| Körper, Geist und Seele in Harmonie Interview mit Ricarda Sieber |
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JJ: Frau Sieber, Sie sind Personal Trainerin für Fitness und bieten ein ganzheitliches Trainingskonzept. Was verstehen Sie darunter?
Ricarda Sieber: Unter „Ganzheitlichem Trainingskonzept“ verstehe ich, dass die Einheit von Körper, Geist und Seele bewahrt bleibt bzw. wieder hergestellt werden soll. Fitness ist insoweit nicht nur als körperliche Fitness zu verstehen, sondern bedeutet auch mental „fit“ zu sein. Zum Beispiel kann mit Balance-Übungen der Geist geweckt werden, man muss hochkonzentriert sein um den Körper inter- und intramuskulär zu koordinieren. Auch die Grundkörperhaltung, die bei den Trainingseinheiten sehr wichtig ist, muss erst automatisiert werden, um etwa Kraftübungen muskel- und gelenkschonend ausführen zu können. Krafttraining im Balance-Bereich erfordert das Zusammenspiel von Konzentration, Koordination und Kraft und setzt daher einen „wachen Geist“ voraus. Die Seele spielt in allen Trainingbreichen eine wichtige Rolle. Menschen sind ausgeglichener, wenn sie sportlich tätig sind. Auch führt die Überwindung des „inneren Schweinehundes“ (nun doch trainiert zu haben) immer dazu sich stark und gut zu fühlen. Mit Entspannungseinheiten wie autogenem Training, progressiver Muskelentspannung sowie Qi Gong oder Poweryoga biete ich ideale Voraussetzungen, sich zu entspannen und seelisch ausgeglichen zu sein. ![]() JJ: Warum ist es wichtig, dass Körper, Geist und Seele in Harmonie sind? Ricarda Sieber: Mir ist es wichtig, dass Menschen authentisch leben, dass sie sich nicht Zwängen unterwerfen, die die Gesellschaft vorgibt und wenn doch, dass das mit ihrem „Selbst“ vereinbar ist. Zivilisationskrankheiten, wie Rückenprobleme (ca. 30 % der Arbeitsausfallzeiten resultieren daraus), Herzkreislaufprobleme oder psychische Probleme (Burnout - Syndrom) rühren genau daher. Die Selbstwahrnehmung und das sogenannte „Bauchgefühl“ gehen verloren. Und hier genau ist mein Ansatz. Fit sein soll nicht nur der Körper, sondern auch der Geist und die Seele. Gutes Zuhören steht für mich als Trainer im Vordergrund. Wenn Klienten bereit sind, kann ich „Herausgehörtes“ wohl dosiert reflektieren, um Veränderungsprozesse anzustoßen, von denen der Klient durchaus profitieren kann. Die Entscheidung mit einem Personal Trainer zu trainieren, sich coachen zu lassen, ist schon der Beginn eines Veränderungsprozesses. Insoweit sind die meisten Menschen, die zu mir kommen bereit an sich zu arbeiten und sich zu verändern. JJ: Wo liegt der Hauptunterschied zum Gang ins Fitnessstudio oder ist das garnicht zu vergleichen? Ricarda Sieber: Der Hauptunterschied von Personal Fitness Training zum üblichen Gang in ein Fitnessstudio besteht zum Einen darin, dass ganz individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Menschen eingegangen wird. Es wird eine individuelle Fitnessanalyse durchgeführt und nicht ein Standardtest verwendet, in dem alles getestet wird, obwohl es die Trainingszielsetzung oder die Anamnese des Klienten gar nicht erfordert. Zum Anderen ist Personal Fitness Training ein hocheffektives und sehr effizientes One-to-One-Training, d.h. der Personal Trainer korrigiert sofort, falls z. B. Körperhaltung, Bewegungsabläufe, Atmung oder Herzfrequenz nicht optimal sind. Das bedeutet, dass sich keine Fehler im Training einschleichen können, sondern immer so optimal wie möglich trainiert wird. Auch wird, bei Durchführung des Trainings, individuell auf die Tageskonstitution des Klienten eingegangen. Das ist auch der Unterschied zum Standard-Fitness-Studio. Dort bekommt man nach einem Standard-Fitnesstest einen Trainingsplan, der dem Kunden einmalig erklärt wird, und dann wird er mit seinen Übungen allein gelassen. Fragen können er/sie natürlich, aber wer macht das schon? Das macht übrigens auch den Preisunterschied aus. Ich, als Personal Trainer arbeite ganz individuell, die Tests und Trainingspläne sind ganz auf die jeweiligen Bedürfnisse und Zielsetzungen des Einzelnen abgestimmt und während der Trainingseinheiten bin ich stets dabei, um zu korrigieren, damit sich keine Fehler einschleichen, und zu motivieren, damit der Spaß im Vordergrund steht. JJ: Welche Kunden kommen zu Ihnen (Mann/Frau, Berufe, Alter, sportliche Voraussetzungen)? Ricarda Sieber: Alle Kategorien, wobei Frauen gesundheitsbewusster sind. Das hat sicher auch mit der Selbstwahrnehmung etwas zu tun. JJ: Seit wann üben Sie die Tätigkeit aus und was macht Ihnen selbst Spass daran? Ricarda Sieber: Ich bin seit 2004 als Personal Trainerin tätig. Seit Anfang 2008 habe ich ein Personal Training Studio in Frankenberg (Eder). Ich arbeite gerne mit Menschen und finde die Veränderungsprozesse spannend, die während des Personal Trainings entstehen. Die Menschen entwickeln sich anders, wenn sie sich „für Fitness“ entscheiden, weil sie beginnen sich selbst anders wahrzunehmen. Ich möchte Fitness vermitteln. Dabei soll Fitness nicht nur auf die Körperlichkeit begrenzt sein, sondern auch Geist und Seele mit einbeziehen. Deshalb habe ich mein Unternehmen auch „ProFitness Coaching“ genannt. Etwas „Für Fitness“ tun, das heißt „Für Fitness Trainieren“, ob körperlich, geistig oder seelisch. Der Mensch ist als Einheit von Körper, Geist und Seele zu betrachten. Eine Trennung von Körper, Geist und Seele ist nicht tatsächlich möglich. Womit wir wieder bei der ersten Frage wären, der Ganzheitlichkeit meines Trainingskonzeptes. Der Mensch kann nur als einheitliches Ganzes gesehen werden und somit auch nur ganzheitlich trainieren. Weitere Informationen: http://www.profitness-coaching.de/ |
| Foto: RS |
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