| Bremerhaven – Eine Stadt im Wandel |
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Vor nicht allzu langer Zeit wurde Bremerhaven als „Einzige ostdeutsche Stadt“ Westdeutschlands bezeichnet, passt sie doch in das Klischee hohe Arbeitslosenquote, hohe Kriminalität, Jugendliche ohne Perspektive und Chancen. Doch Bremerhaven hat diesem Image den Kampf angesagt. In der Stadt an der Weser geht’s aufwärts, es wird viel in den Tourismus investiert, Straßen werden ausgebaut und auch die Arbeitslosenquote sinkt, Bremerhaven wird wieder lebenswerter. Aber was genau versuchen die Stadtväter zu verbessern?
Bremerhaven ist bei den meisten nur durch den Hafen bekannt, der gleichzeitig einer der wichtigsten Häfen Europas und der wichtigste Arbeitgeber der Stadt ist. Ansonsten ist die Stadt für das Alfred Wegener Institut, kurz AWI, weltweit bekannt. Durch die „Eisbären Bremerhaven“ sollte der Ort auch bei den Basketballfans einen Name haben. Aber sonst kennt man nur die Berichte von Armut, Arbeitslosigkeit und anderen imageschädigenden Dingen. Doch die Verantwortlichen investieren seit einigen Jahren sehr viel Geld in neue imagefördernde Projekte, das erste fertige Projekt war das Auswandererhaus, welches riesigen Andrang verspürt. Zahlreiche Touristen kommen alleine für diese Attraktion in die Stadt, um die Reise in die Vergangenheit, von Abenteuerlust, über Hoffnung und Leid zu erleben. Diese Stätte bietet den Besuchern einen Einblick in die Auswanderung, wie sie früher für viele Familien in Bremerhaven begann. Das Ziel der Auswandernden waren die USA, was für viele die letzte Hoffnung war. Alleine in den ersten 2 Jahren vom 9. August 2005 bis zum 9. September 2007 besuchten 470.000 Personen das Auswandererhaus, kalkuliert waren höchstens 340.000. Doch nicht nur für Bildung und Unterhaltung wurde in Bremerhaven gesorgt. Im März diesen Jahres eröffnete das „Atlantic Hotel Sail City“ , was stark an ein bekanntes Hotel in Dubai erinnert. Dieses Hotel soll ein Segel im Wind darstellen und liegt direkt hinter dem Deich an der Weser, wovon man wunderschöne Sonnenuntergänge genießen kann. ![]() Auch dieses Projekt der Stadt läuft hervorragend und hat eine überdurchschnittliche Auslastung zu verzeichnen. Erst im Oktober diesen Jahres eröffnete das „Mediterraneo“, ein Millionenprojekt, welches italienisches Flair in die Seestadt bringen soll. Das „Meditarraneo“ ist eine Einkaufswelt mit einer großen Artikelvielfalt, wobei der Höhepunkt unter der Glaskuppel in den italienisch-anmutenden Gassen liegt, welche bei Sonnenschein einen echten mediterranen Hauch verspüren lassen. Genau neben diesem Projekt ist noch das Klimahaus im Bau, welches am 1.3.2009 eröffnen soll. Dieses wirbt mit dem Slogan „Klima erleben und verstehen“ und wird viele Klimarätsel für Groß und Klein lösen. Nun, alles hört sich klasse an, doch viele Bürger Bremerhavens stehen diesen Ideen skeptisch gegenüber, viele leben an der Armutsgrenze und kämpfen um ihr Überleben. Deshalb kamen diese Aktivitäten auch bei der Bevölkerung nur mäßig an, eine nicht geringe Anzahl der Einwohner wäre eher dafür gewesen, dieses Geld, welches die Stadt in die Projekte pumpte, in soziale Vorhaben der Stadt zu legen, doch die Verantwortlichen investierten und investierten es lieber in neue Tourismusprojekte. Meiner Meinung nach ist dies der richtige Schritt für die Stadt, denn sie saß bzw. sitzt noch immer in einer Zwickmühle, entweder sie steckt das Geld in soziale Projekte und hat keine Gewinnchancen oder sie beteiligt sich in Tourismusprojekten und kann hohe Gewinne erzielen und somit vielleicht sogar mit dem Plus neue soziale Projekte ins Leben rufen. Bisher ist der Plan Bremerhavens voll aufgegangen und lässt die Stadt in gutem Licht darstellen, doch all dies könnte in wenigen Jahren wieder ganz anders aussehen. Was Bremerhaven braucht, ist Abwechslung in den einzelnen Projekten wie im Auswandererhaus, nur das kann die Touristen langfristig in die Stadt locken und für schwarze Zahlen im Haushalt Bremerhavens sorgen. Doch bisher läuft alles wie am Schnürchen, die „Havenwelten“, so der Name des kompletten Touristikprogramms an der Weser, soll ganze 1500 neue Arbeitsplätze schaffen, wenn es komplett fertig ist. Dieses Argument sollte eigentlich alle Kritiker verstummen lassen, doch eine Antwort auf alle kritischen Fragen bzw. für alle Skeptiker, werden wir erst in frühestens 5 Jahren bekommen, wenn das Projekt ein paar Jahre läuft und wir sehen werden, welche Umsätze erzielt werden und ob die Touristen immer und immer wieder Bremerhaven besuchen. Tim Palloks |
| Foto: Tim |
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