| Danke Mädels, aber das war wirklich nicht nötig |
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Im dritten Saisonspiel trafen die Damen des VfB Suhl, bislang mit zwei Siegen im Rücken, auf das Team Allianz Volley Stuttgart. Die Schwäbinnen hatten bis dahin gegen Vilsbiburg und Dresden, also zwei absolute Spitzenmannschaften, verloren. Zunächst mal trauten wohl weder die Suhler, noch die mitgereisten Baden-Württembergischen Fans ihren Augen. Die Gäste spielten gnadenlos guten Volleyball. Durchweg stark in der Annahme, entwickelten sie besonders über Außenangreiferin Sabrina Roß und Mittelblockerin Melanie Iwansky enormen Druck und gewannen den ersten Satz souverän 25:20. Das beim Stand von 14:18 der Unparteiische einige strittige Entscheidungen zu ungunsten der Gastgeberinnen traf, war indes genauso wenig spielentscheidend, wie das kämpferische Aufbäumen von VfB Kapitän Maja Adam Ilic beim Stand von 15:20. Standesgemäß holten die Thüringerinnen Satz2 nach Hause. Birgit Thumm, Natasa Rapajic und Paulina Gomulka fielen dabei unter anderem durch spektakuläre Abschlüsse auf. Auch Zuspielerin Anja Krause punktete direkt. Als dann im dritten Abschnitt die Pokalsiegerinnen 2008 schnell und wie selbstverständlich mit 4:0 vorne lagen, schien der Käse gegessen. Die Aufsteigerinnen aus Stuttgart sahen das anders. Sie holten nicht nur auf und zwangen Coach Michael Schöps außer zu deutlichen Gesten beim Stand von 4:4 zu einer Auszeit, nein, bis auf 4:8 zogen sie davon, worauf hin der Trainer nochmals zum Time-out bat. Tatsächlich blockte Natasa Rapajic später zum 14:14 Gleichstand, was aber die Gäste nicht aus der Bahn warf. Wieder zogen sie davon, nur unterbrochen durch ein Zwischenhoch, dass Grit Lehmann als Eingewechselte mitbrachte. 21:25 verloren die Suhlerinnen. ![]() Der vierte Satz war ein ständiges Auf und Ab. Grit Lehmann, die in den ersten beiden Abschnitten das Spiel meist von draußen sah, spielte groß auf, bekam den Ball oft von Anja Krause lehrbuchreif aufgelegt. Eigenartigerweise zwangen die Gastgeberinnen ihre Fans immer wieder zum Kopfschütteln. Gerade beim Stand von 16:14 herum bugsierten sie Angaben ins Aus oder das Netz. Dann schlug die Stunde von Dominice Steffen. Auch sie sah weite Phasen des Spiels von jenseits der Auslinie. Als die 1,85 große Diagonalspielerin ihre Chance bekam, nutzte sie diese sichtlich engagiert und spektakulär. Den Satzball zum 25:23 verwandelte sie per Ass. Ein Tiebreak musste folgen. Relativ souverän, aber keinesfalls gefahrlos holten die Suhler Damen diesen nach Hause. Stark im Block durch Maja Adam Ilic beispielsweise, mit druckvoll abgeschlossenen Angriffen durch Natasa Rapajic und der wie aufgezogenen wirkenden Dominice Steffen , gelang der 15:12 Satzgewinn und damit der hart erkämpfte 3.2 Sieg. Stuttgarts Mittelblockerin Jil Döhnert hatte ins Aus gespielt. Grit Lehmann bezeichnete das Match als „nicht überzeugend, aber dank einer kämpferischen Leistung doch ein Sieg!“ Die Maßnahme des Trainers, sie nach Annahmeproblemen im ersten Abschnitt raus zu nehmen, sah sie als völlig richtig an und bewies damit genauso Fairness wie bei der Beurteilung der gegnerischen Mannschaft. Sie bezeichnete das Auftreten der Gäste im ersten Satz als „Super Niveau, dass man aber nicht längere Zeit halten kann“. Deshalb habe sie „immer an den Sieg geglaubt“. Wenn die Aufsteigerinnen aus der Baden-Württembergischen Hauptstadt so mitreißend weiter kämpfen und spielen, werden sie sicher ihren Weg in der 1. Bundesliga gehen. Über einen Sieg schon in Suhl hätte sich niemand beschweren können. Es ging verdammt knapp aus. Letztlich entscheidend für die Favoritinnen war wohl die größere Ausgeglichenheit des Teams. Michael Schöps hatte den Luxus, von draußen Spielerinnen zu bringen, die für Druck sorgten. Letztlich für den Sieg verantwortlich waren alle der Mädels, ob die emsige Libera Miloslawa Lauerova, die agile Tatjana Boskovic oder Mittelangreiferin Alesha Deesing und Zuspielerin Manja Simmank, sowie die bereits genannten Heldinnen des Abends. Noch ein persönliches Wort aus Zuschauersicht: Vielen Dank für das spannende und phasenweise hochklassige Spiel. Aber wirklich nötig war das so nicht. Ein humorloses 3:0 hätte es auch getan. Jo. |
| Foto: JJ |
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