| Konzentriert, engagiert, emotional – erstklassiger Volleyball im Thüringer Wald |
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Der Trainer, das Training
Seit Beginn dieser Saison ist Michael Schöps der verantwortliche Trainer beim VfB 91 Suhl e.V. Der in Bonn geborene 51-jährige Diplom-Trainer übernahm eine Mannschaft, die mit dem kürzlich errungenen Pokalsieg und Spitzenplatzierungen in der ersten Bundesliga in den letzten beiden Jahren (Dritter und Vierter) respektable Erfolge vorzuweisen hat. Die bringt auch der neue Coach mit. Bei allen Stationen spielten seine Teams oben mit. Heraus ragen dabei drei Meistertitel mit den Damen des Schweriner SC. Seine jetzige Mannschaft charakterisiert er als „routiniert, erfahren und ausgeglichen, ohne prägnante Schwächen“. Michael Schöps wirkt sowohl im Gespräch, als auch beim Training sehr konzentriert. Seinen Stil beschreibt er als „emotional am Spiel beteiligt, dabei mit dem Team lebend, aber ohne die Kontrolle zu verlieren“. So leitet er auch die Übungseinheit, er unterbricht, korrigiert, mahnt je nach Situation zu Engagement oder Besonnenheit. Obwohl vier Spielerinnen neu zum VfB stießen, scheinen die jungen Frauen sich bestens zu kennen. Sie reden viel, treiben sich gegenseitig an, klatschen ab. Die Universalspielerin
Grit Lehmann geht mit den Suhler Volleyballerinnen in ihre zweite Saison. Vorher sammelte sie in Belgien und mit deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften reichlich internationale Erfahrung, kam in unserem westlichen Nachbarland zu Meisterehren. Deshalb war für die gebürtige Berlinerin der Pokalsieg 2008 im westfälischen Halle einer von mehreren Erfolgen und doch irgendwie ein besonderer. Einerseits die Anzahl der Zuschauer in der Gerry Weber Halle, andererseits die Stimmung, vor allem vom Fanblock des VfB 91 Suhl, sorgte bei Grit Lehmann für „Gänsehaut pur“. Die vier neuen Spielerinnen haben sich „fantastisch eingefügt“, befindet sie, „sicher auch durch ein gutes Trainingslager“. Das die routinierte Sportlerin in dieser Saison von der Position der Diagonalspielerin in den Außenangriff/Annahme wechseln musste, stört sie gar nicht. „Hauptsache Volleyball“ bringt sie ihre Einstellung auf den Punkt. Der PräsidentWolfgang Wehner ist stolz auf das, was sein Bundesligateam letzte Saison schaffte. Nicht nur auf den Pokalsieg. In der Meisterschaft war der Einlauf derart knapp, dass ein Sieg gegen den Meister „Rote Raben Vilsbiburg“ zum eigenen Titel gereicht hätte. „Mit bescheidenen Möglichkeiten sind erstklassige Leistungen möglich“, freut er sich und hofft, dass diese Erkenntnis ein wenig auf die Region Suhl übergreift. Gleichwohl schaut der gelernte Berufsschullehrer sofort nach vorne: „Der Erfolg von gestern ist Geschichte. Wir haben eine tolle Leistung gebracht, müssen aber weiter gute Arbeit leisten.“ Deshalb hat er als sportliches Ziel die Deutsche Meisterschaft ausgegeben. „Wer Dritter, Vierter und Pokalsieger war, darf keinen anderen Anspruch haben“, mag er die „klare Ansprache“. Schade findet Wolfgang Wehner, dass der Thüringer Volleyballverband in Sachen Nachwuchsarbeit seine andere Sicht der Dinge unbeirrt verfolgt. Eine Konzentration aller Talente aus dem Freistaat im erstklassig spielenden Suhl - beispielsweise in einem Sportgymnasium - scheint dem VfB-Präsidenten angebrachter als in der Landeshauptstadt Erfurt, in der bei weitem nicht so effizient und erfolgreich gespielt wird. Weil in der Frage offenbar kein Konsens möglich ist, setzt man im Thüringer Wald - Städtchen seit zwei Jahren in der Nachwuchsarbeit in erster Linie auf Spaß. Die Stimmung„Die Menschen der Region ziehen voll mit“, schwärmt Marek Buchholz, der Co-Trainer. Grit Lehmann, die Spielerin mit der Rückennummer „6“, erinnert sich, dass „im Pokalendspiel im westfälischen Halle ohne die Suhler Fans nichts los gewesen wäre“. Präsident Wolfgang Wehner setzt auf eine Art Dominoeffekt der Erfolge seines Vereins für die Region. Als Initialzündung eben. Der weitgereiste Trainer Michael Schöps, vorher in der Millionenstadt Hamburg angestellt, erkennt in der Tatsache, dass Metropolen viele Klassemannschaften in vielen Sportarten haben, Kleinstädte bei entsprechendem Engagement bestenfalls die Eine, einen Grund für die Faszination Volleyball im beschaulichen thüringischen Städtchen. Ingolf Rust vom Fanclub Dynamics schwärmt vom „durchweg sympathischen Umgang mit uns und vielen der Fans auch in weniger erfolgreichen Zeiten“ und stellt damit eine Wechselwirkung zwischen Team und Anhängern fest. Egal, wen man fragt, wenn die VfB-Damen aufschlagen, scheinen die Hallen zu beben. Jo. Weitere Informationen: http://www.vfb91suhl.com/ |
| Fotos: JJ, VFB 91 Suhl |
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