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Wann der Husky ein Husky ist
Bild wird geladen... Jake

Jake ist ein in die Jahre gekommener Alaskan-Malamut. Ein Schlittenhund mit anderen Worten. Sein Job war der eines Wheel-Dog. Hinten an der Deichsel also war er eingespannt, da wo die starken, kräftigen Jungs gefragt sind. Seine Chefin, Alida Kranz, nennt ihn respektvoll „früher eine absolute Rennmaschine“. Jetzt trottet er, wenn die anderen eingespannt sind und durch Wald und Flur hecheln, gemächlich hinterdrein, liegt tagsüber neben der Behausung der aktiven Jungen und hat nachts sein Schlafplätzchen drinnen in der Werkstatt.

Die Huskys, so lange sie fit sind, haben nur eine Erfüllung, über Jahrhunderte antrainiert und in Fleisch und Blut übergegangen – sie wollen Schlitten oder Wagen ziehen. Tagein, tagaus an irgendwelchen Ketten in irgendwelchen Höfen liegen, macht sie wahnsinnig. Sie sind keine Wachhunde. Ständig auf der Couch liegen, liegt ihnen gar nicht. Schlittenhunde sind keine Wohnungshunde. „Am wohlsten fühlen sie sich im Winter und draussen, dann lassen sie sich sogar einschneien“, berichtet Alida Kranz.

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Chayenne

Chayenne ist die Tochter von Kira, der Leithündin in Rente. Sie tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter, ist selbst Leader. Mit ihren Augen, so blau wie der Himmel über Süditalien und dem zarten Gesicht, sieht sie zum Verlieben aus. Ohne Leine sollte sie nicht los gelassen werden, dann tut sie das, was Huskys auch auszeichnet, sie geht dem Jagdtrieb nach. Wenn die Hunde eine Fährte aufnehmen, hören sie auf nichts und niemand, sie laufen und laufen und laufen … Auch das haben sie irgendwann im hohen Norden so gelernt, sie waren teilweise Selbstversorger.

Herr Frost

Als Hobbyfotografin Jasmin und ich Alida und ihre Hunde besuchen, liegen unten im Tal nur noch Reste von Schnee. Es ist wie so oft in den letzten Jahren. Um den Gefrierpunkt fallen die Flocken, bleiben aber entweder gar nicht oder nur weinige Stunden liegen. Dann gewinnt Frau Sonne den Kampf gegen Herrn Frost. Etwas anders ist es oben, da wo die Schlittenhunde leben. Die weiße Pracht wirkt zwar lädiert, hält sich aber wacker. Nebel hüllen den Berg bis in die Nachmittagstunden noch ein, hier und da warten tückische Eisflächen auf nicht rutschfeste Sohlen. Alida möchte aus Sicherheitsgründen nicht einspannen. Das ist okay. Sie bittet uns in ein Indianerzelt, bewirten uns mit Plätzchen und Kaffe. Jake, der Alaskan-Malamut, der aussieht wie ein Wolf, schleicht um uns und hofft, das ein Keks für ihn abfällt.

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Maya

Die freundliche Gastgeberin erzählt Geschichten von ihren Hunden. Beispielweise über Maya, die nach der Heldin in dem Film „Antarctica – Gefangen im Eis“ benannt wurde. Gedankenlose Studenten holten sich einen Husky, weil die Hunde ja so putzig, hübsch und treu sind, bedachten indes nicht, dass eine Studentenbude nicht mit den Weiten Alaskas, Sibiriens oder Grönlands vergleichbar ist. Oder wenigstens den Höhenlagen von Rhön, Spessart, Harz oder Thüringer Wald. Aus der Gefangenschaft enger Wände rettete Alida die Hundedame, bevor sie restlos rammdösig wurde und kann mittlerweile von einer „lieben, anhänglichen, verspielten und mit voller Kraft ziehenden“ Maya berichten.

Egal welchen ihrer Schützlinge auf vier Pfoten die engagierte Hundehalterin uns vorstellte, alle kamen friedlich auf uns zu, grüßten freundlich und waren Streicheleinheiten nicht abgeneigt. „Menschen gegenüber sind sie lieb“, weiß Alida Kranz, „aber Besucher von Schlittenrennen sollten nicht mit ihren Hunden an der Strecke auftauchen, dann können die Huskys schon Mal ausser Kontrolle geraten“.

Alleine mit der Natur

Bei der Verabschiedung berichtet sie uns noch mit leuchtenden Augen, wann der Alaskan- Malamut oder der Sibirian-Husky so richtig aufblühen, wirklich sie selbst sind: „Wenn sie den Schlitten über den Schnee ziehen, über einen Wald- oder Feldweg, wir alleine mit der Natur sind, dann lernen wir die Hunde wirklich kennen.“ Die ganze aufgestaute Energie des Nichtstuns oder während des Anspannens löst sich dann. Ein bisschen auch für Oldie Jake. Zwar ist er nicht mehr der kräftige Wheel-Dog an der Deichsel, aber immerhin.

Jo.

Weitere Informationen: www.schlittenhunde-abenteuer.de
Fotos: Familie Kranz, JF

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