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Grenzen setzen
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Den Kindern ist Sonja Welter aus „Tabaluga tivi“ bestens bekannt. Als Icegirl Icy singt und spielt sie seit 2008 in der beliebten Kindersendung mit. Die Schauspielerin und Musikerin aus München steht zudem oft auf der Kindertheater-Bühne. Deshalb zögerte sie nicht lange und wirkt nun bei einem Projekt für Gewaltprävention mit, dass Schauspielkollege Olaf Krätke vor Jahren initiierte und erfolgreich durchführt.

Wenn es um solch wichtige Themen geht, fragt der Burgsee-Kurier prompt nach:

JJ: Wie kam es zu deiner Mitarbeit bei „Geheimsache Igel“, Sonja?

Sonja Welter: Ich lernte den Initiator des Projektes, Olaf Krätke, bei einem gemeinsamen Kurzfilmdreh kennen. Von Anfang an stimmte die Chemie. Wir sprachen über unsere Arbeit und ich war von dem Gewaltpräventionsstück „Geheimsache Igel“ von Beginn an begeistert. Olaf erzählte mir, dass sie zur Verfilmung des Theaterstücks noch einen Song brauchen und fragte, ob wir, die Icegirls, dies nicht übernehmen wollten. Gesagt - getan, wir machten uns ans Werk und es entstand der "Sonnenscheinsong".
Kurz darauf ergab es sich, dass Olafs Spielpartnerin nach Berlin ging und so übernahm ich Ende 2008 die Rolle der Krümmel in dem Zweimannstück. Später kam noch Susanne Bloss, bekannt als Icegirl Flake aus „Tabaluga tivi“, zum Team Ostallgäu dazu. Seit Anfang 2010 bilden Susanne und ich ein weiteres Schauspielgespann und wir freuen uns sehr, die „Geheimsache Igel“ auch den Kindern im Raum München vorzuspielen.

JJ: Erzähle uns bitte ein wenig über die "Geheimsache Igel", ohne das Geheimnis ganz zu lüften.

Sonja Welter: “Geheimsache Igel“ ermutigt Kinder „Nein“ zu sagen, wenn ihnen jemand zu nahe tritt, wenn ihnen Gewalt widerfährt.„Geheimsache Igel“ landet in der Phantasie der Kinder und ermöglicht es denjenigen, die bereits Gewalt erlitten haben, ihr Schweigen zu brechen und über ihre Erlebnisse zu sprechen. „Geheimsache Igel“ erzählt die Geschichte von Krümel, Wurzel, dem Igel und der singenden Sonnenblume.

JJ: Sonja, was magst du an Kindern? Denkst du, wir Erwachsenen können von den Kleinen mindestens genauso viel lernen wie sie von uns?

Sonja Welter: Kinder sind ehrlich und haben noch einen unverfälschten Zugang zu ihren Gefühlen. In der Arbeit mit Kindern erfährt man sofort, was ankommt und was nicht. Sie haben es noch nicht nötig, einem etwas vorzuspielen. Ist diese erwachsene Unehrlichkeit nicht oft der Grund für Streit und Auseinandersetzungen? Kinderkommunikation läuft auf der Gefühlsebene und nicht auf der Verstandesebene.

Ach, was wäre das für eine tolle Welt, in der das Kindliche mehr Platz hätte… Ich appelliere an jeden Erwachsenen, mehr Zeit mit Kindern zu verbringen und sich wieder daran zu erinnern, wie es denn früher war, denn in allen steckt noch ein Kind und es macht so viel Spass, es rauszulassen.

JJ: Danke, liebe Sonja, und viel Spass bei deiner Arbeit.

Zur Sache:

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Im Rahmen der Gruppen- und Klassenarbeit in den Kindergärten, Horten und Grundschulen sollen die Kinder ihre soziale Umwelt besser verstehen lernen und sich in ihr besser zurecht finden: Vorurteile, Ängste und Hemmungen abbauen. Sie sollen Fähigkeiten entfalten können, zu einer verfeinerten Wahrnehmung gelangen und zwischenmenschliche Verhaltensprozesse besser erfassen und verstehen.

Ziel ist es auch, dass die Kinder lernen, ihre Bedürfnisse festzustellen und diese dann anderen gegenüber klar zu vermitteln und Grenzen zu setzen. Ebenso soll ihnen bewusst werden, die Bedürfnisse anderer und deren Grenzsetzungen zu respektieren. Die Kinder sollen durch das Präventionsprojekt „Geheimsache Igel“ zu selbstständigem, aktiven Handeln angeregt werden und ihr Selbstbewusstsein stärken.

Im Jahr 1998 konzipierten der Schauspieler, Autor und Regisseur Olaf Krätke und der Leiter der Kulturwerkstatt Kaufbeuren, Thomas Garmatsch auf Initiative des Rotary Clubs Kaufbeuren ein Gewaltpräventionsprojekt für Kindergärten und Grundschulen (bis einschließlich zur 4. Klasse) und nannten es „Geheimsache Igel“. Das Projekt besteht aus einem Theaterstück, das Olaf Krätke und Thomas Garmatsch gemeinsam schrieben und das in den pädagogischen Einrichtungen vor einzelnen Klassen und Kindergartengruppen gespielt wird. Anschließend führen die Schauspieler ein Gespräch mit den Kindern zum Thema.

Den Auftakt können regionale Informationsveranstaltungen, Elternabende und Sonderaufführungen bilden, in deren Verlauf auch das Theaterstück aufgeführt wird. Dann wird in Kindergärten und Grundschulen, in ausgesuchten und interessierten Städten und deren Umland, das Präventionsprojekt „Geheimsache Igel“ durchgeführt.

Dieses Projekt  bringt den Kindern altersspezifisch in den Klassenzimmern und Gruppenräumen die Problematik der Gewalt in allen Ausprägungen näher und sensibilisiert sie dafür. Das Präventionsprojekt gegen Gewalt versteht sich als emotionaler Türöffner. Eng verknüpft mit der Thematik des Theaterstückes können die Einrichtungen dann Inhalte erarbeiten und gestalten (beispielsweise Bilder malen, Aktions- und Rollenspiele durchführen, Aufsätze gestalten, Videoprojekte, Fotoprojekte).

Zum Erfinder:

JJ: Erzählen Sie bitte ein wenig über Ihre schauspielerische Tätigkeit, Herr Krätke.

Olaf Krätke: Zuletzt war ich im Kino in Michael Bully Herbigs Erfolgsfilm "Wickie und die starken Männer" in der Hauptrolle des Urobe (für die ich auch mit dem Comedypreis 2009 ausgezeichnet wurde und der in diesem Jahr den Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises erhalten wird), sowie kurz vor Weihnachten in vier Episoden der SAT 1 Serie "Eine wie keine" und an Weihnachten in der Märchenverfilmung "Dornröschen" an der Seite von Hannelore Elsner zusehen. Ansonsten kennen mich die Zuschauer aber unter anderem auch aus dem Kinofilm "GG 19" oder der ARD Erfolgsserie "Um Himmels Willen", in der ich seit 2006 an der Seite von Fritz Wepper und Janina Hartwig den Arzt Dr. Paul Märtens verkörpere.

JJ: Danke.

Fotos: http://www.geheimsacheigel.de/

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