| Walliser Heimspiel in Köln |
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In der Heimat war es gemütlich. Mit ihrer Band Big Fisch schuf Stefanie am Fuße des Matterhorns eine neue Nationalhymne für ihren Kanton. Bei ihrem Motto „Chumm ins Wallis“ dachte keiner an eine Karriere im Ausland, die heute 19-jährige Sängerin erst recht nicht. Doch ein Ausflug ins Rheinland veränderte ihr Leben. Nach mehreren überzeugenden Auftritten stand sie als Siegerin fest.
Neun Monate später kann Stefan Raab feststellen, dass seine Entdeckung auf eigenen Füßen steht. Die selbsternannte „Schisserin“ hat ihren Masterplan entwickelt, den sie konsequent verfolgt. Mit der Anzahl ihrer Auftritte steigt auch ihr Selbstbewusstsein, das sie nicht nur in ihrem Song „Do your thing“ vermittelt. Stefanie hat ihr Publikum im Griff. Immer wieder fordert sie die Fans zur rhythmischen Bewegung auf, doch die Aufforderung ist immer seltener nötig. Das Lied vom „mean man“ mit dem eingängigen „naaa naa nana“ kann das Publikum schon ohne Stefanie oder ihre „Chickie Chicks“ im Background singen. Auch bei den anderen Liedern lässt Stefanies Auftritt in der ehemaligen Maschinenfabrik die Fans heißlaufen und man sieht ihr an, wie sehr sie dieses Heimspiel genießt. Nachdem sie das Repertoire noch einmal erweitert hat, wird ihre musikalische Vielfalt noch deutlicher. Gute-Laune-Hits lassen Woodstock auferstehen, während die für die Club-Tour reservierte Ballade „Painfully easy“ Feuerzeug-Atmosphäre erzeugt. Mit Stevie Wonders „Superstition“ oder dem Metallica-Klassiker „The Unforgiven“ beweist Stefanie, dass sie keine Angst vor den großen Namen hat. Soul und Funk stehen im Mittelpunkt ihres musikalischen Profils, aber dank ihrer einzigartigen Stimme, die sie an der künstlerischen Handelsschule in Brig trainiert hat, kann sie jedes Genre von Rock bis zum verträumten Liebeslied bedienen. Wie ausgereift die Stimme dieser jungen Frau bereits ist, zeigt sie im mittleren Teil des Programms besonders deutlich. Wer vor großem Publikum unplugged singt, nur mit Gitarren und Percussion, ohne sich auf technische Hilfsmittel zu verlassen, geht ein hohes Risiko ein, da falsche Töne viel leichter zu hören sind. Selbst die Experten der Heavytones, die Stefan Raab aus seinem Fernsehstudio mit in die Live Music Hall gebracht hat, können wohl kaum einen Fehler entdecken. Stefanie wird belohnt – mit enthusiastischem Jubel und Applaus ihrer Fans, die zu Recht eine Zugabe hören wollen. Als das Konzert schließlich beendet ist, bedankt sie sich ihrerseits bei ihren Anhängern. Neben Autogrammen und Fotos gibt es noch ein paar ehrliche Worte von „Stifl“, die wohl immer noch nicht so recht glauben kann, dass die Menschen in Deutschland ihretwegen Eintritt bezahlen oder gar T-Shirts mit ihrem Konterfei tragen. Aber vor einem Jahr hätte sie auch jeden für verrückt erklärt, der ihr den Sieg in einer deutschen Castingshow prophezeit hätte. Jetzt weiß jeder Musik-Liebhaber, dass Stefanie einfach „hüare güat“ ist. Sehr gut. Nicht nur im Wallis. Markus Schnitzler |
| Foto: LF |
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