| Texte zum Anhören |
|---|
Man muss nicht zwangsläufig Politiker sein und in Schlips und Kragen am Rednerpult stehen, um Reden zu halten, die letztlich auch nichts ändern. Das kann Olli Dittrich alias Dittsche mindestens genauso gut. Er stellt sich im Bademantel an den Tresen einer Imbissbude, plaudert witzig und gescheit mit dem Pommesverkäufer oder vor sich hin und hält den Lauf der Dinge kaum auf.
Gleichwohl ist nicht nur Rock und Pop dazu bestimmt, aus Lautsprecherboxen zu dröhnen. Olli Dittrich bietet mit „11 Richtige“ ein Album, für das er größtenteils Texte und Musik selbst schrieb. Im Stil der Zwanziger Jahre Chansons kommt der Komödiant und Musiker ebenso daher wie mit dem Happy-Sound der Sechziger-Jahre-Schlager, er mischt Balladen und Ethno Pop, bedient sich dem Klang von Mandolinen, Gitarren oder Bläsern und Streichern. Vor allem indes bietet der ehemalige „Texas Lightning“ Trommler und „Doofen“ Sänger Texte, bei denen man zuhören, mitschmunzeln, nachdenken oder aufhorchen kann. Erschienen ist die Scheibe am 17. Oktober bei X-Cell Rekords. Produziert und arrangiert haben Stephan Gade, Peter Hinderthür und Olli Dittrich. Die Orchester-Arrangements sind von Peter Hinderthür. 55 Orchestermusiker und Solisten wirken mit. Judith Rosmair singt bei „Noch ein Tanz“ im Duett mit Olli. Jo. Vita Olli Dittrich Oliver Michael Dittrich wird am 20. Nov. 1956 in Offenbach/Main geboren. Er ist der zweite von drei Söhnen des Journalisten Kurt Dittrich und von Gisela Dittrich, einer Kunstmalerin und Modezeichnerin. Später zieht die Familie nach Hamburg. Nach der mittleren Reife absolviert er eine dreijährige Lehre zum Theatermaler an der Hamburger Staatsoper. Bereits als Jugendlicher lernt Dittrich Gitarre und Schlagzeug und spielt Waschbrett in der Hamburger Nachwuchs-Band "Abbey Tavern". Nach seiner Ausbildung jobbt er bei der Deutschen Grammophon GmbH, schreibt Songs und spielt in einigen Bands. Seiner ersten Single mit dem Schlager "Ich bin 18" (1977) folgen zahlreiche Titel für andere Musiker, etwa für James Last ("Alassio") oder Die Prinzen ("Kleines Herz"). Bis 1990 schreibt Dittrich rund 250 Musiktitel und absolviert rund 1.500 Live-Auftritte. Unter dem Synonym TIM veröffentlich er sein erstes eigenes Album "Modern Guy"(1989). Der Erfolg als Popsänger bleibt allerdings aus. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich in dieser Zeit durch Gelegenheitsjobs als Theatermaler und durch Auftritte als Nonsens- Conférencier mit den Bands "Tina und die Capri Fischer" sowie "Susis Schlagersextett". 1992 hat Dittrich seinen ersten Solo-Auftritt als Komiker im Hamburger "Quatsch Comedy Live Club". Dort lernt er auch Wigald Boning kennen. Gemeinsam stürmen die beiden als "Die Doofen" mit "Mief" 1995 die deutschen Charts. Ihre beiden Alben "Lieder, die die Welt nicht braucht" (1995) und "Melodien für Melonen" (1996) verkauften sich 1,5 Millionen Mal. Damit ist der Weg auf die Comedy-Bühne frei. 1993 werden Boning und Dittrich für die Show "RTL Samstag Nacht" engagiert. Die Talkshow-Parodie "Zwei Stühle - eine Meinung" erhält 1994 neben dem bayerischen Fernsehpreis und dem Bambi auch den Adolf-Grimme-Preis. Hier schlüpft Dittrich auch zum ersten Mal in die Rolle des Arbeitslosen Dittsche. Drei Jahre später gibt Dittrich sein Debüt auf der Leinwand als pedantischer Langeweiler in der deutschen Satire "Frau Rettich, die Czerni und ich" (1997). In Helmut Dietls Kinokomödie "Late Show" (1999) tritt er auf an der Seite von Thomas Gottschalk, Harald Schmidt und Veronica Ferres. 2004 spielt er in der Edgar-Wallace Parodie „Der Wixxer“ mit anderen deutschen Komikern wie Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Anke Engelke. 1998 wird Olli Dittrich Außenwetten-Reporter bei "Wetten, dass...?" (bis 2000) , außerdem erhält er im Zweiten seine eigene Show "Olli, Tiere, Sensationen" (2000-2001). Hier parodiert der "Menschendarsteller", wie er sich selbst bezeichnet, Personen des öffentlichen Lebens. |
| Foto: X-cell Records |
| zurück |
|---|
| Impressum |