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„Wir wollen, dass ein Kreislauf entsteht“
Bild wird geladen... Einfach nur weil es Herzenssache ist berichteten wir bislang zwei Mal über die Initiative der Schauspielerinnen Alissa Jung und Janin Reinhardt „Schulen für Haiti“, Aus aktuellem, wenn auch unerfreulichem Anlass fragte Burgsee-Kurier Redakteur Jörg Joachim bei Janin Reinhardt nach.

Interview mit Janin Reinhardt

JJ: Janin, ich habe Sie letztens in einem Fernsehinterview zum Thema Haiti gesehen. Immer wenn die Sprache auf Kinder - beispielsweise Ihr Patenkind - kam, leuchteten Ihre Augen. Welche Gefühle für die Kinder in dem Land haben Sie, wenn Sie mal für einen Moment die Gedanken an die Erdbebenkatastrophe ausblenden?

Janin Reinhardt: Als wir kurz vor dem Erdbeben in Haiti waren, um unsere beiden Schulen zu besuchen, die wir in den Slums von Port-au-Prince unterstützen, war ich sehr beeindruckt von der Offenheit der Haitianer uns gegenüber. Am meisten war ich von den vielen Kindern berührt, die uns Lieder vorgesungen, mit mir vor der Schule Fußball gespielt und getanzt haben. Ich konnte sofort spüren, wie viel Hoffnung sie in unseren Besuch setzen, wie gerne sie zur Schule gehen und was das für eine riesige Chance das für sie bedeutet.

JJ: Was haben Sie seit dem verheerenden Beben von den Menschen in Haiti erfahren, die Sie persönlich kennen, waren Sie selbst dort?

Janin Reinhardt: Es gab gute Nachrichten, wie zum Beispiel, dass eine unserer beiden Schulen noch steht, aber genauso auch viele schlechte Nachrichten. Einige Mitarbeiter der Organisation haben das Beben leider nicht überlebt, darunter auch eine junge Frau, Molly, die wir kurz zuvor kennen gelernt haben. Sie hat als Volunteer für „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ in Haiti gearbeitet und behinderte Waisenkinder therapiert. Wir haben in Haiti viel Zeit zusammen verbracht, es war für mich die schlimmste Nachricht.

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JJ: Wie läuft Ihre Aktion "Schulen für Haiti" - gemeinsam mit Alissa Jung - weiter?

Janin Reinhardt: Wir möchten uns nun verstärkt um den Wiederaufbau der Schulen kümmern. Je nach dem wie viel Spendengelder wir sammeln können, werden wir schauen, wie viele der insgesamt neun zerstörten Straßenschulen von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, wir wieder aufbauen können. Momentan denken wir darüber nach, wie wir erdbebensicher bauen können, denn dies wird sicher nicht das letzte Beben in Haiti gewesen sein. Unser Prinzip ist es, mit den Mitteln und Arbeitskräften vor Ort zu bauen, denn es bringt den Haitianern nichts, wenn wir jetzt anfangen alles zu importieren. Wir wollen, dass ein Kreislauf entsteht, dass beispielsweise ein Haitianer die Schulbank baut, die wir brauchen, damit er wiederum sich und seine Familie ernähren kann.

JJ: Haben Sie von Initiativen an deutschen Schulen und von Schülern gehört, die etwas für Ihre Altersgenossen in Haiti tun möchten?

Janin Reinhardt: Es ist unglaublich toll, wie viele Schulklassen und Schulen sich bei unserer Aktion SCHULEN FÜR HAITI angemeldet haben. Viele Klassen haben ihren Tag der offenen Tür dazu genutzt, durch Kuchenbasare, Buchflohmärkte und Musikaufführungen Spenden für die Kinder in Haiti zu sammeln. Wir losen ja auch schon bald aus, welche Schule das Konzert mit „Revolverheld“ und Max Mutzke gewinnt, also für alle, die sich noch ganz schnell bewerben wollen, geht auf: www.schulen-fuer-haiti.de.

JJ: Vielen Dank, liebe Janin, viele Grüße an Alissa und alle Mitstreiter.

Hier geht’s zur Geschichte von Luke und Violette, Geschwistern, die wieder lachen können.

Fotos: www.HilfeFuerWaisenkinder.de , www.schulen-fuer-haiti.de 

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