemastanlage gearbeitet. Aber irgendwie haben mir die Tiere damals schon immer leid getan - ohne dass ich mich damit dennoch näher auseinander gesetzt habe - es war ja Alltag. Von einer unsauberen Technologie im Zusammenhang mit der Massentierhaltung zu sprechen fällt mir schwer. Ich denke vielmehr, dass man Tiere zwar halten kann, aber keine Massenhaltung daraus machen darf und schlachten schon gar nicht! Wenn mein Opa heute noch leben würde, hätte ich die Möglichkeit ihn aufzuklären und ihm bewusst zu machen, dass es Unrecht ist Tiere "produktionstechnisch" zu halten! 

JJ: Hat das etwas damit zu tun, dass Sie sich seit vier Monaten vegetarisch ernähren?

Marco Voigt: Nein, nicht direkt. Ich bin durch meine Freundin sehr oft mit dem Elend der Tiere in der Türkei, Spanien oder anderswo konfrontiert worden. Das ist auf Dauer schon etwas, was einen traurig und wütend zugleich macht. Ich wollte auch ein Zeichen für mich selbst setzen. Ich bin da einerseits egoistisch und denke an meine Gesundheit und andererseits will ich einfach Viehhaltung generell nicht mehr unterstützen. Einen Auslöser/Anstoß gab es zudem auch noch. Als ich neulich auf der Autobahn unterwegs war, bin ich an einem Viehtransporter vorbei gefahren und war schockiert als ich die Schweine darin gesehen habe. Für mich war klar: bis hierhin und nicht weiter. Irgendetwas musste ich tun. 

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JJ: Ihre Erfahrungen als Vegetarier sind frisch, Marco. Vermissen Sie das Schnitzel zu den Pommes, den Sauerbraten zu den Klößen, die Wurst aufs Brot?

Marco Voigt: Ich vermisse eigentlich wenig. Natürlich würde ich auch gerne mal wieder Leberkäse mit süßem Senf essen - aber es geht auch ohne. Für mich ist es sogar eine Bereicherung - ich achte jetzt bewusst auf meine Ernährung und fühle mich in Kombination mit meinem Lauftraining richtig gut dabei. Mal sehen wie es weiter geht - ich bin aber guter Dinge. 

JJ: Fühlen Sie sich satt, gesund und abwechslungsreich ernährt?

Marco Voigt: Definitiv. Ich kenne jetzt alle Käsesorten dieser Welt :-) Die Abwechslung will aber noch erkämpft werden. Gesund bin ich ganz sicher. 

JJ: Ist es in der Haupt- und Millionenstadt Berlin gut möglich, vegetarisch oder vegan Essen zu gehen?

Marco Voigt: Es ist gar nicht so schwer. Viele Restaurants haben vegetarische Gerichte extra ausgewiesen. Auch lasse ich gerne mal einfach das Fleisch nur weg. Ansonsten bin ich kein Fan davon, dass klassische Gerichte wie Burger als vegetarische Variante nachgekocht werden. Ich denke vielmehr, dass vegetarisch modern und natürlich ist - Fleischesser sind von gestern.

JJ: Marco, da fällt mir ein, was ist beim letzten Clean Tech Media Award mit dem Erlös der Tombola geschehen und wieso ist dieser auf mysteriöse Weise um 400 Euro gewachsen ;-)?

Marco Voigt: Ganz einfach - wir haben uns als Veranstalter gesagt, dass wir in jedem Fall 2.000 Euro erzielen müssen und haben deshalb aufgerundet. Die Tiere freuen sich. Dem Projekt "Aktion Tierisch Happy" haben wir es zudem wirklich sehr gerne gegeben - da weiß ich, dass es gut angelegt ist. 

JJ: Danke Marco.

Weitere Informationen über Marco Voigts Tätigkeit und die sauberen Technologien: www.cleantech-award.de

Fotos: Andreas Meyer

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