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Warum funktioniert was wie?
Bild wird geladen... Egal ob ein klassischer Wecker klingelt oder das Handy eine freundliche Melodie zwitschert, der Moment, in dem wir aus dem Bett steigen, fällt nicht leicht. Lieber noch mal umdrehen und den Traum zu Ende träumen. Oder das Morgenmagazin der ARD einschalten. Mit unterhaltsam vorgetragenen Informationen macht Moderatorin Anna Planken das Aufstehen interessant. Davon und von Ihrer Neugier erzählt sie uns.

Interview mit Morgenmagazin-Moderatorin Anna Planken

JJ: Anna, waren Sie als Kind schon eine kleine Moderatorin oder Journalistin, mit imaginärem Mikrofon in der Hand und stets neugierig?

Anna Planken: Ich wollte vor allem immer wissen "Warum". Warum funktioniert, was wie? Das waren schon als Kind meine Lieblingsfragen. Und auch heute ist meine Neugierde das was mich besonders prägt. Ich interessiere mich für ganz viel, will immer wissen, was dahinter steckt, was andere Menschen antreibt so oder so zu handeln. Und seit ich mit 17 beim Lokalradio ein Praktikum machen durfte, kann ich dieses Neugierde auch beruflich nutzen. Seitdem renne ich wirklich mit Mikrofon durch die Welt und darf den Menschen Löcher in den Bauch fragen, ganz offiziell!

JJ: Wie sind Sie später in Ihren jetzigen Beruf gekommen, war es ein geradliniger Weg?

Anna Planken: Früher wollte ich eigentlich immer Tierärztin werden. Aber als ich mit 14 einen Artikel in einer Mädchenzeitschrift über den Job der Journalistin gelesen habe, bin ich sofort umgeschwenkt. Ich fand das abwechslungsreich, herausfordernd und absolut spannend und von da an habe ich alles daran gesetzt, Journalistin zu werden.

Mit meinem Schülerpraktikum fing es an (17), nachdem ich da die kompletten sechs Wochen meiner Sommerferien gearbeitet habe, durfte ich als freie Mitarbeiterin bleiben. Ich war damals in der Oberstufe und habe neben der Schule mit dem Radio richtig Geld verdienen können. Oft war ich nachts im Sender und habe noch einen Beitrag fürs Frühprogramm geschnitten und gesprochen und morgens auf dem Weg zu Schule lief der dann.

Das war eine ziemlich anstrengende, aber superintensive Zeit. Als ich dann mein Abitur hatte, bin ich zum Studium in die Medienstadt Köln gezogen. Da habe ich so schnell wie möglich mein Studium durchgezogen (Geographie, Geschichte und Skandinavistik) und nebenbei beim Radio gearbeitet. Vom Lokalradio in Dortmund bin ich zur WDR-Welle Einslive gewechselt. Dort durfte ich als Reporterin durchs ganze Land reisen für alle Themen, die mich interessierten: Politik, Sport, Kultur etc. Dann bin ich zum Fernsehen gewechselt - zum WDR Regionalmagazin WDRpunktDortmund. Diese Sendung durfte ich zweieinhalb Jahre moderieren.

Anschließend habe ich beim WDR ein eineinhalbjähriges Volontariat absolviert. In dieser Zeit durfte ich den ganzen WDR bereisen und mitarbeiten - im Hauptstadtstudio in Berlin, in der Wissenschaftsredaktion, bei der Fernsehreportage und auch schon im ARD-Morgenmagazin.

JJ: Wie hoch ist Ihr Anteil (der Moderatoren überhaupt) an den Inhalten des Morgenmagazins, arbeiten Sie fleißig hinter den Kulissen mit?

Anna Planken: Wir Moderatoren schreiben unsere Moderationen und Interviews komplett selber. Natürlich ist tagsüber von den Kollegen vorgearbeitet worden und es gibt Vorschläge, in welcher Art und Weise wir das Thema behandeln wollen. Aber wenn ich nachts merke, dass ich einen anderen Schwerpunkt viel wichtiger finde, dann versuche ich das noch in Absprache mit den Kollegen zu ändern. Außerdem haben wir die Möglichkeit in den Konferenzen nach unserer Sendung positive und negative Kritik zu äußern.

Auch Themenvorschläge und Umsetzungsideen können wir einbringen. Das alles passiert aber im Team und ganz klar: Die Hauptarbeit wird ohne uns (wenn wir im Bett sind) am Tag gemacht.

