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Aufregung davor, Glück danach
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Die Nebel haben sich noch nicht ganz verkrochen, manche Augenpaare schauen halb verschlafen in die Landschaft, da fahren fleißig Busse vors Landestheater Eisenach und putzmuntere Schüler hüpfen heraus. Daneben stehen dienstbeflissene Lehrer und bemühen sich um Übersicht. Etwas später öffnet sich drinnen der Vorhang nur ein wenig, ein Pferdekopf schaut heraus und wird von einem Gemisch aus Verwunderung, Gelächter und Applaus begrüßt. Ihm folgt Herr Nilssohn, der Affe, dann geht’s endlich los: Pippi Langstrumpf entführt in ihre Welt.

In dem Moment stehen Sophie Pompe als Polizistin und „Blom“, sowie Wolfgang Reicher als Polizist und „Donner-Karlsson“ noch gespannt und mit leichtem Lampenfieber hinter der Bühne. „Warten ist anstrengender als spielen“, plaudert die Darstellerin aus dem Nähkästchen.

Während der Aufführung erweisen sich die Kinder im prall gefülltem Saal als lautstarke und innovative Mitwirkende. „Pippi …. Pippi“, warnen sie immer wieder, als Räuber sich deren Bett nähern. „In der Kiste … In der Kiste …“, rufen sie den Polizisten zu. Denn da versteckt sich das Mädchen. „Dadurch wird jede Vorstellung etwas anders“, erzählt Wolfgang Reicher. „Natürlich nicht viel anders, aber wir gehen auf die Zurufe schon manchmal ein“, ergänzt Sophie.

Beispielsweise wirkt der Schauspieler zudem in „Was heißt hier Liebe“ mit (läuft auch in Meiningen). In dem Stück für Jugendliche geht es um Liebe, Sexualität und Pubertät. „Wir spüren schon, dass manche im Zuschauerraum peinlich berührt, andere amüsiert sind“, berichtet Wolfgang. Genau das macht den beiden Darstellern Freude an ihrem Beruf, an der Arbeit auf der Bühne und speziell mit Kindern und Jugendlichen. „Da spürt man mehr unmittelbare Rückmeldung, bei den Erwachsenen mehr Konzentration“, weiß der Österreicher zu berichten, während die Thüringerin kräftig nickt.

Auf eine Traumrolle angesprochen, schauen sich die Zwei zunächst nachdenklich an. „Eher ein Traum-Theater“, denkt Wolfgang laut nach. „Oder ein Regisseur, eine spezielle Inszenierung“, spinnt Sophie den Faden weiter. Eine Nebenrolle in einer guten Aufführung ist besser als eine Hauptrolle in einer schlechten, stellt sich im Gespräch heraus. Überhaupt scheint es viele Parallelen zu Mannschaftssportarten zu geben. Schwache Tage Einzelner werden durch ein gutes Team mitgerissen und umgekehrt gehen gute Einzelleistungen in einer schwachen Gruppe unter.

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Sophie Pompe und Wolfgang Reicher müssen wieder auf die Bühne. Die zweite Aufführung des Tages beginnt gleich. Inzwischen sind alle Nebel verschwunden und alle Augen weit offen. Das sie selbst nach Hunderten Vorstellungen und Jahren Routine noch aufgeregt sind, besonders vor der ersten Probe, verraten die Beiden noch im Gehen, auch dass sie sich manchmal fragen: „Was mache ich hier überhaupt, worauf habe ich mich da wieder eingelassen?“ Weil die Anstrengung groß und die Sicherheit klein ist.

Ein Moment indes entschädigt jeden Schauspieler für jede Mühe: Der Applaus.

Jo.

Foto: JJ

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