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„Lieber nackt als Pelz“
Bild wird geladen... So richtig wahr nahm ich Dirk Bach, als er im ZDF zwischen 1996 und 2001 den Lukas bot. Oder war er der Lukas? Er gehört wohl zu den Darstellern, die scheinbar mühelos und leicht den Balanceakt meistern, in eine Rolle so zu schlüpfen, dass man vergisst, vor dem Fernseher zu sitzen und etwas zu sehen, was nur gespielt ist.

Tänzelt er indes vergnügt hinter Sonja Zietlow durch den australischen Dschungel, will der Moderator „Spass haben und Spass vermitteln“. Darum ging es auch bei der kürzlich ausgestrahlten „Sonja und Dirk Show“ und darum geht es jetzt auch bei „Ab durch die Wand“, ebenfalls mit Sonja. Das ursprünglich aus Japan stammende Sendeformat wird bereits in 36 Ländern mit Erfolg umgesetzt und demnächst in Deutschland seine Fans finden.

Ein bisschen ernster wird Dirk Bach, allerdings ohne auch nur ansatzweise verbissen daher zu kommen, wenn es ums Thema Tierschutz geht. „Schon als Kind mochte ich Fleisch nicht gerne essen“, blickt er zurück. „Aber ich bekam erzählt, dass müsse sein, aus gesundheitlichen Gründen.“ Der geborene Kölner mag Tiere „da, wo sie hingehören“ und meint wohl vornehmlich die Freiheit. Sein Engagement für die Tierschutzorganisation Peta entstand eher zufällig. Da sich zu seiner Abneigung gegen das Essen von Fleisch noch die Einstellung gesellte, dass „Pelze als Kleidung völlig überflüssig sind“, präsentierte er sich gemeinsam mit dem Lukas-Team seinerzeit „ Lieber nackt als Pelz“.

Denkt Dirk beispielsweise an Massentierhaltung oder Nerzfarmen, findet er schlechthin „schockierend, wie die Lebewesen vor sich hin vegetieren“. Zieht er Bilanz, was seine Aktionen mit Peta unterm Strich gebracht haben, wird der Träger des Deutschen Comedypreises und Telestargewinner sehr nachdenklich: „Geht mehr öffentliches Interesse, als durch die Präsenz von Paul McCartney und Pamela Anderson?“, fragt er und denkt an ein Event in New York, „das viele Fotografen und Medienvertreter anlockte, aber als ich in den Folgetagen in die Zeitungen schaute, war vielleicht auf Seite 26 ein kleiner Bericht am Rande“ erinnert er sich.

Bei der Frage nach der Verantwortung möchte Dirk Bach differenzieren: „Die Politik gestalten wir ja selbst mit“, verweist er auf die Möglichkeit beim Wahlgang auch an Tierschutz zu denken. „Verbraucher mit wenig Geld treffen sicher kurzfristig die richtige Entscheidung, wenn sie billige Lebensmittel kaufen, aber langfristig gesehen kosten uns Tierquälerei und Umweltbelastung viel Geld“, denkt er voraus. Ebenso möchte er Angestellte von Massentierhaltungsbetrieben „die mit dem Job eine Familie ernähren müssen“ moralisch anders bewertet sehen, als die Chefs in den oberen Etagen.

„Wir als Tierfreunde können nur unsere Erfahrungen weiter geben“ rät der Schauspieler und Moderator, „ich als Prominenter erreiche natürlich mehr Menschen als andere“, sieht er seinen Berufsstand in der Pflicht.

Im Gespräch mit mir lässt Dirk Bach nur im ersten „Hallo, wie geht’s?“ den Komödianten durchblicken. Dann redet er wie ein Mensch, hinter dessen komischem Talent sehr viel Herz und sehr viel Verstand steckt. Als ich ihm von einer schwangeren Nachbarin erzähle, die seine Schauspielkunst mag, wünscht er ein gesundes Baby und richtet Grüße aus, wirkt dabei genauso authentisch und echt wie bei zahlreichen anderen Gelegenheiten. Beispielsweise als er 2004 zur Echoverleihung die Vertreter der Musikindustrie, weil sie sich abgehoben vom Verbraucher darstellten, fragte: „Und ihr wundert euch, dass es euch schlecht geht?“ Nur ein Beispiel, wie ein Mann mit Spass und Leichtigkeit durchs Leben tänzelt und gleichwohl authentisch und verantwortungsvoll mit seiner Popularität umgeht.

Freuen wir uns auf die nächsten Auftritte von Dirk Bach, ob nun im Dschungel, bei der Aids Benefizveranstaltung „Cover me“ oder an der Berner Oper, wo er den Waldgeist Puck spielen wird.

Jo.

Foto: R Stempell

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