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Emotionalität aus dem Osten
Bild wird geladen... „Als ich 15 Jahre alt war, habe ich in Krakau eine Theateraufführung gesehen, die mich sehr berührt hatte. Dieses Erlebnis weckte in mir den Wunsch, Schauspielerin zu werden, um den Menschen vielleicht auch solche Augenblicke zu geben“, beschreibt Gosia Konieczna recht konkret den Moment, der ihr Leben in die entscheidende berufliche Bahn lenkte. Auch davor schon liebte sie Gedichte vorzutragen und spielte im Schultheater die Hauptrollen.

Gosias Mutter war das erste Publikum. Mittlerweile blickt die in Köln lebende bildschöne Frau auf eine respektable Schauspielkarriere zurück. Ob sie Fernsehrollen beispielsweise im „Fahnder“, bei „Soko Wismar“, dem „Alphateam“ oder „Tatort“ ausfüllte, an Theatern in „Maria Stuart“ oder „Der widerspenstigen Zähmung“ mitspielte, immer brachte Gosia Konieczna Leidenschaft und Können ein. „Schauspiel ist ein Handwerk, dass man erlernen muss, um es dann mit einer empfindlichen Seele auszufühlen“, beschreibt sie ihre Philosophie.

Besagtes Handwerk studierte sie an der Staatliche Schauspielschule in Danzig. „Die Ausbildung in östlichen Ländern wird sehr geschätzt“, weiß die Kölnerin aus Erfahrung und sah zudem im Jahr der Osterweiterung der Europäischen Union, 2004, einen großen Bedarf an guten Schauspielerinnen und Schauspielern in Deutschland, die aus diesen Staaten stammen. Deshalb gründete sie die Agentur GO EAST, vermittelte fortan ihre Kolleginnen und Kollegen. Das Gosia selbst zur Ausländerin vom Dienst wurde, störte sie wenig. „Hauptsache spielen“ bringt sie die Triebfeder ihres Berufsstandes auf den Punkt: „Es gibt fantastische Akzent-Rollen und auch die muss man gut darstellen!“

Gosia Konieczna erinnert sich, dass sie nicht mal groß Werbung machen musste für ihr Unternehmen. Mit 13 Schauspielern hat sie begonnen, jetzt sind es 35 und mittlerweile auch deutsche Kolleginnen. Obwohl viele von ihnen hier aufgewachsen sind oder schon sehr lange leben, einige auch akzentfrei sprechen, werden sie dennoch gerne und hauptsächlich gebucht, um Menschen aus dem Osten zu spielen. „Oft sind es tatsächlich die typischen Klischees: Putzfrauen, Bauarbeiter, Krankenschwestern, aber durchaus auch mal eine Ärztin oder seriöse Geschäftsfrau. Wie im richtigen Leben“, resümiert Gosia Konieczna.

Dabei stellt sie fest, dass ihre Kolleginnen und Kollegen aus Polen, Tschechien, Kroatien, dem Baltikum oder Rumänien und Bulgarien nicht nur die fundierte Ausbildung, sondern auch eine spezielle Mentalität vereint - die ausgeprägte Emotionalität.

Wenngleich Gosia selbst ihren Beruf mit Leidenschaft ausübt, so bringt sie doch eine gewisse Nüchternheit mit und träumt nicht von dieser oder jener großen Rolle. „Ich war ehrgeizig, aber nicht von Karriere besessen. Ich wollte immer eine Arbeit haben, schöne Rollen an guten Theatern spielen . In Polen war ich ein festes Ensemble-Mitglied an den Staatstheatern in Danzig und in Lodz“, blickt sie zurück. Wenn sie nach vorne schaut, sieht sie neben den klassischen Fernseh, - Kino- oder Theaterengagements auch Sprecheraufgaben in Industriefilmen oder im Bereich des Synchronisierens.

In welcher Mission auch immer, ob in eigener Sache, für die Kolleginnen und Kollegen aus Ost oder West, Gosia Konieczna ist nicht nur viel unterwegs, sondern vor allem mit Herz.

Jo.

Weitere Informationen: http://www.goeastagentur.de/

Foto: privat

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