| „Ich bin, was ich schreibe“ |
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Er läuft und läuft und läuft. Was vor Jahrzehnten mal der Werbeslogan für ein Auto war, gilt irgendwie auch für Sharyhan Osman. Aber nur irgendwie. Schon im Jahr 2008 bekam die Musikerin Tipps, wie sie mit poppigeren Titeln größeren Erfolg haben könnte. Auch als Stefan Raab einen Star für Oslo suchte und die Münchnerin bis unter die letzten Fünf kam, blieben derartige Ratschläge nicht aus. Doch sie blieb sich treu. Sie geht immer noch ihren eigenen Weg.
Dem Bauchgefühl folgen Gecoverte Songs, auch wenn Sharyhan bei dem Wettbewerb mit dem einen oder anderen stimmliche Größe bewies, sind nicht wirklich ihr Ding. „Ich bin, was ich schreibe“, sagt sie stattdessen. Und genau das mag die deutlich gewachsene Fanschar an ihr: „Die mit Abstand meisten schrieben oder erzählten, dass sie mögen, wie authentisch ich bin, dass ich sie mit meinen eigenen Liedern berührt habe.“ Als der klassische Dickkopf sieht sich die junge Frau, deren Vater Ägypter ist und die einige Jahre in Kairo lebte, nicht. „Ich höre auf mein Bauchgefühl“, relativiert sie den Eindruck. „Mit einem Song ausscheiden, zu dem ich nicht stehe, hätte mich am meisten geärgert, lieber bleibe ich mir selbst treu“, fügt sie an. Bei „Ein Star für Oslo“ wäre Sharyhan gerne unter die letzten Vier gekommen. Dass es nicht ganz klappte, warf sie indes nicht um. „Ich war überrascht, dass Leon Taylor so früh ausgeschieden ist“, blickt sie ohne Gram zurück. Überhaupt seien alle Finalisten „wirklich gut“ gewesen. Von Zickenkriegen weiß sie nichts zu berichten. „Wir haben viel geprobt, nicht aufeinander gehockt und uns gut verstanden“, bereut Sharyhan im Nachhinein die Teilname an der Veranstaltung überhaupt nicht. Der Gewinnerin, Lena Meyer-Landrut, gönne sie den Erfolg „absolut“. „Lena ist so frei, bezaubernd ungehemmt und dabei professionell“, lobt eine Sängerin die andere. ![]() Die richtige Tür öffnen Bei der Castingshow, für die sich Sharyhan Osman im September 2009 bewarb, fühlte sie sich sehr gut aufgehoben. „Es waren alles nette Leute um uns, die Jury war fair, wir wurden als Künstler präsentiert. Es ging um Musik, um uns!“, stellt sie den Organisatoren ein dankbares Zeugnis aus. Nun seien viele Menschen auf sie aufmerksam geworden, stellt Sharyhan fest. Zwar brauche sie mal Tage für sich, es würden auch oft die selben Fragen gestellt, aber letztlich fühle sie sich „sehr geschmeichelt“ und empfinde das öffentliche Interesse „nicht als Belastung“. Zudem stünden nun Türen offen, beispielsweise um eine CD heraus zu bringen. „Ich muss nur durch die richtige Tür gehen“, blickt sie realistisch nach vorne. Den eigenen Weg gehenWenn die ganz großen Träume nicht gleich in Erfüllung gehen, bricht für ein Künstlerherz wie das von Sharyhan die Welt noch lange nicht zusammen. Gerne zieht sie, wie schon 2009, wieder durch Londoner Clubs. „Das war ein inspirierendes, kreatives Abenteuer“, fasst sie diese komplett selbst organisierte Tour zusammen und hält für möglich, das zu wiederholen. Auf jeden Fall aber gibt die 23jährige am 11. April erst mal das versprochene Danke-Schön Konzert für die Fans in München. Der VW Käfer lief seinerzeit - und lief und lief. Aber immer nur dahin, wo andere ihn hin lenkten. So gesehen stimmt der Vergleich mit Sharyhan Osman tatsächlich nur irgendwie. Sie geht im Unterschied zu dem KFZ ihren eigenen Weg. Nach wie vor. Jörg Joachim Weitere Informationen: http://www.myspace.com/sharyhan |
| Fotos: NDR/ProSieben - Willi Weber |
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