| Tierquälerei massenweise und vor der Haustür |
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Animals’-Angels-Inspektorinnen unterwegs
Zwischen Februar 2005 und April 2007 haben Animals’-Angels-Inspektorinnen in Schlachthäusern, auf Transporten und in Viehhaltungen zum Thema „Transport von Downerkühen“ recherchiert. Als Downer werden solche Tiere bezeichnet, die auf Grund von Schwäche, Krankheit oder Verletzungen nicht mehr in Lage sind, aus eigener Kraft aufzustehen. Für die Recherche wurden fast 100 Einrichtungen in neun Ländern kontrolliert, häufig mehrmals in zeitlichen Abständen. Es wurden Gespräche mit den Direktoren der Schlachthöfe und Märkte geführt. Es wurden die zuständigen Veterinäre befragt und das Film- und Fotomaterial zur Begutachtung u.a. deutschen Spezialisten für den Umgang mit „Zucht“- und „Schlacht“tieren vorgelegt. Das Ergebnis der Recherche ist eindeutig: In der EU werden „Nutz“tiere wissentlich und routinemäßig gequält. Sie werden entgegen den gesetzlichen Vorgaben transportiert, obwohl sie nicht transportfähig sind. Sie werden lebendig mit Ketten an den Beinen aus den Transportern, über Rampen und harten Untergrund geschleift. Sie werden mit Gabelstaplern, Frontladern oder Schiebern wie Stückgut umgelagert. Sie werden getreten, geschlagen und mit Elektrotreibern malträtiert. Vor den Augen der Veterinäre, der Verantwortlichen, Publikum auf nahezu öffentlichen Plätzen. Es gibt weder Scham, noch Unrechtsbewusstsein, noch Mitleid. Eine von tausenden Geschichten, erlebt und berichtet von Animals’ Angels InspektorinnenWir sind in Italien. Es ist 6:15 Uhr als wir den Tiermarkt erreichen. Wir entdecken Doris (Ohrmarke 1132), eine Holsteiner „Milch“kuh, bekannt für ihre enorme Milchleistung. Doris liegt am Boden und macht keine Anstalten aufzustehen. Zwei Stunden später: Doris wird von vier Männern aufgetrieben. Sie kann eigentlich nicht laufen, schafft es aber doch irgendwie, nicht umzufallen. Die vier Männer packen brutal zu. Verdrehen ihr den Schwanz, zerren und ziehen. In der Nähe der Landetore fällt sie wieder um. Um 12:39 Uhr kommt ein älterer Mann und schlägt Doris ins Gesicht. Er will, dass sie sich zur Seite bewegt. Sie kann nicht, obwohl sie es versucht. Der Untergrund ist zu glatt und ihre Klauen so lang gewachsen, dass sie keinen Halt findet. Es kommen noch andere Männer und prügeln auf sie ein. Um 12:44 Uhr liegt sie noch immer dort. Inzwischen kommen neue Tiere an, Doris liegt im Weg. Die ankommenden Tiere laufen über sie drüber. Den Männern ist das „Hindernis Doris“ jetzt zu lästig. Sie holen einen Frontlader und schieben sie über den harten Betonboden aus dem Weg. Bis zur Laderampe. Es kommen neue Männer hinzu, die sich jetzt daran machen, Doris auf einen LKW zu verladen. Einer fällt durch besonders große Brutalität auf. Innerhalb weniger Sekunden versetzt er Doris mindestens zehn Stromstöße mit seinem Elektrotreiber. Bei jedem Schlag zuckt Doris am ganzen Leib. Doris bleibt liegen. Ihre Augen treten angsterfüllt vor, ihr Körper ist wie tot. Die Männer ziehen Doris am Schwanz in eine andere Position, damit der Frontlader wieder zupacken und sie auf die Laderampe des LKW schieben kann. Und wieder wird der Elektrotreiber eingesetzt. Diesmal mindestens 25-mal im Sekundentakt, im Genital- und Analbereich. Doris zieht sich noch einmal mit letzter Kraft mit den Vorderbeinen einige Zentimeter nach oben. Jetzt packen die Männer erneut zu. Doris liegt noch auf der Rampe, als die Männer sie nach oben hieven. Wieder ist sie ein Stück weiter drin im Transporter. Dann kommt ein kleiner Traktor mit einer Art Schneeschieber. Er drückt Doris ganz in den Transporter. Dort liegt sie für eine Transportstrecke von 156 Kilometern bis zum Schlachthaus. Doris kommt nach drei Stunden lebend im Schlachthof an. Dort wird sie sofort betäubt. Wir hören zwei Schüsse. Um 15:57 Uhr, fast 10 Stunden nach ihrer Ankunft auf dem Markt, liegt Doris endlich betäubt auf der offenen Laderampe. Eine Familie mit zwei Kindern schaut sich das Schauspiel an. Warum muss Doris so viel Quälerei ertragen, bis sie endlich getötet wird? Warum wird sie in so einem elenden Zustand transportiert? Warum greift kein Veterinär ein? Doris steht für tausende Tiere jährlich, die unter schlimmsten Bedingungen gehalten, transportiert und geschlachtet werden. Doris steht stellvertretend für Schweine, Hühner, Pferde, Esel …. Doris steht stellvertretend für Tiere in der EU, die durch eine Transportverordnung geschützt werden sollen. Deren Schutz aber nicht ausreichend überwacht wird. Ein Tierrechtsskandal vor unserer Haustür! Das Kuhaltersheim„Turbo“kühe geben zwischen 7.000 und 11.000 Liter Milch pro Jahr. Sie zehren dafür den eigenen Körper aus. Häufig versagen die Nieren, werden die Knochen spröde, verfaulen die Klauen und sind die Euter eitrig entzündet. Dieser Verfallsprozess dauert in der Regel fünf bis sieben Jahre. Dann lässt ihre Milchleistung nach und sie rentieren sich nicht mehr. Es gibt keinen Dank, sie kommen zum Schlachter. Dabei könnten sie bei richtiger Behandlung 25 Jahre und älter werden. Die ANIMALS’ ANGELS-Inspekorinnen sind es leid, immer wieder nur mit Filmen und Berichten das Leid der „Milch“kühe zu dokumentieren. Das Kuhaltersheim ist eine Herzensangelegenheit, für die eigentlich kein Geld da ist. Aber ein großer Wunsch: Es braucht ein Symbol gegen die Ausbeutung der Kühe. Gegen die Grausamkeiten, die sich täglich abspielen. Vielleicht gelingt es ja mit dem Kuhaltersheim, in der Öffentlichkeit und bei den Verantwortlichen ein Nachdenken in Gang zu setzen.Das ANIMALS’ ANGELS – Kuhaltersheim soll den Kühen das zurückgeben, was die Menschen ihnen genommen haben: Würde und ein glückliches Leben. Textauszüge © Animals’ Angels Weitere Informationen und Möglichkeiten zu helfen unter: http://www.animals-angels.de |
| Foto: (c) Karin Mück Animals' Angels |
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