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Es ist einfach nur eine Qual
Interview mit Foxy LaScar
Bild wird geladen... Jörg Joachim: Was machst du künstlerisch, Foxy, was bedeutet es dir, auf der Bühne auf deine Art Geschichten zu erzählen und die Menschen zu unterhalten?

Foxy LaScar: Ich bin hauptsächlich Burlesquetänzerin, arbeite aber auch als Schauspielerin und Model. Ähnlich wie beim Theater ist es immer wichtig, den Menschen eine Botschaft und Geschichte zu übermitteln. Beim Burlesque verliert man zwar seine Kleidung, allerdings nie ganz. Die wichtigsten Stellen sind immer noch bedeckt.
Es ist ein Spiel, bei dem man mit seinen Reizen kokettiert, aber eben ein wenig spannender als plattitüdes Kleidung los werden, wo der Focus auf der Nacktheit liegt. Beim Burlesque liegt der Focus auf der Geschichte, den Kostümen und der Verehrung der Weiblichkeit.
Meist ist das Publikum recht gemischt. Frauen wie Männer mögen Burlesque, denn jede Frau kann es machen. Hier geht es nicht um Sonnenbank und 90-60-90. Denn jede Frau ist auf ihre Art erotisch und zauberhaft. Beim Burlesque kann man damit spielen.

JJ: Warum ernährst du dich vegetarisch, gab es einen konkreten Anlass?

Foxy LaScar: Ich ernähre mich von Geburt an vegetarisch (kein Fleisch/Geflügel/Fisch/Ei).
Meine Eltern sind typische "Allesesser" und haben mich dahingehend nicht zum Vegetarier erzogen, merkten allerdings früh, dass ich Fleisch einfach nicht mag.
Hin und wieder habe ich es mal probiert (die meisten mögen als Kind ja auch keinen Kaffee, später aber schon), aber es schmeckt mir einfach nicht.Weder der Geschmack, noch die Konsistenz.

JJ: Fühlst du dich gesund und ausreichend ernährt?

Foxy LaScar: Auf jeden Fall! Vegetarische Ernährung ist ja nicht einseitig. Oft werde ich gefragt: „Ja, was isst du denn überhaupt?" Diese Frage kennt wahrscheinlich jeder, der sich so ernährt.
Ich nenne dann immer das Beispiel vom Steakhaus. Steakteller mit Salzkartoffeln, großem gemischten Salat und Pfannengemüse. Vier Dinge, von denen ich drei esse. Der Steakesser isst häufig nur das Steak und lässt das andere halbwegs unberührt stehen. 3:1 also.
Worauf ich allerdings auch verzichte, sind Soja und Sojaprodukte wie Tofu. Hier liegt es häufig an der Konsistenz, die der von Fleisch eben ähnelt. Außerdem kann ich es nicht gutheißen, dass wir hier im Westen dafür sorgen, dass im Osten riesige Monokulturen entstehen, nur damit wir Vegetarier werden. Gut, es ist ein Anfang, aber man kann sich auch auf heimische Sorten beziehen. Es gibt Hafermilch oder Produkte aus Grünkern.

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JJ: Was denkst du über Massentierhaltung, muss die sein, um ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren?

Foxy LaScar: Wenn in diesem Stil Fleisch verzehrt wird, ist es schwierig zu sagen. Jeder könnte etwas dagegen tun. Eine Massentierhaltung kann man nicht als "Haltung" bezeichnen. Es ist einfach nur eine Qual. Das Tier ist in dem Moment Produkt. Nicht Lebewesen. Es hat eine Nummer, wird hergestellt, gelagert, ausgeliefert. Das kann doch selbst der leidenschaftlichste Fleischesser nicht gutheißen.
Natürlich soll jeder essen was er mag, aber er muss dafür sorgen, dass er es vertreten kann.
Außerdem, was heißt "genug Nahrungsmittel produzieren"? Für ein Kilogramm Fleisch benötigt man sieben Kilogramm Pflanzenenergie

JJ: Wen siehst du in der Pflicht, die Massentierhaltung in unserem Land, besser in ganz Europa, abzuschaffen?

Foxy LaScar: Die Verbraucher. Fleisch war früher etwas exklusives. Der Sonntagsbraten hat ja nicht ohne Grund seinen Namen. Morgens Wurst, mittags Putensalat, abends Schnitzel. Fleisch ist für viele die Kartoffel  geworden. Immer verfügbar, günstig, sattmachend.
Aber wenn in Zukunft die Leute mehr darauf achten, wo ihr Fleisch herkommt und wie die Haltungsbedingungen aussehen, wird der Konsum von unwürdig gehaltenen Tieren zurückgehen und die Politik kann besser reagieren, sowie auch die Bauern.

Wichtig finde ich zudem, dass man sich zurückbesinnt, wann welches Gemüse oder Obst Saison hat. Es bringt nichts, wenn man Bioerdbeeren im Januar kauft. Oder den Bioapfel aus Neuseeland. Regional bringt mehr als Bioglobal. Und ich kaufe im Oktober lieber einen konventionell angebauten Apfel, der in Pappkisten liegt, als die vier Bioäpfel, die in Plastik eingeschweißt sind.

JJ: Vielen Dank, Foxy.

Weitere Informationen: www.facebook.com/foxylascar

Fotos Text von oben nach unten: www.fotosally.de, Erwin Wenzel

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