| Chi Le und das Flair von Weimar |
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![]() Die Art, das Leben zu nehmen Weimar. Wie viel deutsche Geschichte, wie viel altehrwürdige Kultur atmet doch diese Kleinstadt: Geheimrat Goethe, Genie Schiller, Herzogin Anna-Amalia … Jetzt, im Jahr 2008, atmet die Stadt vor allem Jugend. Von den 64.000 Einwohnern sind über 5.000 Studenten. Auch Chi Le. Sie studiert Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Uni. Seit einem Jahr ist sie da und als sie mir die Stadt zeigt, habe ich das Gefühl, die 21-jährige sei in dem Ort am Flüsschen Ilm geboren. Das liegt nicht an ihren schauspielerischen Fähigkeiten, sondern vielmehr an ihrer Art, das Leben zu nehmen. Unter Gleichgesinnten, umgeben von Kultur, Aktivität und Kreativität, fühlt Chi sich wohl und das ist deutlich zu spüren. „Hier bin ich manchmal und beobachte, wie die Leute im Morgengrauen ihre Stände aufbauen“, erzählt sie mir, als wir den Markt überqueren. Außerdem mag sie noch die vielfältigen Veranstaltungen in Weimar: „Ich gehe gerne auf Konzerte. In Berlin waren das meist bekannte Rockgruppen, hier sind es öfter Studentenbands“, erinnert sie sich ohne Wehmut an die Zeit in der Hauptstadt zurück, „aber ich bin von hier aus schnell dort. In Berlin sind meine Eltern, Freunde und meist auch die Castings“. Die Rollen
Die junge Schauspielerin geht mit überschaubarer Aufregung zu den Auswahlverfahren, freut sich sogar darauf, um so mehr, wenn sie genommen wird für eine Rolle. Bei „Alarm für Cobra“ oder „Hausmeister Krause“ mischte sie schon mit. Um Weihnachten herum wird ein Tatort Frankfurt mit ihr ausgestrahlt, in dem Andrea Sawatzki als Kommissarin Charlotte Sänger auf Verbrecherjagd geht. Im Frühjahr dann läuft voraussichtlich „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ in den deutschen Kinos. „Mit voller Starbesetzung“, schwärmt Chi Le und zählt Bud Spencer, Franco Nero, Nora Tschirner, Christian Tramitz und Rick Kavanian auf. „Ich wollte es gar nicht glauben … Bud Spencer … aber er war wirklich da“, schwärmt sie von den Dreharbeiten. Ebenfalls 2009 geht eine Sat1 Krankenhausserie neu an den Start, in der die wandlungsfähige Darstellerin eine Episoden-Hauptrolle übernommen hat. Ein wenig zum eigenen Erstaunen stellte Chi fest, dass „ Schauspiel und Studium parallel funktionieren“. Es läuft also sehr gut. Nichtsdestotrotz denkt sie laut darüber nach, „noch ein Schauspielstudium anzuschließen. Um Grundlagen zu schaffen, das Handwerk zu erlernen und weil es Spass macht“. Die Faszination KunstSchauspielerisch kann sie auf Anhieb keine Idole, Vorbilder oder dergleichen nennen. Klar findet sie beispielsweise Jack Nicholson auf Anfrage genial, sie selbst erkennt aber eher in gerade laufenden Produktionen Kolleginnen oder Kollegen, von deren Kunst sie fasziniert wird. „Johanna Wokalek hat vor Jahren in Til Schweigers „Barfuss“ eine melancholische Rolle gespielt und mich jetzt in „Der Baader Meinhof Komplex“ mit einem aggressiven Part überrascht. Diese Wandlungsfähigkeit schätze ich“, erzählt sie mit viel Respekt. Sie selbst habe bislang meist in komischen Filmen gespielt, fühle sich von ernsten Charakterrollen indes genauso angezogen, betont sie. Als ich mir Chi Le in Vorbereitung des Gesprächs auf einigen Trailern ansah, fiel mir eine winzige Szene auf: Nur sie und ein junger Mann. Alkohol und große Gefühle waren wohl im Spiel. Für einen Moment nur war alleine ihr Gesicht zu sehen. Diese großen, klaren Augen, dieser Mund, mit dem sie mitreißend lächeln und gleichwohl Traurigkeit unterstützen kann. Ich war urplötzlich an die (aus DDR-Zeiten)große Schauspielerin Angelika Waller erinnert. In einer ähnliche Sequenz sah die in den Spiegel und nur mit der Mimik eines Augenblicks drückten beide mehr aus als andere mit stundenlangen Monologen oder aufwendig inszenierter Technik. So was kann man oder eben nicht. Der SpassFreude an dem was sie tut, meist in der Gruppe mit Freunden, charakterisiert viele ihrer Aktivitäten. Seit die bis dahin wenig Fußball-Interessierte von WM- und EM Fieber angesteckt wurde, steht sie im Stadion und feiert mit. Dabei sind unkonventionelle Anfahrten gerne mal vorgeschaltet. Im Bekanntenkreis reiste Chi Le im Spätsommer zunächst nach Istanbul und von da startend, nahmen die jungen Leute sich vor, auf welche Weise auch immer, nach vier Wochen zum Bundesliga- Kracher Bayern München – Werder Bremen in der Allianz Arena zu sein. Im Dirndl und mit Werder-Schal stand die in Hanoi geborene junge Frau im Stadion, hatte insgesamt sieben Tore zu bejubeln und lies sich im Anschluss auch den Wiesn Besuch nicht entgehen. Jo. Weitere Informationen: http://www.chi-web.de/ |
| Foto: JJ |
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