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Das gute Gemüt wohnt ihm inne
Bild wird geladen...Max ist ein Mini Yorkshire. Einer der kleinsten Hunde also überhaupt. Aber immerhin. Vom Dackel über den Schäferhund bis hin zur Deutschen Dogge sehen ihn alle Hunderassen als ihresgleichen. Katzen riechen zunächst mal Hund und sind gewarnt. Doch vor Max muss man nicht gewarnt sein. Er ist freundlich zu allen Menschen und Artgenossen, ignoriert Katzen, schaut zwar mürrisch nach Rehen, jagt wohl hoppelnd kleinen Vögeln nach, aber selbst die brauchen sich nicht ernsthaft zu sorgen. Max kann eh nicht fliegen.

Wenngleich unser behaarter Freund jedem Spaziergänger schwanzwedelnd entgegen rennt, um einfach nur auf seine Art „Hallo“ zu sagen, ist manch einer missmutig, fürchtet um die weiße Hose oder findet Sprüche wie „Der ist ja kleine als unsere Katze“ oder „Was ist denn das für ein Vieh“ originell. Max läuft dann einfach weiter. Er ist zu gutgelaunt, sich über jeden Nonsens aufzuregen.

Außerdem ist er ignorieren gewöhnt. Der possierliche Vierbeiner wohnt mit drei Katern zusammen. Der orange Kimba mag ihn zwar, legt sich gerne zu ihm und scheint zu wissen, dass Spielversuche keine Erfolgsaussichten haben, der grau-getigerte Toni indes versucht immer wieder mit Max in friedlicher Absicht umherzutollen. Dabei vergisst er die Krallen einzuziehen und lässt es an Forsche nicht fehlen. Dieser Umstand hält unseren zierlichen Freund auf Distanz. Der dritte Kater im Bunde, der gefleckte Romeo nun wieder, gibt seiner Eifersucht auf den Hund hier und da freien Lauf und jenem gerne mal eine Tatze ins Genick oder einen Biss in den Hintern mit. Max knurrt dann kurz und geht seiner Wege. Ohne Rachegelüste, ohne weiteren Argwohn. Das gute Gemüt wohnt ihm inne.

Wenn seine beste Freundin Lucy den Mini Yorkshire so sanft wie möglich striegelt, mag er das ganz und gar nicht, auch auf dem höhenverstellbaren Tisch in der Tierarztpraxis steht er ungern. Genauso wenig stimmt ihn das Prozedere bei Hundefrisörin Andrea vergnügt. Nichtsdestotrotz mag er die junge Frau ebenso wie den Veterinär und vor allem liebt er seine menschliche Begleiterin. Eine Besitzerin ist sie nur nach dem Gesetz. Und Paragraphen werden nicht von freundlichen, immer gut gelaunten, nie hinterhältigen Zeitgenossen auf vier Pfoten und mit wuscheligem Fell gemacht, sondern vom ganzen Gegenteil.

Jo.

Foto: JJ

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