| Auch an der Ladentheke nach Haltungsbedingungen fragen |
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Artgerechte Tierhaltung hängt meist nicht davon ab, wie viele Tiere in einem Betrieb gehalten werden. Rinder leben zum Beispiel auch in der Natur in sehr großen Herden. Wichtig ist, dass sie sich in ihrem Umfeld artgerecht verhalten können und gute Lebensbedingungen haben. Die heutigen großen Rinderställe, in denen die Tiere frei rumlaufen können, aber auch ihren Liegeplatz haben, sind viel artgerechter als kleinbäuerliche Anbindehaltung in winzigen, schlecht gelüfteten Ställen. Bei Hühnern sind dagegen zu hohe Gruppengrößen negativ zu bewerten, weil die Tiere da nicht ihre Rangordnung aufbauen können und es immer wieder zu Verletzungen wegen Streitigkeiten kommt. Schweine werden in der Regel in kleineren Gruppen gehalten, davon aber mehrere in einem Stallgebäude. Für ihre artgerechte Haltung ist es wichtig, dass sie wühlen können (zum Beispiel in Stroh), auf keinen Böden stehen müssen, die die Klauen schädigen und die Ställe gut klimatisiert sind. Solche Anforderungen müssen auch an Alkersleben gestellt werden! Problematisch kann die Haltung großer Tierzahlen werden, wenn im Umfeld nicht genug Fläche für die Futtererzeugung und die Ausbringung von Mist und Gülle vorhanden sind. Extrem große Schweinehaltungen ohne Abluftreinigung führten zu DDR-Zeiten sogar zu massiven Schäden in angrenzenden Wäldern durch die Ammoniakbelastung. Bei größeren Schweineställen sollten Luftwäscheanlagen Standart werden - auch um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. Ställe mit mehr als 10 000 Mastschweinen (nicht Ferkel) sollte es nicht mehr geben. Biogasanlagen gehören ebenfalls dazu, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die durch sie aufbereitete Gülle riecht auch nicht mehr so stark. In Thüringen könnten deutlich mehr Tiere umweltverträglich und artgerecht gehalten werden. Wir essen mehr Fleisch als bei uns erzeugt wird. Anforderungen an die Tierhaltung in anderen Ländern sind oft deutlich schlechter als in Deutschland! Es hilft nichts, hier die Käfighaltung zu verbieten und trotzdem weiter billigste ausländische Käfig - Eier zu essen! Mein Fazit: ich bin für einen Schweinestall in Alkersleben, wenn die Tiere dort auf Stroh gehalten werden, es eine Abluftreinigung und eine Biogasanlage gibt und ausreichend Flächen im Umfeld zur Verfügung stehen. Tilo Kummer |
| Foto: JJ |
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