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Remis beim Wettsingen in Schwetzingen
Bild wird geladen... Die handelnden Personen:

Ralf Gustke

Ich bin Ralf, spiele Schlagzeug bei den Söhnen Mannheims und Xavier Naidoo und bin musikalischer Leiter der Xavier Naidoo-Band.

Michael Herberger

Mein Name ist Michael Herberger. Ich hatte die musikalische Leitung des schönen, netten Abends mit all den vielen Beteiligten und bin mit Xavier Produzent dieser Scheibe. Außerdem spiele ich noch Keyboards bei den Söhnen Mannheims.

Xavier Naidoo

Ich bin der Xaver und ich war an dem Abend Interpret vieler Lieder.

Henning Wehland

Ja hallo, ich bin der Henning, einer der Sänger von den Söhnen Mannheims. Ich bin in Bonn geboren, in Münster aufgewachsen und lebe jetzt in Berlin und bin so etwas wie die ständige Vertretung der Söhne Mannheims in der Hauptstadt.

Interviewauszüge (Generic Interview):

Wie kam es denn überhaupt zu diesem MTV-Unplugged?

Michael Herberger: Ja das war eigentlich eine sehr, sehr langwierige Angelegenheit. Wir wollten schon lange, MTV wollte schon lange und da wir, und insbesondere Xavier, sehr umtriebig sind und immer was Neues in den letzten Jahren veröffentlicht wurde, war eigentlich niemals so der richtige Slot, wo man das machen konnte. Und nachdem wir irgendwann mal so eine Pause ausgerufen hatten, hat sich das im Endeffekt so ergeben, sich damit dann wieder zurückzumelden.

Es war ja tatsächlich ziemlich lange recht still um euch. Was habt ihr in der Zwischenzeit gemacht?

Michael Herberger: Wir haben an neuem Material gearbeitet, 'Das hat die Welt noch nicht gesehen' ist in dieser Zeit entstanden. Wir waren auf Empfehlung von Henning zweimal in Münster im Studio. Betriebsurlaub sozusagen. Das hat uns sehr gut getan, sowohl bandintern als auch für die Zwischenmenschlichkeit und die musikalischen Angelegenheiten.

Ralf Gustke: Ich glaub auch, dass wir unsere Arbeitsweise ein bisschen verändert haben. Wir haben relativ viele Songs gemeinsam in Münster erarbeitet und damit auch einen neuen Weg eingeschlagen.

Wer ist denn auf den genialen Titel „Wettsingen in Schwetzingen“ gekommen?

Xavier Naidoo: Der Titel ist mir vor Jahren schon eingefallen. Als Schreiber versucht man Dinge mit Assoziationen oder Metaphern zu versehen. Ich hab e mir als Kind oft die Städtenamen unserer Region angesehen, wie zum Beispiel Vogelstang, Käfertal, Worms. Schwetzingen war auch dabei und ich habe mir gedacht: 'Was wird da ein Norddeutscher verstehen, der an Schwetzingen vorbeiläuft? Assoziiert er das mit 'schwätzen' und ‚reden’? Wo kommt 'Schwetzingen' überhaupt her, was soll das überhaupt heißen?' In diesem Zusammenhang ist - bevor es die Idee mit dem Unplugged überhaupt gegeben hat - 'Schwetzingen' mit 'Wettsingen' für mich verbunden. So dass ich dann gedacht habe: 'Eigentlich müsste man dem Bürgermeister von Schwetzingen so etwas vorschlagen, dass sie so einen Sängerwettstreit austragen könnten, das wäre doch toll' - solche Ideen hatte ich. Dass wir dann selber irgendwann den Anlass dafür bekommen, dieses 'Wettsingen' zu benutzen, das hätte ich natürlich nie vermutet. Aber nun wurde dieses ‚Wettsingen in Schwetzingen’ wahr.

Bei einem Wettsingen gibt es ja logischerweise Sieger und Verlierer. Wer hat gewonnen?

Xavier Naidoo: Wie ich der Berichterstattung entnommen habe, wurde ein Unentschieden herausgespielt [lacht, Band auch]. So war auch meine Einschätzung. Mein Ansatz war natürlich, hatte ich auch allen in der Band gesagt, alle Schwächen der Söhne auszunutzen und als Sieger hervorzugehen [lacht, Band auch]

Ein Remis also...

