| Artenschutz im Tierpark |
|---|
Jedes Jahr im Frühling besucht eine gedeckte Nerz-Fähe zu Aufzuchtszwecken den Bad Liebensteiner Tierpark und wird im Herbst wieder abgeholt. Über den Winter bewohnt dann ein Männchen das Terrain. Unter anderem durch diese Zusammenarbeit mit dem Verein „Nerz e.V. Osnabrück“ leisten die Mitstreiter um Tierparkleiter Udo Bleske einen wissenschaftlichen Beitrag zur Erhaltung der Tierarten. Zudem erfreuen sich vom Aussterben bedrohte Liszt-Äffchen und demnächst auch Kattas-Halbaffen eines sicheren Lebensraumes. Streitig machen den putzigen Tieren diesen nur raffgierige Kriminelle, die vor Monaten mehrere Affen bei Nacht und Nebel gestohlen hatten. Als die (oder andere) Einbrecher vor einigen Wochen den Coup wiederholen wollten, hatten sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. In dem Fall ohne Jochen Ullrich (Phönix Securityservice) und seine Mischlingshündin. Beim Rundgang nach Mitternacht nahm die zunächst Witterung und dann die Verfolgung auf und verwickelte gemeinsam mit dem Sicherheitsmann die drei vermummten Gestalten in ein Gerangel. Die Banditen konnten zwar unter Einsatz von Schlagwaffen entkommen, allerdings mit Schmerzen, Blessuren und sicher auch Bisswunden. Ansonsten geht es eher beschaulich zu im Bad Liebensteiner Tierpark. Vogelgezwitscher, Affenschreie oder Ziegengemecker mischen sich in freudiges Kinderlachen. Alpaka-Mann Paul schreitet stolz und neugierig ans Gatter, lässt sich, wenn er gut gelaunt ist, auch mal streicheln. Seine Frau Pauline bleibt eher schüchtern aber gleichwohl interessiert im Hintergrund. Udo Bleske ist sich nicht sicher, ob die beiden Turteltäubchen wieder Nachwuchs erwarten. „Alle Verhaltensweisen deuten darauf hin. Um Gewissheit zu haben, muss es untersucht werden“, erklärt der Tierfreund. Nicht weit von den wollweichen Vierbeinern sprinten die Nandus wie von der Tarantel gestochen. Sind sie aber nicht, es ist wohl eher eine Art Frühsport der langbeinigen Vögel, die ursprünglich aus Südamerika stammen. Natürlich besteht der Sinn eines Tierparks darin, auch dem am Rande des Thüringer Waldes, den Besuchern heimische und exotische Arten zu präsentieren. Mehr und mehr rückt indes der Artenschutz in den Vordergrund, auch wissenschaftliche Arbeit zum Nutzen unserer haarigen und gefiederten Freunde. Das Sicherheitsmann Jochen Ullrich mit seiner meist gutgelaunten Hündin nächtliche Runden laufen muss, ist dabei einerseits bezeichnend dafür, dass es nicht nur im Tierreich schwarze Schafe gibt, die sich mit ihren kriminellen Umtrieben selbst ein Armutszeugnis ausstellen, sondern ebenso eine Warnung, dass nächtliche Diebeszüge anders ausgehen können als geplant. Jo. |
| Foto: JJ |
| zurück |
|---|
| Impressum |