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Eine Sekunde bis zum Hoftor
Bild wird geladen... Während der Rüde Lennox entspannt vor der Haustür halb im Schatten schlummert, liegt Amelie verträumt in der Maisonne mitten auf dem Hof. In dem Moment passt das Bild wenig zu der Aussage von Züchter Dieter Bachmann, Rhodesian Ridgebacks seien „wachsam und äußerst reaktionsschnell“. Eine Sekunde später nur bestätigt sich indes seine Einschätzung. Genauso lange brauchen die beiden Hunde bis zum Hoftor, als aus der Nachbarschaft ein Bellen zu hören ist.

Diese muskulöse Rasse mit dem braunen Fell stammt aus dem südlichen Afrika. Sie jagten Wild, beschützten Siedlungen (und tun es teilweise heute noch). Sofort erkennt man die Rhodesian Ridgebacks an ihrem Rücken. Der Haarkamm wächst als einige Zentimeter breiter Streifen entgegen der normalen Haarwuchsrichtung. Sogar mit Löwen legten die Hunde sich an, spürten sie auf und hielten sie so lange auf, bis der Jäger kam. Dabei lernten die Vorfahren von Lennox und Amelie, schnell zurück zu weichen, um den mächtigen Raubtiertatzen zu entkommen, aber auch ebenso fix wieder hinter der Katze aufzutauchen.

„Das beobachte ich heute noch manchmal“, plaudert Dieter Bachmann aus dem Nähkästchen, „wenn plötzlich etwas Unvorhergesehenes passiert, ist Lennox verschwunden und im selben Moment schon wieder da!“ Aus diesen Auseinandersetzungen mit Löwen resultiert wohl auch die enorme Sprungkraft der Rhodesian Ridgebacks. Unter anderem wegen der Ausdauer, aber auch wegen des Beschützerinstinktes schätzt der Züchter aus Eisenach die Hunderasse. „Ich bin viel mit dem Pferd unterwegs, oft mehrere Tage mit Übernachtung, da beruhigt es, einen Gefährten an der Seite zu haben, der besser hört und riecht als wir Menschen. Und mutig ist“, weiß Dieter Bachmann.

Während Lennox sehr anhänglich ist, auch traurig wirkt, wenn er für einige Stunden alleine gelassen wird, so zeigt er doch, wenn sein menschlicher Begleiter und Rudelchef beispielsweise bei der Arbeit mit den temperamentvollen Pferden in Bedrängnis zu geraten scheint, sofort Präsenz und greift bellend und die Zähne zeigend ein.

Amelie zeichnet sich eher durch ihren Jagdtrieb aus. „Wenn sie Reh oder Hase sieht, ist sie weg“, erzählt Dieter Bachmann, „aber auch gleich wieder da“. Zudem ist die Hündin eine sehr liebevolle und umsichtige Mutter. Der Züchter berichtet, dass sie genau aufpasst, welches ihrer Babys zu wenig Milch abbekommen hat und „holt es noch mal ran“.

Mit den Tierfreunden, die den Nachwuchs kauften, hat der Eisenacher eher gute Erfahrungen gemacht: „Die meisten teilen mir mit, dass sie sehr glücklich mit den Hunden sind.“ Allerdings kommen, nachdem er annonciert, auch seltsame Anrufe, aus denen wenig Sachverstand spricht. „Dann beende ich das Gespräch sehr schnell“, zeigt sich Dieter Bachmann resolut verantwortungsvoll. Da der Rhodesian Ridgeback sehr kräftig ist, braucht er einen Halter (im doppelten Sinne des Wortes), der konsequent und einfühlsam gleichzeitig auftritt, am besten auch erfahren. Das geht aus dem Gespräch mit dem Hundefreund hervor.

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Er selbst hatte zeitlebens die haarigen Gesellen an seiner Seite, alle möglichen Rassen. „Nie, aber auch wirklich nie ist mir passiert, dass der Hund nicht da ist und sich freut, wenn ich nach Hause komme. Selbst wenige Minuten nach einem Rüffel zeigt er schon wieder seine Liebe“, erinnert Dieter Bachmann sich zurück, klopft Lennox auf die Schulter und schaut gemeinsam mit Amelie nach den Welpen …

Jo. und J.F.

Weitere Informationen: http://www.wanderreiter-hof.de/hunde.html
Fotos: JF

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