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„Es ist mein Weg“
Bild wird geladen... Geschichten erzählen

Wenn Gevatter Zufall unterwegs ist, weiß man nie was geschieht. Mich führt er zu einer Website, auf der eine junge Frau mehr oder weniger verträumt in die Welt blickt. Sie trägt einen Hut. Das verleiht ihr eine gewisse Lässigkeit.

Die Sängerin Sharyhan stellt sich vor. Der Klick zu ihrem Titel „Hey You“ geschieht dann weniger zufällig. Ich bin neugierig, höre viel Stimme, viel Gitarre und fühle mich in eine andere Welt entführt, ihre Welt.

„Wenn ich Songs schreibe, geht es mir in aller erster Linie darum, Geschichten zu erzählen“, verrät die 22Jährige Münchnerin. Ernste Inhalte können ebenso dahinter stecken wie fröhliche, „aus dem Alltag oder über eine Blumenwiese“. Dabei bewegt sie sich „nah an Emotionen“.

Shary hat zwei Jahre Studioarbeit in Tutzing hinter sich, dabei ein Album mit 13 bis 14 Titeln aufgenommen und giert nun einerseits nach den Brettern, die für sie die Welt bedeuten. „Von Club zu Club“ möchte sie ziehen, so wie früher in Niederbayern mit der eigenen Jazzband. „Ich freue mich auf die Auftritte“, zeigt sie sich gespannt. Zum anderen sucht die Tochter aus musikalischer Familie eine Plattenfirma für die frisch eingespielte CD.

Authentisch sein

Einige Jahre hat Sharyhan Osman in Kairo gelebt. Ihr Vater ist Ägypter, die Mutter gelernte Opernsängerin, wie auch der Opa. Deshalb ist sie mit Musik im Blut und Instrumenten und Gesang, sowie künstlerisch geprägten Gesprächen im Haus aufgewachsen. Sie selbst mag Ella Fitzgerald, Tori Amos, Alicia Keys, auch Amy Winehouse. Oder mit ihren Worten: „Alles was echt ist!“

Authentisch zu sein ist auch Sharyhan sehr wichtig. „Ich bekomme manchmal gesagt, was ich anders oder erfolgversprechender, charttauglicher machen kann. Aber für mich ist das nichts. Es ist nicht mein Weg!“ Als sie das sagt, klingt sie nicht mal besonders kämpferisch, schon gar nicht verbissen, sondern einfach nur ehrlich. „Das Endergebnis gibt mir Recht, die Songs sind schön“, fügt sie an.

Das befand wohl auch die Jury des Bayrischen Nachwuchspreises, den die Sängerin im Rahmen der diesjährigen Popkomm in Berlin überreicht bekam. „Das kam total überraschend. Ich hatte zu dem Zeitpunkt kaum Auftritte, keine CD auf dem Markt, einfach nur meine Lieder eingereicht“, erzählt Shary, die ursprünglich mal nach dem Abitur vier Semester Politik studiert hat. Welch ein Kontrast, auf der einen Seite ehrliche, gefühlsbetonte Musik, auf der anderen Seite … Na ja, gerade noch mal gut gegangen.

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Direkt am Publikum

Ausser an die Gitarre, das Klavier oder hinters Mikrofon zieht es die Künstlerin noch in andere künstlerische Genre. Sie nimmt Tanz- und Schauspielunterricht. Ihre Ambitionen bestehen darin, auf der Bühne vor Publikum zu spielen. Weil es direkter ist als Film beispielsweise. So ist sie nun mal, die Frau mit dem lässigen Hut und dem verträumten Blick auf dem Foto. Wenn dabei öfter solche Titel wie „Hey You“ herauskommen, bei dem zuerst die Melodie im Kopf war, sie sich dann den Text überlegte und gemeinsam mit ihrem Co-Writer/Arrangeur das Resultat formte, dann soll Shary diesen - ihren Weg - unbeirrt weiter gehen. Mit oder ohne Gevatter Zufall.

Jo.

Foto: Erik Mosoni

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