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Autorin, Moderatorin, Mensch
Bild wird geladen... Seit den „Freitag Nacht News“ bei RTL kenne ich Ruth Moschner. Irgendwie seriös saß sie am Nachrichtentisch und las verschmitzt grinsend die Neuigkeiten der Woche nach Art des Hauses. Das Lächeln wurde während ihrer Moderation von Big Brother 2004/2005 zu einem derart charmanten, ansteckenden Gute-Laune-Virus, dass der Fernsehabend alleine deswegen schon zum Event wurde. Hinter dieser Äußerlichkeit, hinter der rundum schönen Frau kam immer eine Brise hintergründiger Humor und einladender Freundlichkeit daher. Außerdem glänzte die geborene Münchnerin an der Seite von Hans Werner Olm (Olm unterwegs) oder „Bernd, das Brot“ fürs Kinderfernsehen, in mehreren Filmrollen (z.B. Hinter Gittern), als Jurorin bei „Das Supertalent“ und nicht zuletzt siegte sie an der Seite von Carl Briggs bei „Dancing on Ice“. Das ist nur eine kleine Auswahl ihrer Aktivitäten. Dabei ist Ruth gerade mal 32 Jahre jung und hat gleichwohl ihr Talent, mit Worten umzugehen, in bislang zwei Büchern bewiesen.

Im Alter von vier Jahren stand sie für „Aktenzeichen XY … ungelöst“ zum ersten mal vor der Kamera, mit fünf Jahren nahm sie Ballettunterricht. „Ich bin knapp über 30 und habe 80 Jahre Fernseherfahrung“, schmunzelt sie und erzählt vom Luxus, ihre „Hobbys beruflich verwenden“ zu können. Von der Wortwahl Traum will die Moderatorin und Autorin nichts wissen, als sie ihre beruflichen Ziele verrät: Sie will noch öfter auch „hinter der Kamera stehen und produzieren“, sieht sich als „Medienmensch durch und durch“.

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2006 wandelte Ruth Moschner eine weitere Liebhaberei in berufliches um. Sie schrieb ihr erstes Buch „Süße Märchen – oder wie ich mich glücklich nasche“, eine Mischung aus Pralinenrezepten und Märchen. Im April 2008 erschien ihr zweites Buch, ein Roman mit dem Titel „Vollblondige Businen“. Bevor sie sich an die Tastatur setzt „sind die Ideen einfach da“, plaudert sie aus dem Nähkästchen und verrät, dass sie aktuell am nächsten Roman arbeitet, wieder mit viel Fantasie geschrieben, „aber einen Tick näher an mir dran“. Während die Allrounderin selbst gerne Goethe liest oder Sartre, wo man „jeden Satz einzeln genießen kann“, sieht sie ihre Bücher als „leicht zu lesen“ an und steht dazu. „Ich schreibe fast wie ich spreche“, bringt sie ihren Stil auf eine knappe Formel. Und das ist gut so. Denn Ruth spricht fesselnd, flüssig, ich spüre im Laufe unserer Unterhaltung nicht nur einmal eine Mixtur aus Humor, Verantwortung und Herz.

Herz und Verantwortung führten wohl auch dazu, dass die Medienfrau 2006 „Ruth tut gut e.V.“ gründete, einen Verein, der sich für Prävention von Jugendarbeitslosigkeit einsetzt. Schon im zarten Alter von 14 Jahren begann sie im Rahmen des Konfirmandenunterrichtes, Jugendarbeit zu leisten, hatte daran immer Spaß. Mittlerweile sieht sie sich auch als „Übersetzerin Jugendliche-Erwachsene“, möchte Politik, Wirtschaft, Medien und Schulen im Interesse der Ausbildungs- und Jobsuchenden in eine Spur bringen helfen. Wieder mal bringt die aktive Frau die Komplexität der Sache in drei Worten auf den Punkt: Jugend sei die „Zukunft des Landes“. Bei ihrer Arbeit an der Basis stellt sie „unglaubliches Interesse bei Jugendlichen und auch sogenannten Problemfällen“ fest. Das gibt ihr „unwahrscheinlich viel“.

Irgendwie zieht sich ein Aspekt durch Ruth Moschners berufliche und ehrenamtliche Tätigkeit wie ein roter Faden. Die Freude. „Nur wenn die Jugendlichen Spaß haben an dem, was sie tun, werden sie eine gute Bewerbung schreiben, ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch haben, ihr Berufsausbildung und ihren Job bewältigen“, ist sie sich sicher. Dementsprechend ist unter www.ruth-tut-gut.de auch ein Eignungstest untergebracht. Ungewollt, wahrscheinlich einfach nur aufgrund ihres Naturells, ist die schöne Blondine das beste Vorbild für Spaß an der Arbeit. Sie ist wie sie ist, mit ihrem ansteckenden Lächeln, ihrer Erfahrung, ihrem großen Herz und der Vielseitigkeit.

Eine Anekdote zum Schluss: Ich erzähle Ruth von meiner Tochter, die wie sie Ballettunterricht nahm und auf großen Bühnen stand. Ich berichte ihr, dass sie inzwischen gelernte Krankenschwester ist und Pflegewissenschaften studiert. Sofort mischt sich in die Stimme meiner Gesprächspartnerin eine gehörige Portion Respekt und noch mehr Ernsthaftigkeit. „Grüße deine Tochter von mir“, sagt sie, „ich nehme sie in Gedanken in den Arm. Pflegeberufe sind wichtig und verdienen viel, viel Anerkennung!“ Bezeichnend für Ruth Moschner, dieser Moment, finde ich.

Jo.

Weitere Informationen: www.ruth-tut-gut.de

Foto: Management

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