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Relativ normal
Bild wird geladen... Ein bisschen verrückt

Vika ist der lebende Widerspruch. So viel Hass sie in sich trägt, so viel Liebe kann sie geben. Sie bekam viel Talent geschenkt, ist bildhübsch und mitunter bienenfleissig. Gleichwohl beschreibt sie sich selbst als „absolut durchgeknallt“ und schockt zuweilen ihre Mitmenschen durch derbe Worte. Sie eckt mit ihrer geraden, direkten Art an, kann sich aber auch entschuldigen.

Gründe, dass die 18jährige so ist wie sie ist, gibt es sicher einige. Erfahrungen, die sie machen musste, haben sie geformt. Im Grunde, sagt sie „war ich als kleines Kind schon verrückt“. Vielleicht steckt hinter ihrer wechselhaften, facettenreichen und unberechenbaren Lebensweise auch das Borderline-Syndrom, ein tückisches, nicht vollends durchschaubares Phänomen. Indes steht die auf Schalke geborene dessen ungeachtet zu dem was sie tut, weil hinter allem eine Riesenportion Ehrlichkeit steckt: „Ich sage, was ich denke!“ Klar kann ein wenig nachdenken davor nicht schaden, genug Potenzial dazu trägt Vika in ihrem Kopf.

Website und Model

Sie gestaltet mit Akribie und Kreativität ihre eigene Website (http://www.maundrell.de.vu/) und hält diese unter anderem mit Fotos von Shootings als Model am Laufenden. Das sind ihre beiden Leidenschaften. Das macht ihr Spass, da kniet sie sich rein, beisst sich durch, ist ausdauernd und diszipliniert. Eigenschaften, die ihr sonst, unter Druck von außen stehend, eher schwer fallen.

Bei der Tätigkeit als Model vor der Kamera spielt die Größe von nur 1.58 Meter keine Rolle. Über die tadellose Figur und den, besonders bei Portraitaufnahmen fesselnden Ausdruck, holt sie dieses Defizit, dass sowieso einer oft oberflächlichen Szene geschuldet ist, mehr als wieder rein.

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Überraschend normal

Ich selbst lernte Vika über E-Mail und Chat Kontakt ein wenig kennen. Vielleicht weil ich ihr immer freundlich und offen gegenüber trat, erwiderte sie das durch ebensolches Verhalten. Noch mehr am Telefon begegnete mir ein Mädchen mit einer munteren Stimme, die der Situation entsprechend nachdenklich, lustig und immer sympathisch wirkte. Sie erzählte mir von einer Lehrerin und einem Lehrer, die ihr nicht immer unterrichtsförderndes Verhalten mit Gelassenheit und Humor nahmen, statt sie wie die Anderen aus dem Klassenraum zu werfen.

Vika macht mir klar, dass sie schon verrückt und direkt sein und damit nerven und provozieren kann, sich dadurch und auch durch diverse Piercings oder schwarze Kleidung mit Totenköpfen darauf ins Abseits unserer Gesellschaft und neben die Norm stellt. Ich gebe mich damit nicht zufrieden, hatte ich doch das Vorurteil anders Gekleideten gegenüber auch, als ich mir indes die Mühe machte, sie kennen zu lernen, stellte ich überrascht fest: Erschreckend normale Leute! Stattdessen verblüffe ich meine Gesprächspartnerin mit der Erkenntnis, dass eher die Spießer, die hinter ihren Gardinen stehen und nur darauf warten, dass der Nachbar sich etwas leistet, was wenigstens zum Klatsch, wenn möglich gar zur Anzeige taugt, die Abnormalen der Gesellschaft seien. Vika denkt darüber nach, widerspricht nicht, will wohl aber auch nicht als zu normal gelten und lässt meine These mal im Raume stehen.

So ist sie eben und so will sie sein: Der wandelnde Widerspruch. Zum Schluss zurück zum Anfang, der Aussage, das Mädchen könne viel Liebe geben. Auf ihrer HP schrieb Vika über das Leben ihres nicht mehr lebenden Meerschweinchens. Ich denke nicht, dass sie dabei bewusst rührend oder Tränen lockend berichten wollte. Wohl eher tat sie das, was sie immer tut. Einfach raus mit dem, was sie denkt, in dem Fall fühlt. Was heraus kam, war Liebe pur.

Jo.

Foto: Marc Bergmann

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