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Die drei beruflichen Säulen der Sonja Welter
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Es ist ein Bilderbuchtag. Die Sonne schickt ihr freundlichstes Lächeln über den Englischen Garten in München. Sonja Welter steht unweit des Chinesischen Turms und schleckt ein Eis. Wie passend, ist sie doch seit einigen Monaten eines der Ice-Girls in Tabaluga Tivi. „Das ist eine der drei Säulen meines beruflichen Lebens“, erläutert sie. Ihre beiden anderen Standbeine sind Engagements im Lustspielhaus und Auftritte mit dem Hot Sax Club.

Tanz und Gesang

Begonnen hatte alles mit Tanzunterricht im Kindesalter, zwischen ihrem neunten und dem 13. Lebensjahr sogar an der renommierten Ballettakademie München. Außer Tanzen lernte Sonja dort fürs Leben. Sie machte Bekanntschaft mit eiserner Disziplin und mit Zweifeln, die in der Teenagerphase eines jeden Mädchens aufkommen: Ist es das, was ich in den nächsten Jahren machen will? Zudem trieb sie jugendlicher Ungestüm und die Neugier auf andere Arten von Tanz, Latino beispielsweise.

Die inzwischen Abiturientin nahm privaten Gesangsunterricht und schloss eine Stammhauslehre bei Siemens an mit folgendem Job im Marketing. Die darstellende Kunst ging der jungen Frau nicht aus dem Sinn, doch ihr fehlte zunächst der nötige Mut, ihren Weg zu gehen. Das änderte sich jedoch, als sie vor 8 Jahren vom plötzlichen Unfalltod eines Freundes erfuhr. „Das Leben ist zu kurz, um nur von seinen Wünschen zu träumen.“ Nach dieser Erkenntnis und einer Woche später war der Entschluss gefasst, den Traum einer Musicalausbildung zu verwirklichen, der ihre Eltern zwar aus den Schuhen warf, aber sie selbst nicht aus der Bahn.

Musical

An der Abraxas-Musical-Akademie durchlebte Sonja Welter „eine wichtige Lebensphase, weil der Druck sehr hoch war und die Ausbildung hart. Wer das geschafft hat, den kann später nichts mehr erschrecken“, fasst sie die Zeit zusammen. Diese Abhärtung brauchte sie bald, denn Engagements folgten, die nicht bezahlt wurden, Castings, die die lange Reise durch halb Deutschland nicht wert waren, aber auch erste TV-Auftritte und Mitwirkung bei Werbespots. Die Worte der Schauspiellehrerin Yvonne Brosch begleiteten sie dabei und fortan ihr Handeln: „Halte durch, Sonja, halte durch!“

Entspannung

Nach einem Intermezzo in Neuseeland, wo sie als Choreographin an einem Theater mit Kindern arbeitete, kehrte die hübsche, blonde Frau mit den graugrünen Augen und dem gewinnenden Lächeln motiviert und ausgeglichen gleichwohl zurück. Fortan war der Blick sowohl auf das eigene Leben, als auch auf das Heimatland deutlich entspannter. „Man muss die Sachen auf sich zukommen lassen“, weiß sie inzwischen, „wenn man die Dinge erzwingen will, geht’s gar nicht!“

Den eigenen Weg gefunden

Die Arbeit am Lustspielhaus („Die Kuh, die wollt ins Kino geh´n!“ , Kindertheater und „Der Watzmann ruft“) füllt die Schauspielerin genauso aus wie das kreative, Ideen-einbringende Mitwirken bei Tabaluga Tivi seit Ende 2007. In ganz Deutschland und halb Europa kommt die Musikerin mit einem Saxophon-Quartett herum. Das bringt Abwechslung und Spaß pur.

„Kinder“, erzählt Sonja Welter, und lächelt dabei nicht nur mit dem Mund, „sind das kritischste und dankbarste Publikum. Sie haben ihre Instinkte noch und merken, ob man mit dem Herzen dabei ist. Sie lassen sich nichts vorgaukeln.“ Als das Multitalent eine kleine Anekdote aus der Erinnerung holt, gerät sie ins schwärmen. Ein Junge hatte sich nach einem Auftritt in Kostüm vor ihr aufgebaut und voller Überzeugung gesagt: „Du bist sooooo schön!“ „Das war das schönste Kompliment meines Lebens“, versichert sie.

Den eigenen Weg weiter gehen

Wenngleich die Schauspielerin, Musicaldarstellerin, Tänzerin und Musikerin mit ihrem derzeitigen beruflichen Dasein glücklich ist, gibt sie sich mit Stillstand nicht zufrieden. Sie bastelt an Gedanken, die sie in die Tabaluga- Sendungen einbringen will, freut sich auf die zeitweise Erweiterung des Saxophon-Quartetts zum Sextett, führt Lesungen und eigene Musical-Abende durch und harrt gespannt und in sich ruhend der Dinge, die da noch kommen.

„Es wird“, weiß sie, „man muss nur durchhalten!“
Foto: JF

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