| Fünf Grad im Starnberger See, 37 Grad im Blut |
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Wenn Thamara Barth vom Schauspiel-Beruf erzählt, schwingt ihre Begeisterung in jedem Wort. „Ich habe meinen Traum verwirklicht“, strahlt sie. Nicht anders, wenn sie spielt. Als ich sie beispielsweise im Tatort „Bienzle und sein schwerster Fall“ in der Rolle einer Mutter sah, deren Kind entführt wurde, stockte mir der Atem. Für solche Fälle wurde wohl das Wort „echt“ erfunden.
Bei „Mord in bester Gesellschaft“ stellte die 35jährige eine junge Frau dar, die ermordet wird und im Starnberger See liegt. „Es waren fünf Grad Wassertemperatur, man darf nicht zittern, nicht atmen ... Ich war hinterher erkältet, da half auch der Neoporenanzug nichts, den ich unter der normalen Kleidung zum Schutz trug“, erinnert sie sich mit Grausen. Im nächsten Satz schwärmt sie von der Ensemblearbeit für Dieter Wedels Zweiteiler „Gier“: „ Toller Kameramann, Creme de la Creme der deutschen Schauspieler, ein großartiges Team, es war schade, sich zu trennen!“ Traum und MutDieses Herzblut fürs Schauspiel floss schon beizeiten durch Thamaras Adern. Mit ihrer Zwillingsschwester waren in frühester Kindheit Rollenspiele angesagt. Schneeweißchen und Rosenrot zum Beispiel. Oder sie träumte davon, das Aschenbrödel zu sein. Und da wo Goethes Götz von Berlichingen beheimatet war und das gleichnamige Theaterstück am authentischsten aufgeführt wird, auf der Jagsthausener Freilichtbühne, war die geborene Heilbronnerin so gut wie Zuhause. Zunächst indes lernte sie, auch auf Anraten der Eltern, „was Ordentliches“ -Sozialversicherungsfachangestellte, ging aber irgendwann nur noch mit einem Kloß im Hals zur Arbeit. Sie wollte kreativ tätig sein. Deshalb riet ein befreundeter Tänzer Thamara; „Lass dir deine Träume nicht nehmen!“ Sie kündigte den Job, widmete sich dem Schauspiel und ist im Nachhinein stolz auf ihren Mut und „das alles hingehauen hat“. ![]() Kamera und BühneMit dem Handwerkszeug aus einem Schauspielstudium am staatlichen Münchner Schauspielstudio ausgestattet agiert die 1,71 Meter große Frau sowohl auf den Theaterbrettern als auch vor der Kamera. Dort unter anderem in Rosamunde Pilcher-Filmen, Soko-Folgen, sowie diversen ARD/Degeto Produktionen wie „Liebe auf den 3.Blick“, „Ein Baby zum Verlieben“, „Liebe unter weißen Segeln“ oder - gerade abgedreht – „Hochzeit mit Hindernissen“. Mit Regisseur Dieter Wedel arbeitete sie außer für „Gier“ schon öfter zusammen. Fürs Fernsehen in „Papa und Mama“ oder „Mein alter Freund Fritz“ und auf der Bühne in „Ein besserer Herr“. Dieses Stück, in dem sie mit Helmut Zierl spielte, wurde zunächst von Zeitungskritikern zerrissen, um dann indes das Hamburger Publikum in Scharen anzulocken. „Ich mag Theater sehr“, erzählt Thamara, „jede Vorstellung ist anders und Fehler sind nicht wieder gut zu machen“. Wenn sie selbst beispielsweise bei einer Komödie im Zuschauerraum sitzt, wissen ihre Kolleginnen und Kollegen relativ schnell wo. „Man hört mich sofort, ich lache laut los“, gesteht sie und lächelt auch dabei. Lachen und helfenÜberhaupt ist Lächeln typisch für sie. Im Gespräch wirkt sie überaus herzlich und offen, sie zieht Harmonie eventueller Stutenbissigkeit vor und ist hilfsbereit. „Thamara hat sofort angerufen, als ich mich derselben Schauspielagentur anschloss und ihre Unterstützung angeboten“, freut sich das junge Nachwuchstalent Mai Duong Kieu, „so schön wie sie ist, so lieb ist sie auch!“ Apropos schön. Auch als Model wird die Frau mit den magischen grünen Augen gerne gebucht. Auf Grund ihrer lebendigen Art. Sie kann dabei Charaktere verkörpern, Schauspielen und Ausdruck beweisen. „Zudem schult es die Disziplin“, weiß die Wahl-Münchnerin. Thamara Barth ist als Kind ohne Fernseher aufgewachsen. Vielleicht rührt daher ihre Kreativität. Sie designt Schmuck, malt Bilder. „Zur Verwirklichung der Lebensfreude“, sagt sie und klingt ebenso begeistert und authentisch wie auf dem Bildschirm, der Kinoleinwand, der Bühne oder dem Laufsteg. Jörg Joachim Weitere Informationen: http://www.thamarabarth.de/index.html und http://alexander-pat.de/ |
| Fotos: Chris Hirschhäuser |
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