| Der niemals endende Kreislauf |
|---|
Wenngleich in der öffentlichen Wahrnehmung die ganz große Techno-Zeit in den 90ern stattfand, beflügelt durch die damals durchaus als gesamtgesellschaftliches Ereignis einzustufende Loveparade in Berlin, so ist doch zumindest eine Protagonistin der Musikrichtung heute noch so aktiv wie erfolgreich. Deutschlands Techno-Queen Marusha veröffentlicht auch im 21. Jahrhundert Singles und Alben, eilt von Event zu Event, Gala zu Gala. Und das national wie international.
Beim Thema Massentierhaltung fallen die Töne der 1966 in Nürnberg geborenen Produzentin, Schauspielerin und Moderatorin ebenso wenig soft aus wie in ihrer Musik. Schön, dass sie Zeit fand, Burgsee-Kurier Redakteur Jörg Joachim einige Fragen zu beantworten: Interview mit Marusha Jörg Joachim: Warum ernährst du dich vegetarisch, Marusha, gab es einen konkreten Anlass? Marusha: Ich mag Fleisch nicht, das kommt noch aus meiner Kindheit, da habe ich mal auf Leber stark erbrochen. JJ: Fühlst du dich gesund und ausreichend ernährt? Marusha: Ich fühle mich sehr abwechslungsreich und gesund ernährt. JJ: Was denkst du über Massentierhaltung, muss die sein, um ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren? Marusha: Massentierhaltung ist tierunwürdig, es ist eine Qual für die Tiere. Sie verletzen sich gegenseitig selbst, aus dem Stress heraus, der aus Platzmangel resultiert. Sie bekämpfen sich und werden noch mit Antibiotika angereichertem Futter versorgt, damit die Wunden nicht eitern und das Fleisch und andere Tiere nicht infiziert werden. Ganz ehrlich, so will man nicht, dass ein Tier leben muss, bis es ermordet und gegessen wird! ![]() JJ: Wen siehst du in der Pflicht, die Massentierhaltung in unserem Land - besser in ganz Europa – abzuschaffen, Marusha? Marusha: Jeder einzelne Bürger sollte erst mal verstehen lernen, was es bedeutet, wenn man so viele Tiere züchtet und isst. Das bedeutet neben viel Leid für die Tiere auch viel Leid für Menschen in armen Ländern, deren Grund und Boden beschlagnahmt wird, um mehr Tiere heranzuziehen, um Futter für all die Tiere anzupflanzen (beispielsweise Mais und Soja), alles natürlich gerne auf Gen-Basis! Und das dafür benutzte Land wird durch diese Monokulturbepflanzung auch jahrelang danach nicht mehr bestellbar sein. Das heißt, es wird erst mal unbrauchbar - verheerend für Länder, die dringend Ackerland brauchen. Das ist ein never ending Kreislauf und das hat nichts mit Hysterie zu tun, sondern mit der bitteren Wahrheit über Konsum und Armut in unserer Welt. JJ: Was fasziniert dich an deinem Beruf, Marusha? Marusha: Mich fasziniert Musik generell, es ist eine so wunderbare Kunst, ich liebe die Freiheit, die mit Musik einhergeht und all die musikalischen Momente, die ich seit über 20 Jahren weltweit erleben konnte. JJ: Danke Marusha. Weitere Informationen: http://www.marusha.de/, https://www.facebook.com/DjMarusha |
| Fotos: oben: Foto by Joachim Gern, unten: Foto by Andre Kowalski |
| zurück |
|---|
| Impressum |