Titelseite Titelstory Aktuelles Ratgeber Leserbriefe Das Team Kontakt

„Echt klasse, was die Chinesen geboten haben“
Bild wird geladen... JJ: Franziska, erzählen Sie uns bitte ein wenig von China. Was haben Sie abseits der politischen Diskussionen und Querelen mit den chinesischen Menschen während der Olympischen Spiele erlebt?

Franziska van Almsick: Jeder, der so eine Frage gestellt bekommt, wird als erstes antworten: „Die Menschen sind sehr gastfreundlich und super sympathisch.“ Auch ich werde die Frage so beantworten, da es der Wahrheit entspricht. Wenn man in Peking durch die Straßen läuft, begegnet man so vielen Menschen, tausende Eindrücke stürzen auf einen ein und man muss gut aufpassen, dass man vor lauter Faszination nicht mit offenem Mund durch die Straßen läuft.

JJ: Wenn ich als Ex-Fußballer andere spielen sehe, juckt es in meinen Füßen, ich möchte mitmischen. Ging es Ihnen am Beckenrand als Expertin fürs Deutsche Fernsehen ähnlich, wären Sie gerne mitgeschwommen?

Franziska van Almsick: Wenn man solange geschwommen ist wie ich, kann man das Kribbeln in Armen und Beinen natürlich nicht vermeiden. Jedoch muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich froh bin, nicht unter diesem Druck eines Wettkampfes zu stehen. Ich stand nach meiner Karriere schon des Öfteren am Beckenrand, aber bei den Olympischen Spielen ist das ja noch mal alles eine Nummer größer. Ich kann aber ganz beruhigt sagen, die Sicht von außen ist auch hervorragend.

JJ: Wie haben Sie die Atmosphäre in Peking erlebt, war das olympische Flair zu spüren und allgegenwärtig?

Franziska van Almsick: Es war einfach unglaublich, allein die Eröffnungsfeier war der absolute Wahnsinn. Bei den nächsten Olympischen Spielen 2012 wird London es schwer haben, eine ähnliche oder bessere Atmosphäre zu schaffen. Man wurde allein bei den Trommlern regelrecht mitgerissen. Jeder starrte voll konzentriert auf den Innenteil des Stadions. Echt klasse, was die Chinesen geboten haben.

JJ: Was machen Sie sonst, Franziska, wenn Sie nicht als Expertin vor der Kamera stehen, sind Sie irgendwie dem Schwimmsport verbunden geblieben?

Ja, ich habe gemeinsam mit der Stadt Heidelberg und der Premiere Stiftung ein Projekt ins Leben gerufen; „Heidelberger Kids auf Schwimmkurs“. Ich würde gerne durchsetzen, dass jedes Kind, wenn es die 4. Klasse verlässt, mindestens eine Schwimmart beherrscht. Leider ertrinken immer noch viel zu viele Kinder. Wasser war mein Leben lang mein Begleiter, aber ich möchte davor warnen, dass es auch sehr gefährlich sein kann, wenn man eben nicht richtig schwimmen kann.

JJ: Sind Sie ein politisch interessierter Mensch, was würden Sie zuerst ändern, wenn Sie könnten?

Franziska van Almsick: Natürlich interessiert mich Politik, schließlich hat man tagtäglich damit zu tun. Ich möchte mich jedoch nicht äußern, ob gewisse politische Entscheidungen richtig oder falsch sind. Politik ist ein weit gefächerter Begriff, sicherlich macht sich jeder Mensch seine eigenen Gedanken darüber, was man ändern könnte. Mir fallen spontan auch tausende Dinge ein, jedoch würde das das Interview sprengen.

Foto: obs Tetra PakMarc E. Frankenhauser

zurück
Impressum