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So abwechslungsreich wie der 9. November
Der neunte November ist für den Autor dieser Zeilen ein besonderer Tag, weil er an diesem Datum das Licht der Welt erblickte. Im historischen Bewusstsein der Deutschen ist der neunte November schon wesentlich länger verankert. Er gilt nicht zuletzt wegen seiner Widersprüchlichkeit als Schicksalstag unserer Nation. 1938 wurden die religiöse Freiheit und die Menschenrechte nicht nur mit Füßen getreten, als die Synagogen brannten. 51 Jahre später wurde das deutsche Volk nicht gespalten, sondern durch eine friedliche Revolution vereinigt.

Abseits aller Geschichtsbücher ist der gesamte Monat November von Gegensätzen geprägt. Karnevalisten feiern am 11.11. den Beginn der fünften Jahreszeit, andere Menschen freuen sich bei der Eröffnung der Weihnachtsmärkte auf das nahende Fest. Demgegenüber stehen gleich drei Gedenktage, die eine depressive Stimmung vermitteln. Dabei nimmt die Zahl der Menschen, die Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag noch ernst nehmen, immer mehr ab. Mitverantwortlich für den Rückgang des stillen Gedenkens ist wohl die bürokratische Scheinheiligkeit, die nicht erklären kann, warum lautstarke Sportveranstaltungen stattfinden dürfen und gleichzeitig Konzerte verboten werden.

Am Ende des Jahres 2008 fragen sich viele Menschen vielleicht auch, warum man noch besondere Trauertage braucht. Die Wirtschaftskrise, die sich durch die Tatenlosigkeit der sogenannten Volksvertreter zu einer Vertrauenskrise der deutschen Politik erweiterte, trübt nun sogar die Vorfreude auf das Weihnachtsfest, das eigentlich von friedlicher Stimmung und gemeinsamer Glückseligkeit geprägt sein sollte. Die Bürger unseres Landes wollen weniger Geld für Weihnachtsgeschenke investieren, weil sie im Gegensatz zu vielen Managern nicht den Blick für die Realität verloren haben und kein Geld ausgeben, das sie nicht haben.

Vielleicht liegt gerade in diesem von Krisenstimmung geprägten Fest eine Chance. Durch Besinnung auf das Wesentliche. Jesus Christus, dessen Geburt wir im Dezember feiern, kam aus armen Verhältnissen. Seine Eltern waren keine Millionäre und er kam nicht in einem Luxushotel zur Welt, sondern in einem Stall, in dem es kalt und ungemütlich war. Dennoch wurde dieser junge Mensch zum Hoffnungsträger, zum Retter, zum Heiland. Seine Karriere zeigt, was in dieser Welt möglich ist. Yes, we can!

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Ein leuchtendes Beispiel für eine positive Lebenseinstellung und selbstbewusstes Durchsetzungsvermögen wurde in den vergangenen Monaten bereits mehrfach lobend erwähnt. Der Aufstieg der jungen Walliser Sängerin Stefanie Heinzmann begann vor rund einem Jahr. Seitdem stürmt sie über den Gipfel des Matterhorns hinaus und verbreitet mit ihrer lebhaften, abwechslungsreichen Musik gute Stimmung in der krisengeschüttelten Welt. Sie verkörpert die Konsequenz, die sie in ihrem Lied „Do your thing“ zum Ausdruck bringt, und träumt von einer menschlichen Revolution, die eine bessere Welt hinterlässt. Wenn im neuen Jahr möglichst viele Menschen ihrem Weg folgen, können wir die traurige Stimmung auf die Gedenktage im November beschränken.

Markus Schnitzler

Foto: LF

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