| Oh Gott, du fährst nach Israel |
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Diesmal hatte ich Gelegenheit, ein wenig hinter die Kulissen zu blicken. Eine Studienreise der Gewerkschaft ver.di in Zusammenarbeit mit „Keshet The Center for Educational Tourism in Israel“ hat's möglich gemacht. Viele Vorträge müssen aber erst noch verdaut werden. Fürs Reflektieren vor Ort war die eine Woche leider viel zu kurz – trotz abendlichem Gedankenaustausch im Kollegenkreis bei „Goldstar“- oder „Makkabi“-Bier. Zu den bleibenden Erinnerungen zählt ein Ausflug nach Sderot unweit des Gazastreifens. Sderot ist eine israelische Kleinstadt, 70 Kilometer südlich von Tel Aviv und 40 Kilometer nördlich von Beer-Scheva. Jede Bushaltestelle ist mit einem Bunker kombiniert. Grund: Das Gebiet ist seit Jahren nahezu täglich Ziel von „Kassam“-Raketen, die vom nur rund fünf Kilometer entfernten Gazastreifen abgeschossen werden. In der örtlichen Polizeistation werden die Flugkörper gesammelt . Im Alarmfall haben die Menschen lediglich 15 Sekunden (!) Zeit, sich in Sicherheit zu bringen, sagt der israelische Reserveoffizier, der uns durch die Stadt führt. Ein Raketenangriff bleibt uns erspart. Die nächste „Kassam“-Rakate schlägt erst tags darauf ein, richtet aber glücklicherweise keinen Schaden an, wie ich aus den Medien erfahre. Dafür bekommen wir kurz vor der Abfahrt aus Sderot mit, dass es in der Yaffa Straße in Jerusalem – also nur wenige hundert Meter von unserem Hotel entfernt – einen Terroranschlag gegeben hat. Erst ist von drei, später vier Toten und Dutzenden Verletzten die Rede. Das Buldozzer-Attentat bringt die Menschen vor Ort allerdings nicht aus dem Gleichgewicht, wie wir wenig später feststellen. Der Satz „Das Leben geht weiter“ hat in diesen Breitengraden eben eine ganz besondere Bedeutung. Leider reagieren auch Premierminister Ehud Olmert und die Sicherheitskräfte nach dem üblichen Muster von Gewalt und Gegengewalt. Gerd Ahrendt Tipps für Israelreisende von Gerd Ahrendt finden Sie hier. |
| Foto: G.A. |
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