Musik zu rezensieren kann wohl nie objektiv sein. Jeder Mensch hört die Melodie und versteht den Text anders. Selbst die selbe Person kann einen Titel heute so und morgen so empfinden.
Ohrwürmer
Deshalb bin ich mal lieber gleich subjektiv und erzähle, wie Stefanie Heinzmanns CD „Masterplan“ in meinem Hirn und meinem Herz angekommen ist. Die beiden Nummern, die sowohl bei sämtlichen Radiostationen, wie auch bei VIVA rauf und runter laufen, haben auch mich gepackt. Ich drehe einfach nur den Lautstärkeknopf Richtung Anschlag, lege mich in den Sound, singe beschwingt mit, träume von besseren Zeiten oder möchte über eine Landstraße tänzeln, die rechts und links von hölzernen Strommasten und endlosen Getreidefeldern gesäumt wird: „MY MAN IS A MEAN MAN“ und „LIKE A BULLET“.
Gefühle
„DON’T CALL THIS LOVE“ und „PAINFULLY EASY“ wiederum stimmen mich gefühlvoll. Durch meine grauen Zellen strömen wie von ungefähr Szenen aus dem eigenen Erleben, denen ich zunächst nachtrauere, dann indes - mit dem unerschütterlichen Soul in Stefanie Heinzmanns Stimme- umschlagen in solche Sequenzen, die mich nach vorne blicken und tatendurstig sein lassen.
Träume
Mein persönlicher Favorit ist Titel 13 – „DO YOUR THING“. Ich sehe mich in eine Mokka- Milch- Eis- Bar der 60iger Jahre schlendern, eine Cola mit Eis schlürfen, eine Mark in den Schlitz der Jukebox werfen. Eine kleine, schwarze Scheibe findet den Weg auf den Plattenteller und unter die Nadel, dreht sich in der Geschwindigkeit von 45 Umdrehungen pro Minute und schickt den Soul von Dionne Warwick in den Raum. Füße wippen und Köpfe nicken.
Kraft
Dann wache ich auf, schaue mir das CD-Cover von Stefanie Heinzmanns „Masterplan“ an und wundere mich, woher dieses süße Mädchen diese Kraft nimmt. Wenigen Sängerinnen gelingt es in solchem Maße, alleine durch die Stimme jeden Titel zu tragen. Als ich tags darauf die Scheibe noch mal einlege, höre ich dieselbe Musik und empfinde sie völlig neu. Es ist eben ein anderer Tag.
Jo.
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