| Lust auf Neues Interview mit peter maria |
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JJ: Peter, warum schreiben Sie Ihren Namen peter maria klein?
peter maria: Große Frage, kleine Antwort: ich fand das hübsch! Also optisch... Dahinter verbirgt sich kein tieferer Sinn. Wenn ich nach einem suche, könnte ich sagen: Ich bin kein großer Freund der Korrektheit, die Deutsch manchmal verströmt, zum Beispiel in der exakten Groß- und Kleinschreibung. Das hat auch was von Große Kehrwoche, Kleine Kehrwoche, oder? JJ: Wann und wie hat bei Ihnen der Drang begonnen, sich musikalisch und in Versen ausdrücken zu wollen, in der Kindheit schon? peter maria: Musik habe ich irgendwie immer geliebt. Na ja, nicht wirklich, als ich mit sechs Blockflöte gelernt habe. Aber als ich zwei Jahre später Klavierunterricht hatte und noch mal zwei danach anfing, mir meine ersten eigenen Platten zu kaufen (scheußliche Dinge, die ich besser dezent verschweige). Da war doch bald klar, dass ich auch etwas Eigenes machen möchte. Ich habe dann in der Schulzeit die ersten Popsongs für irgendwelche Freunde (Freundinnen!) zum Geburtstag geschrieben. Dann eine Weile Instrumentalmusik (scheußliche Dinge, über die ich auch besser schweige...) – und mit der Rückkehr zum Pop kamen die Texte dazu. In Versen wollte ich mich eigentlich nie ausdrücken. Ich habe vor den Songs kein einziges Gedicht geschrieben oder auch nur darüber nachgedacht! Da hat mich dann die Musik von selber hingeführt. JJ: Welche Themen bewegen Sie, fassen Sie die Gedanken zu allen Bereichen des Lebens in spätere Lieder? peter maria: Das ist schwer allgemein zu beantworten. Bewegen kann mich wahrscheinlich vor allem das, was ich in ganz ursprünglicher Form um mich herum wahrnehmen kann: sehen, riechen, anfassen. Menschen, Situationen, das Tageslicht in einem bestimmten Augenblick. Ich bin kein sehr politischer Mensch, was man den Texten sicher auch anmerkt. Umso emotionaler dann vielleicht... Welche Gedanken oder Gefühle zu Songs werden, entscheide ich aber an keinem Punkt bewusst. Die Stücke und ihre Inhalte kommen eigentlich von selbst. Und die Geschichten in meinen Liedern stammen übrigens längst nicht immer aus meinem Leben und meinen persönlichen Erfahrungen! Ich habe mich noch niemals hingesetzt und gesagt: ich sollte mal einen Song schreiben über dieses und jenes Thema. Oder über das, was mir letzten Donnerstag passiert ist. Das hat für meinen Geschmack wenig mit Poesie, wenig mit Inspiration zu tun. ![]() JJ: Stammen von Ihnen Musik und Texte? peter maria: Ja. Im eben beschriebenen Sinne schon. Anders gesagt: ich habe bei den Stücken, die mir selbst am besten gefallen, das Gefühl, dass die sich im Grunde selber geschrieben haben. Oder dass ich sie mehr aufgeschrieben habe als erdacht. JJ: Möchten Sie etwas aussagen, eine Botschaft weiter geben oder machen Sie einfach nur Musik, weil es Ihnen selbst Spass macht, peter? peter maria: Letzteres. Ich liebe Musik. Das Leben, Liebe - und den Spaß. JJ: Ist bei Ihrem Album "Einfach, zweifach" der Name Programm? Erzählen Sie bitte ein wenig über die Scheibe. peter maria: Gefährliche Frage! Die Antwort könnte Seiten füllen! Einfach, zweifach ist ein Liebeslied, einerseits. Eine wahre Geschichte über zwei wunderbar romantische Nächte in einem Baumhaus über der Stadt Köln, die fast zwei Jahre auseinander lagen – und die zwei Menschen in diesen zwei Jahren zueinander geführt haben. Ich habe den Titel aber auch fürs Album gewählt, weil es gut zur Geschichte seiner Entstehung passt. Es ist nämlich unsichtbar so, dass „Einfach, zweifach“ nicht meine erste, sondern meine zweite fertige Platte ist. Das ursprünglich geplante Debütalbum war in minutiöser Kleinarbeit innerhalb von etwa drei Jahren entstanden – und als es Monate später endlich erscheinen sollte, hatte ich inzwischen Lust auf Neues, auf Revolution. Und habe dann zunächst mal alles vom Tisch gehauen und mit meiner treuen Band (wir sind seit 5 Jahren ein Team!) innerhalb weniger Wochen ein neues Album aufgenommen, das schneller, leichter, spontaner werden sollte. Und hoffentlich wurde! In diesen etwa sechs Wochen habe ich quasi im Studio gelebt: Schlafcouch, Texten, Pizza, Produzieren, Komponieren, Diskutieren, Singen, alles Durcheinander – bis der Kurier mit laufendem Motor auf dem Hof stand, um das Album ins Presswerk zu bringen... JJ: Mit welchen Gedanken, mit welchen Gefühlen schauen Sie in die Welt der Gegenwart? peter maria: Das wäre jetzt wohl die Stelle für die große Botschaft! Ich möchte niemandem die Welt, das Leben oder zuviel über meines erklären. Ein guter Freund hat mich mal als „Euphoriker“ bezeichnet... selbst wenn ich so unausgeschlafen und erschöpft bin wie zur Zeit nach der Plattenproduktion und den Live-Vorbereitungen, meine Sicht aufs Leben bleibt irgendwie immer: Liebe, Freude. Freundschaft. Musik. JJ: Sehen wir Sie demnächst live, Peter? Treten Sie mit Ihrer Art Musik eher in kleinerem, familiären Rahmen auf oder auf großer Bühne? Wir haben Mitte Mai (wir heißt: Peter Maria mit seiner festen Band – Alexander Klick, Gitarre; Marcus Möller, Schlagzeug; Tim Rashid; Bass ; Christian Frentzen: Synthesizer – mit Streichertrio und Duettpartnerinnen) eine wunderbare Live-Premiere im Alten Pfandhaus in Köln gespielt. Bilder von einem (früheren) Konzert dort gibt es übrigens bei youtube zu sehen. Was Bühnengrößen angeht, habe ich keine echten Vorlieben. Ich liebe große Bühnen, weil sie uns die Möglichkeit geben, mit der ganzen Besetzung, mit Streichern, mit Lightshow, mit unplugged-Elementen und viel Abwechslung zu spielen. Andererseits: die Intimität, die Nähe, die eine kleine Bühne zulässt, ist toll! In der nächsten Zeit werde ich möglicherweise auch ein paar kleinere Auftritte alleine am Flügel spielen oder nur die Streicher dabeihaben... Also ein klares: sowohl als auch. JJ: Vielen Dank. peter maria: Danke auch! Das Plattenlabel von peter maria ist Qrious Music. |
| Fotos: Robert Winter |
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