Titelseite Titelstory Aktuelles Ratgeber Leserbriefe Das Team Kontakt

Neuen Wegen auf der Spur
Bild wird geladen... Wer auf Gabriele Pauli aufmerksam wurde, weil sie auffallend attraktiv daher kommt, hat das zwar richtig erkannt. Wer von ihr hörte, weil sie gegen die verkrusteten Strukturen der CSU rebellierte, hat zwar richtig verstanden. Das alleine indes macht weder die Politikerin, noch den Menschen aus.

Eben weil sie gehörig Staub aufwirbelte, sich als Frau, die weiß was sie will profilierte, blickte ich dem Gespräch mit der Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Bayern respektvoll entgegen. Wird sie schwierig sein? Schon nach den ersten beiden Sätzen wusste ich: Mein Respekt war gerechtfertigt, aber schwierig ist sie nicht. Ganz im Gegenteil, Gehör schafft Frau Pauli sich nicht durch laute Worte, nicht durch abgewetzte Sprüche, nicht durch kluges Gerede von oben herab.

Sie wählt die leisen Töne. Die aber sitzen genau da, wo sie hingehören. „Im Gegensatz zu den Einpeitschern der etablierten Parteien ist Frau Dr. Pauli eine ‚sanfte Wahlkämpferin’, die mit ihrer leisen Eindringlichkeit allerdings die Herzen der Wähler erreicht. Das ist ein völlig neuer Politik - Stil , den ich bisher noch nirgendwo wahrgenommen habe“ , berichtet ein Mann aus Ronnenberg nach einer Veranstaltung. Dieser neue Politik-Stil ist genau das, was die 51jährige als unabdingbar erkannt hat. „Wir müssen die Bürger mehr einbeziehen“, fordert sie, bringt Volksabstimmungen ins Gespräch und fragt: „Warum nicht beispielsweise beim Thema Steuern?“

Gabriele Pauli hält die Menschen in Deutschland durchaus für „mündig und verantwortungsvoll“, auch wenn die etablierten Parteien das nicht zu glauben scheinen. „Wer die Macht hat, gibt sie nicht wieder ab“, schätzt sie ein. Und: „Viele Politiker ganz oben wissen nicht mehr, wie normales Leben aussieht!“ Die Ex-Landrätin von Fürth selbst hat genau das – den direkten Draht zum Bürger – 18 Jahre lang erfahren. In der täglichen Arbeit in diesem Amt. Und die war äußerst erfolgreich. Dafür sprechen nicht nur die Bilanzen (beispielsweise deutlicher Schuldenabbau), dafür spricht vor allem der Rückhalt durch die Wähler und Kollegen über einen sehr langen Zeitraum.

Das die Freien Wähler irgendwann auch zu einer Partei oder Organisation wie die anderen werden könnten, versucht Gabriele Pauli gar nicht erst auszuschließen. „Wir sind aber angetreten, nicht so populistisch und wahlorientiert zu handeln wie die Bundesregierung beispielsweise mit der Abwrackprämie“, gibt sie sich optimistisch, „in Bayern hat sich mit uns viel verändert. Wir haben Einfluss.“ Allerdings weiß die im Leben stehende Frau auch: „Wirklich sprechen kann ich letztlich nur für mich selbst.“

Das Motiv für sie als Politikerin und eigentlich die Politik generell darf nur eins sein: „Dem Bürger nützen!“ Das Gabriele Pauli genau in dem Punkt ein deutliches Defizit in ihrer ehemaligen Partei, der CSU sah, wo „eingefahrene Strukturen keinen Sinn mehr machten und jeder sein Machtspiel vollzog“ und darüber hinaus eine Kluft zwischen Theorie und Praxis erkannte, trieb sie im November 2007 zum Austritt. „Ich habe den Abstand gut geschafft“, resümiert sie, „inzwischen verbindet mich nichts mehr.“ Ohne Groll in der Stimme sagt sie das, aber auch ohne jede Spur von Wehmut. Zu sehr hat sie wohl enttäuscht, dass „nichts mehr zu bewegen war“. „In die Parteigrundsätze wurde viel hineingeschrieben und wenig vertreten“, hat Gabriele Pauli erlebt und es zog sie im Juni 2008 zu den Freien Wählern.

Bild wird geladen...

Apropos frei … Das Gefühl von Freiheit fasziniert die Spitzenkandidatin fürs Europaparlament auch abseits von Schreibtischen, Rednerpulten und Telefonen. Auf dem Motorrad fühlt sie sich auf sich selbst gestellt: „Nur die Maschine, die Natur und ich“, schwärmt sie, erlebt Abenteuer abseits der Straßen, die man mit dem Auto fährt und hat einfach nur Spass. „In dem Fall“, sagt die Bikerin Pauli, „ist der Weg das Ziel.“

Jo.

Weitere Informationen: http://www.gabriele-pauli.de
Fotos: http://www.gabriele-pauli.de

zurück
Impressum