| Silbermond kann gerne wieder kommen Live-Bericht aus Köln |
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Die aktuelle Tour trägt zwar ebenso wie das Album den Titel „Nichts passiert“, aber dass am Abend des 23. Mai in Köln nichts los war, konnte man beim besten Willen nicht behaupten. Schon lange vor dem Einlass hatte sich auf der Schanzenstraße im Stadtteil Mülheim eine riesige Schlange von Fans gebildet. Da überrascht es nicht, dass das Palladium gleich dreimal im Kalender der Band steht – und das innerhalb von acht Tagen!
Wie heimisch sich Stefanie Kloß bereits in Köln fühlt, ließ sie an diesem sonnigen Samstag immer wieder erkennen. Sie bestellte das richtige Bier, sprach ein paar Sätze im gleichnamigen Dialekt und komponierte für das abschließende Lied „Sehn wir uns wieder“ eine Strophe über Köln. Falls noch irgendwelche Zweifel daran bestanden, dass die Kölner richtig feiern können, widerlegte sie ein Fan, der spontan Bühnenerfahrung sammeln durfte. „Wenn die andern schon am Ende sind, fangen wir erst an.“ Dieser Refrain kann als Motto über dem ganzen Abend stehen. Nachdem die Indie-Band Parka das Konzert als Vorband eröffnet hatte, betrat Silbermond um 21 Uhr die Bühne und kündigte musikalisch schon mal an, dass alles Gute noch vor uns liegt. Das Versprechen konnte die 24jährige Sängerin mit ihren drei Jungs an den Instrumenten hundertprozentig erfüllen. Als der Vorhang hinter den vier Musikern fiel, konnten die Fans sehen, dass das Konzert nicht nur durch erstklassige Musik zu einem Erlebnis wird. Zunächst erstrahlten lange Röhren in unterschiedlichen Farben, einige Songs später verwandelte sich die Dekoration in eine Kinoleinwand, die das Geschehen auf und vor der Bühne live in Schwarzweiß oder verschiedenen Farben zeigte. Eine würdige Kulisse für die Band, die sich im Jahr 2002 den Namen „Silbermond“ gab und auf dem aktuellen Album unter anderem die „Krieger des Lichts“ vorstellt. Die Fans unterstützten die Band bei jedem Lied, egal ob gerade die neuen Titel oder die Klassiker der vergangenen Jahre erklangen. Das Publikum war schon nach wenigen Minuten so begeistert, dass es spontan die Lobeshymne „Oh wie ist das schön“ anstimmte. In Stefanies Gesicht konnte man in diesem Moment ein fassungsloses Staunen ablesen, das sich wiederholte, als später der Rhythmus von „Seven Nations Army“ in der Halle erklang. Frau Kloß stellte den Fans allerdings auch ein paar Aufgaben. Die Zuschauer lernten, wie eine Sitz-Laola funktioniert (indem man nämlich der Reihe nach in die Knie geht, statt die Arme nach oben zu strecken), und trugen ihr Idol in Rekordzeit auf Händen bis in die Mitte der Halle und zurück. Diese Aktionen waren nicht die einzigen Überraschungen, die an diesem Abend zu erleben waren. Zwischendurch verschwand die Band mal kurz, um wenige Augenblicke später auf der anderen Seite der Halle zu erscheinen. Die Zeit bis zur Rückkehr nutzten sie für eine literarische Einlage, bei der das Alphabet zu einem Gedicht wurde. Auf der großen Bühne begrüßte Stefanie anschließend den Rapper Curse zum Duett. Natürlich durfte auch die wunderschöne Ballade „Das Beste“ nicht fehlen, die die Sängerin begleitet vom Piano kurz vor Schluss vortrug. Als dann noch die Frage nach dem Wiedersehen mit lautem Applaus beantwortet war, endete das abwechslungsreiche Silbermond-Konzert nach rund zwei Stunden und zwanzig Minuten. Einige Fans hielten sich jedoch noch mehr als eine Stunde später im Palladium auf. Mit Postern und Kameras warteten sie ebenso sehnsüchtig wie hartnäckig darauf, dass ihre Lieblinge zu ihnen kamen, um Autogramme zu schreiben und lobende Worte entgegen zu nehmen. Die positiven Kommentare hatte sich Silbermond absolut verdient. Wenn die vier jungen Menschen aus dem Land, wo die schönen Frauen auf den Bäumen wachsen, wieder in die rheinische Metropole kommen, werden sie sich in ihrer zweiten Heimat wohlfühlen. Markus Schnitzler |
| Foto: Markus Schnitzler |
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