JJ: Das ARD/ZDF Morgenmagazin ist eine sehr etablierte, beliebte Sendung.
Ist Ihre Tätigkeit dabei schon eine Art Höhepunkt oder erfüllter Traum für Sie persönlich?

Anna Planken: Ich habe schon als Teenager das Morgenmagazin geguckt und gewünscht:
"Irgendwann wenn ich mal groß bin, will ich da mal hin". Das Morgenmagazin ist immer mein Traum gewesen und ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Traum jetzt leben darf.

JJ: Was macht Ihnen Spass an Ihrem Job, in welchen Momenten stellen sich
vielleicht gar Glücksmomente ein?

Anna Planken: Es macht Spaß, komplizierte Dinge für die Zuschauer möglichst einfach
und prägnant darzustellen. Am schönsten ist, wenn jemand nachher sagt: „Super, jetzt habe ich das auch endlich verstanden.“ Und besonders schön ist, wenn ich mir zum Beispiel lange den Kopf über ein Interview zerbrochen, noch mal alles umgeschmissen und neukonzipiert habe und es dann aufgeht - wenn mir dann am morgen jemand sagt: „Das fand ich ganz besonders“, dann bin ich wirklich glücklich.

JJ: Wie gehen Sie damit um, wenn gerade äußerst traurige Meldungen in Ihren Sendungen unumgänglich sind? Kann man dann überhaupt professionell bleiben?

Anna Planken: Ich muss immer professionell bleiben und wichtig ist es, sich nicht von solchen Dingen überrollen zu lassen, sondern journalistisch weiterzuarbeiten. Trotzdem finde ich es auch wichtig, dass der Zuschauer merkt, dass wir Menschen mit Gefühlen und keine Maschinen sind.

Der Tod von Robert Enke ist mir zum Beispiel sehr nah gegangen und ich finde, dass der Zuschauer das auch merken darf. Dennoch müssen wir als Journalisten immer darauf achten, dass wir trotz der Gefühle weiter versuchen klar zu denken, sonst laufen wir Gefahr (z.B. bei Katastrophen), dass wir von einer Seite benutzt werden und beispielsweise falsche Zahlen oder Fakten transportieren.

JJ: Auf Grund Ihrer Tätigkeit, Anna, sind Sie nicht nur direkt an der Aktualität und bei den Menschen, die Entscheidungen treffen, Sie sind auch nah am richtigen Leben. Erzählen Sie uns bitte aus dieser Sicht, wie Sie die deutsche Gesellschaft im Jahr 2010 empfinden. Was liegt Ihnen quer, was freut Sie?

Anna Planken: Ich bin zwiegespalten, weil ich auf der einen Seite registriere, dass in Deutschland die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht. Das ist ein Trend gegen den wir angehen müssen und ich glaube, dass das die Herausforderung der nächsten Jahrzehnte wird. Auf der anderen Seite finde ich, dass wir bis jetzt in Deutschland viel erreicht haben und jeden Tag froh sein müssen, dass wir hier und nicht in einem anderen Land leben, denn vielen geht es viel schlechter als uns.

Aber dafür haben viele den Blick verloren und das finde ich traurig. Vor allem die Menschen, denen es hier relativ gut geht wissen oft gar nicht zu schätzen was wir hier haben. Und das führt zu einer Nörgelgesellschaft, die nicht konstruktiv ist. Natürlich gibt es viele Stellen, an denen es klemmt, aber das allgemeine Gezeter hilft da nicht. Wir müssen unsere Probleme konstruktiv anpacken.

JJ: Hat Ihre Tätigkeit für das Morgenmagazin Ihren Tagesablauf total auf den Kopf gestellt, immerhin müssen Sie nun mit den Bäckern aufstehen?

Anna Planken: In meinen ARD MOMA-Wochen lebe ich wirklich den genau umgekehrten Rhythmus. Aber in der Woche, in der das ZDF sendet, lebe ich ganz normal. Das empfinde ich im Moment auch nicht als schlimm. Für mich ist immer nur wichtig, dass ich lange genug schlafe, dann ist mir auch egal, wann ich ins Bett  gehe und wann ich aufstehe.

JJ: Vielen Dank Anna. Informieren Sie uns bitte noch lange im Morgenmagazin und anderen Sendungen.

Foto: © WDR/Herby Sachs

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