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Ohne sie geht nichts
Fragt man bei den Eisbären nach dem Hallenwart, dem Systemadministrator, dem technischen Leiter, dem Organisationsleiter, dem Spielbetriebsleiter und dem Zeugwart, wird man zu Dieter Morisse geschickt. Der zeigt dann jedoch nicht, wo die vielen Gesuchten zu finden sind. Er ist alles in einer Person.

Dieter überall

Schaut man sich das Eisbärentrainingszentrum an, in dem auch die Geschäftsstelle eingerichtet ist, dann steckt sehr viel von dem „Mann für Alles“ drin. Als die Halle 2006 übernommen wurde, gestaltete Dieter Morisse das Projektmanagement. „Innerhalb von 14 Tagen mussten wir aus einer nicht basketballtauglichen Halle unser jetziges Heiligtum schaffen“, erinnert er sich zurück. Es ging um 966m², in denen nicht nur Körbe aufgehängt, sondern beispielsweise auch die Böden verlegt werden mussten.

Mit berechtigtem Stolz zeigt der 38jährige gelernte Speditionskaufmann und Stahlbauschlosser die Kabinen, Duschen, WC oder den Raum für eine schnelle medizinische Versorgung. „Alles sehr zweckmäßig“, erklärt Dieter Morisse und weist besonders auf die Duschköpfe hin, die in 2,30 Meter Höhe angebracht sind, damit die hochgewachsenen Spieler ihre Köpfe nicht einziehen müssen. Selbst 2,16 Riese Shaquille O’Neal würde bequem unterkommen.

Die Arbeit vom Organisator in Dieter beginnt lange vor der Saison. Da ist in Abstimmung mit den Verantwortlichen der Basketball Bundes Liga und denen der Stadthalle Bremerhaven der Spielplan zu erstellen. Finden die Heimspiele dann statt, baut er nicht nur auf eigenen Fleiß und Erfahrung. Viele ehrenamtliche Helfer stehen bereit. „Meist Basketballer, aber auch Fans“, freut der seit 2006 hauptamtlich Angestellte sich über die Unterstützung.

Bild wird geladen...Ebenso ist seine tägliche Arbeit undenkbar, wenn nicht die Mitarbeiter der Geschäftsstelle kompetenzübergreifend und unbürokratisch dabei sind. „Eigentlich hat hier jeder schon mal die Wäsche aus der Maschine genommen, wenn ich gerade unterwegs war“, lobt Dieter Morisse. Denn auch das ist sein Job: Trikots, Handtücher und Trainingskleidung waschen, später in der Kabine aufhängen und wieder einsammeln. Bei Auswärtsspielen packt er alles in die Kiste und stemmt die in den Bus. Ohne ihn geht wenig. „In dieser Saison spüre ich die Anerkennung der Spieler deutlich“, besinnt er sich auch an andere Zeiten.

Abends, wenn der Universalmann Feierabend macht, sind meist mehr als acht Stunden Arbeit vergangen. Er läuft seine Runde, kontrolliert alles, knipst das Licht aus und verschließt die Türen. Nach Hause geht es indes nicht unbedingt. Dieter Morisse bleibt seinem Sport als Schiedsrichter, Spielertrainer und Abteilungsleider der TSV Wulsdorf auch dann treu.

Benny bleibt

Benjamin Haupt war bis zum 12.Januar Auszubildender bei den Eisbären. Jetzt ist er, nach vorzeitig abgeschlossener Lehre, Bürokaufmann und immer noch beim Basketballclub. Der junge Mann sitzt hauptsächlich in der Geschäftsstelle, erledigt buchhalterische Aufgaben, kümmert sich um Ticketverkauf, Reservierungen, Fanartikelverkauf, Lagerung oder ums Schreiben von Briefen an Kunden. Büroarbeit eben.

Durchaus verlässt Benny aber auch die heiligen Hallen seines Arbeitgebers und wechselt in die Stadthalle. Dort sieht man ihn aufbauen, die Schiedsrichter betreuen oder wie er sagt „alles tun, was gerade anfällt“. Selbst Basketball spielt er nicht. Bei den Profis, erinnert er sich „gab es in den Jahren der Ausbildung halt Spieler, die sehr sympathisch und welche die weniger sympathisch waren“. Einen Lieblins-Eisbär kann Benjamin nicht benennen, zum Anhänger jedoch wurde er mit der Zeit: „Ich bin erst durch die Ausbildung zum Fan geworden, zuvor kam ich eigentlich nicht mit Basketball in Kontakt. Es hat nicht nur mich, sondern auch meine Familie, Freunde, Freundin gepackt“, zeigt er sich voll begeistert bei der Sache. Bennys Tätigkeit und die der Kolleginnen und Kollegen vom Helfer bis zum Manager ist in seinen Augen „sehr wichtig, damit das Gesamtpaket stimmt“.

Andere mittendrin, statt nur dabei

Zahlreiche weitere Eisbären, ob angestellt oder ehrenamtlich, sind unterwegs, um das auf die Beine zu stellen, was letztendlich als Platzierung in der Tabelle, im Zeitungsartikel oder Spektakel in der Bremerhavener Stadthalle sichtbar wird. Mareike Rautmann beispielsweise ist nicht schlechthin die Marketingassistentin, sie organisiert zudem den Eisbärchencup, die Spiele der Kleinen in der Halbzeit der Großen.

Torsten Zinn führt die offizielle Bezeichnung Betreuer, hilft aber schon mal als Dolmetscher aus, wenn ein Fragesteller kein Englisch kann und mit Jeff Gibbs reden will (Danke Torsten). „Ich lerne bei der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Spielern jeden Tag dazu“, resümiert er, „mein Englisch ist viel besser geworden und ich habe festgestellt, dass die Schulkenntnisse da nicht viel weiter helfen!“

Alle hier aufzuzählen, die rund um den Spielbetrieb in irgendeiner Weise mitwirken, stellt sich als sinnloses Unterfangen heraus. Selbst wenn die Sicherheitskräfte, Garderobenmitarbeiter/innen, Gastronomen oder Putzfrauen nur am Rande erwähnt werden, fehlt immer noch die Hälfte. Dennoch geht ohne sie gar nichts.

Jörg Joachim

Fotos: JJ

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