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Israelische Soldaten pauken für den Schulabschluss – Nur den Frieden dürfen sie nicht lernen
Bild wird geladen... 1949 als Bildungseinrichtung der Kibbuz-Ha'artzi-Bewegung gegründet, beherbergt Givat Haviva seit 1963 das jüdisch-arabische Zentrum für den Frieden. Ziel ist zum gegenseitigen Verständnis von Juden und Arabern beizutragen und die Friedensforschung im Nahen Osten zu fördern. In Workshops lernen jüdische und arabische Kinder und Jugendliche sich friedlich miteinander zu unterhalten und auseinander zusetzen. Rund 50 000 Jugendliche, Pädagogen und weitere Multiplikatoren nutzen dieses Angebot jedes Jahr. Givat Havira dabei geht mit gutem Beispiel voran: Die Hälfte der Mitarbeiter und des Direktoriums bestehen aus Palästinensern.

Darüber hinaus bietet Givat Haviva auf seinem Campus zahlreiche Erziehungsprogramme und Verständigungsprojekte an. Die Themen reichen von jüdisch-arabischer Koexistenz bis zur Geschichte des Nahen Ostens, von den Wurzeln des Zionismus über die arabische Sprache und Kultur, die Geschichte des Holocausts und des jüdischen Widerstands bis zur Geschichte der Kibbuz- und Arbeiterbewegung in Israel. Auch ein Radiosender gehört dazu.

2001 honorierte die Weltgemeinschaft die unermüdliche Arbeit für Frieden und Versöhnung zwischen den Völkern und die Achtung und Wahrung der Menschenrechte mit dem UNESCO-Preis für Friedenserziehung.

Neuerdings ist auch die israelische Armee Gast auf dem Campus. Das Militär nutzt die Infrastruktur zur Weiterbildung seiner Soldaten. Wenige Monate vor dem Ende ihres Wehrdiensts pauken sie in Givat Haviva für den Hauptschulabschluss, die mittlere Reife oder das Abitur, erklärt Torsten Reibold. Der Deutsche ist Ansprechpartner für Besucher aus der Heimat. „Eigentlich wollten wir ja, dass die Armee auch einen Friedenskurs für ihre Soldaten bei uns bucht – wenn sie schon auf unserem Campus sind. Aber darauf haben sich die Generäle nicht eingelassen.“

„Dass wir uns trotzdem für die Armee entschieden haben, ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Reibold und fügt achselzuckend hinzu: „Wir sind nun mal auf jeden Schekel angewiesen.“ Die Armee scheint gut zu zahlen. Einziger Wermutstropfen: Die Soldaten tragen ihre Waffen stets griffbereit. Weil die Armee auf die Gewehre nicht verzichten will, haben die Givat-Haviva-Verantwortlichen bei den Verhandlungen mit den Militärs zusätzlich zur Miete einen Zuschuss für die Projekte zum Wohl der jüdischen und arabischen Kinder und Jugendlichen heraus gehandelt, erzählt Reibold und lächelt verschmitzt. „Wegen der Waffen lassen wir aber nicht locker.“

Gerd Ahrendt

Foto: Givat Havivat

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