Xavier Naidoo: Beide Bands bringen ihre absoluten Stärken und Schwächen mit ein - und sollen das auch. Für mich war es schön, dieses Unplugged zu eröffnen. Sozusagen der Opener für die Söhne zu sein. Ich habe mich da gern als Supportact gesehen, weil ich wusste, dass wenn alles gut läuft, dann wird es ein richtiges Feuerwerk. Aber deswegen wollte ich auch den Kontrast, damit das was die Söhne machen, noch mehr zur Geltung kommt. Die Stärke bei den Söhnen ist, dass wir stimmlich miteinander harmonieren.

Ihr habt ja jedes einzelne Stück im neuen Gewand präsentiert. Wie habt ihr denn die neuen Arrangements erarbeitet?

Michael Herberger: Es ist natürlich schon so, dass wir hier einen großen Fundus an sehr vielen kreativen Menschen haben und dadurch, dass die Band sowohl bei den Söhnen Mannheims als auch bei Xavier, so gut und so reichhaltig bestückt ist, konnte man mit einer sehr langen Probezeit im Studio die Sachen einfach „erjammen“. Also wirklich hinsetzen und solange spielen, wie bei 'Geh davon aus' zum Beispiel. Robbee hatte eine Bassidee und Xavier und ich sind aufgesprungen und haben jubelnd geschrien: 'Ja, unbedingt!' und von da ausgehend haben wir den Song neu aufgebaut. So oder so ähnlich kann man sich im Prinzip den Rest vorstellen. Wir haben dann viele andere Wege probiert aber es hat sich im Endeffekt rausgestellt, dass wenn man alle beisammen hat, die Bälle dann sehr schön hin und her fliegen und man nur gucken muss, dass die auch im Tor landen.

Bisher waren ja – in der öffentlichen Wahrnehmung – Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims ganz strikt getrennt. Wie kommt es denn, dass ihr nun öffentlich weiter zusammengewachsen seid?

Xavier Naidoo: Das ist ein gutes Stichwort 'Zusammenwachsen'. Also den Leuten draußen zu signalisieren: wir heben jetzt mal so ein bisschen diese Trennung auf. Ich bin bereit dazu einen Schritt zurück zumachen, um einfach mal abzuchecken was für Möglichkeiten wir haben. Ich finde, es ist uns mit diesem Unplugged gut gelungen. Es war auch so ein bisschen die Suche nach einem Superlativ. Damit die Überlegung, ob man nicht beide Projekte zeitgleich veröffentlichen kann.

Normalerweise ist es ja eher so, dass es erst eine Band gibt und sich dann daraus einer hervortut, der dann eine Solokarriere startet. Bei dir scheint das anders zu sein, Xavier?

Xavier Naidoo: Es war schon so, dass meine Solokarriere nach der Gründung der Söhne Mannheims begonnen hatte. Wenn wir mit den Söhnen ehrgeiziger gewesen wären und einen Manager gehabt hätten, vielleicht wäre alles anders gelaufen. Im Nachhinein muss ich sagen, mit all den Höhen und Tiefen, war es genau richtig. Wir haben viel dadurch lernen können, viele Extreme durchlebt, die uns jetzt einen großen Erfahrungsschatz geben.

Henning Wehland: Ich habe das ja auch teilweise – sagen wir mal - als Fan miterlebt. Für mich waren die Söhne Mannheims immer was ganz außergewöhnliches in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa, weil es einfach um eine Zusammengehörigkeit geht. Es geht um gelebte Toleranz, nicht dass es bei Xavier Solo anders wäre. Aber das Gefühl, was da rüber kommt, mit dem konnte ich mich immer ganz anders identifizieren, als mit deinen Solosachen. Ohne Frage gehört das mit zu dem Besten, was Deutschland je hervorgebracht hat. Aber bei den Söhnen Mannheims kam immer noch ein Touch dazu, was etwas Familiäres, Offenes und Multikulturelles hatte. Das finde ich großartig.

Foto: Thommy Mardo

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