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„Es ist nicht gut, wenn alles glatt läuft“
Bild wird geladen... Natürlich ist Wanda Colombina Perdelwitz immer Wanda Colombina Perdelwitz. Gleichwohl scheint aus jedem Filmausschnitt, aus jedem Szenenfoto eine andere Person heraus zu schauen. Ihre Augen lachen mitreißend und blicken im nächsten Moment doch leer und traurig, die Worte aus ihrem Mund gleiten innerhalb eines Satzes durch sämtliche Emotionsfarben und der Ausdruck des gesamten Körpers wechselt von entspannt über gespannt bis zur totalen Entladung so überzeugend und schnell wie der Sprint eines Geparden.

Wahrscheinlich hat das mit Wandas Genen zu tun (Mutter und Tante sind renommierte Schauspielerinnen), vermutlich verdankt sie es ebenso ihrer fundierten Ausbildung an Schauspiel- und Ballettschule, ganz sicher aber resultiert die Authentizität und Vielseitigkeit der 24jährigen aus ihrer Leidenschaft für den Beruf, aus ihrer Freude am Leben, die zu spüren ist, wechselt man nur einen Satz mit ihr.

Die Berlinerin stellt sich den Herausforderungen, die eine neue Rolle mitbringt, kämpft, überwindet den inneren Schweinehund, zeigt sich diszipliniert, beißt wenn es sein muss die Zähne zusammen und zieht aus diesem Prozess die Spannung für das, was sie auf der Bühne oder vor der Kamera bietet. „Es ist nicht gut, wenn alles glatt läuft“, weiß Wanda und befindet gar „eine gewisse Krise produktiv“.

So war es während der Zeit an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, von der sie sagt: „Beim Studium hatte ich schon alles, was ich liebte“. Und so war es bislang auch bei Theaterengagements wie „Anna Karenina“, „Richard III“ oder „Einer flog über das Kuckucksnest“ und Fernsehrollen wie beispielsweise bei der „Küstenwache“, im „Tatort“, „Balko“, „Die Rettungsflieger“ und „SOKO Köln und Wismar“. Fürs Kino wirkte sie unter anderem in „Mux Mäuschenstill“ mit.

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Steht Wanda Colombina Perdelwitz auf der Bühne, findet sie interessant, „Klassiker heute zu erzählen“ und fügt an: „Shakespeare ist heute noch allgemeingültig. Mit moderneren Sichtweisen holt man Leute ins Theater, die sonst nicht kommen würden.“ Ansonsten mag sie auch die Wandlungsfähigkeit und die Überraschungen, die Rollen bieten, die von Kleist geschrieben wurden.

Ebenso bei der schnelllebigeren Arbeit für den Film liebt es Wanda, nach der Darstellung zu suchen, die sie den Kollegen und dem Regisseur dann am Set anbietet. Wenn sie davon erzählt, fällt wieder das Wort Herausforderung, der sie sich offenbar gerne und fruchtbar stellt.

Im Kindesalter begann die Karriere unverfänglich damit, dass sie sich Hexen- oder Katzenmasken anmalte. „Wenn ich die Bilder sehe, lache ich mich kaputt“, erinnert sie sich ebenso wie an Drehs schon während der Schulzeit und das dabei entstandene Bedürfnis: „Ich brauche Schauspielschule, um Selbstbewusstsein und Technik in der Hand zu haben.“ Dabei entdeckte Wanda die Liebe zum Theater und die Dinge nahmen ihren Lauf. Bis hin zu der Schauspielerin, die eine Punklady ebenso echt verkörpert wie eine rebellierende Tochter oder junge Krankenschwester, die in Krimis und Serien genauso gefragt ist wie im klassischen Theater.

Bei aller Rollenvielfalt, bei allen Erfolgen in jungen Jahren schon, suchte sie die Triebfeder ihres Ehrgeizes und Engagements nie im Streben nach Ruhm. „Der spielte für mich nie eine Rolle, lieber bin ich auf dem Boden der Tatsachen“, sagt Wanda Colombina Perdelwitz und die Emotionsfarbe ihrer Stimme ist ein klares, ehrliches Rot.

Jo.

Fotos: (c) by Patrick Wamsganz

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