| Seltsame Zufälle und eine Anhäufung unbeantworteter Fragen |
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So ähnlich sehe ich das mit hungernden oder auch „von Armut bedrohten Kindern“ wie es im Amtsdeutsch heißt. Egal, welche Statistik wir bemühen, egal wie diese zustande kam, egal ob da ein Kind oder jedes vierte oder jedes siebente amtlich beglaubigt oder gesetzlich unerkannt hungert, es ist eine Blöße für unsere Gesellschaft und ein Unfähigkeitseingeständnis für den Staat. Da greift ausgerechnet in einer Phase der Konjunktur und voller Auftragsbücher, in Zeiten steigender Profite der Großkonzerne und gar nicht mehr geahnter schwindender offizieller Arbeitslosenzahlen das Armutsgespenst um sich. Wo kommt es her? Vielleicht daher, wo die wachsenden Gewinne hinwandern? Liegt der Grund in einer ungerechten Verteilung des immer größer werdenden Kuchens, schneiden einige Wenige ihre Stücken beharrlich größer, während der großen Masse nur noch Krümel bleiben? Und: Sind diese Fragen der Auslöser einer Neiddebatte? Ich denke nicht, dass es Missgunst ist, wenn man nach Gerechtigkeit fragt. Die Tochter des Firmenbosses legt sich in eine mit Champagner gefüllte goldene Badewanne, während der Sohn des Wachmannes Hunger schiebt und sich nicht mal den Besuch eines öffentlichen Schwimmbades leisten kann. Gerecht wäre, wenn der Chef, dem ja tatsächlich der sahnige Teil der Torte zusteht, mit einer silbernen und mit gutem Sekt gefüllten Wanne vorlieb nähme und sein Angestellter sich zumindest ein sorgenfreies, würdiges Leben leisten könnte. Vor Jahren hat sich mal ein Bankchef das Jahresgehalt um einige Millionen Euro erhöht. Er nannte es angepasst. Gleichzeitig entließ er 1000 Angestellte. Er nannte es betriebswirtschaftlich im Konkurrenzkampf nötig. Ich habe mal, nur grob und nur fix, nachgerechnet, wie viele Mitarbeiter er mit seiner Gehaltserhöhung ein Jahr lang durchgebracht hätte und kam auf die Zahl 1000. Seltsamer Zufall.
Eine Menge Ungereimtheiten zieren also den Alltag. Was kann der sogenannte kleine Mann tun, um den Kopf dennoch oben zu behalten, zumindest satt und ein wenig würdevoll aufrecht durchs Leben zu schreiten? An der Volksherrschaft teilnehmen durch durchdachteres Wählen und Herbeiführen von Basisdemokratie? Oder helfen nur noch die Insel, beziehungsweise Augen zu und durch? Ob ich die Antwort weiß? Hätte der Text dann so viele Fragezeichen? Ups, schon wieder eins. Jo. |
| Foto: ulikat, Gerd Altmann Pixelio |
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