| Modeln weil’s Spass macht |
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Das Klischee vom Model. Sie sind groß und dünn, laufen wie ein Storch und tragen die Nase so hoch, dass es reinregnet. Ständig geben sie Obacht, dass die langen Fingernägel nicht abbrechen oder die Wimperntusche verläuft.
Dann kommt Sarah Forkert daher und wieder mal kippt ein Vorurteil wie ein morscher Baum im Sturm. Die junge Frau aus der Gegend um Fulda ist zwar groß und schlank, bringt Anmut und Stil mit, ihr ganz natürlicher Charme indes kommt ohne Schnickschnack aus. So muss sie auch im Jahr 2004 durch die osthessische Innenstadt gelaufen sein, als sie angesprochen wurde, ob sie an der Wahl zur „Miss Galaria Kaufhof Fulda“ teilnehmen möchte. Sie wollte erst nicht, dann doch, fand es gewöhnungsbedürftig, mitten im Bahnhofstraßenfest im Bikini oder Abendkleid da entlang zu flanieren, wo sie normalerweise einkaufen geht und gewann den Wettbewerb. „Es hat Riesenspass gemacht“, erinnert sich Sarah. Was dann kam, war ein Fall von „wie eins zum anderen kommt“ oder eine kleine Lawine. Sie wurde eingeladen, an der Miss Hanau Wahl teilzunehmen und siegte, sie wurde gebeten, das Event in Darmstadt zu bereichern, wurde Zweite. ![]() Die Wahl zur Miss Hessen, zu der sich die 1,78 große mittlerweile 25jährige qualifiziert hatte, fand im einheimischen Fulda statt und lief fantastisch. Sarah hatte Freude, die Zuschauer jubelten ihr zu, die Zeichen standen gut. Die Jury hievte sie auf Platz 3. Dem folgte noch eine Einladung zur Miss Germany Veranstaltung, dann war für die Frau mit dem langen, schwarzen Haar aber Schluss mit derartigen Aktivitäten. „Es reichte“, sagt sie knapp. Inzwischen blicken Sarah Forkerts braune Augen von Prospekten der Firma „Nevobad“, sie trat bei einer Kickbox-Gala auf, modelte für ein fränkisches Weingut, wird von Visagisten für Fotos gebucht. „Von Laufsteg über Werbefotos, auch Haarmodel mache ich alles sehr gerne“, zeigt sie sich variabel. „Mit den Haarmodeljobs bin ich zwar vorsichtig geworden, nachdem ein Auftraggeber mal meinte, meine seien zu schwarz und wollte dann auch noch abschneiden“, weiß Sarah durchaus von den eigenartigen Begegnungen in dem Genre zu erzählen. Gleichwohl hat sie große Lust, weiterhin und verstärkt nebenberuflich als Model zu arbeiten. Rüstzeug dazu bekam sie im Zusammenhang mit den Misswahlen. „Damit war immer ein Training, beispielsweise auf dem Laufsteg, verbunden“, berichtet sie. ![]() Sarah Forkerts Art, während der Schönheitswettbewerbe den Moderatoren immer wieder das Mikrofon aus der Hand zu nehmen und locker vor vielen Zuschauern zu reden, befähigt sie zudem, auch im Bereich Produktpräsentation anzutreten. Sie kann mehr als nur da stehen und gut aussehen. Noch lebendiger wird sie, wenn es um das Thema Pferde geht. Sofort wird die leidenschaftliche Reiterin hellhörig, bekommt leuchtende Augen und erzählt munter von Erlebnissen mit den Tieren. Bei dem Hobby wären die klischeehaften langen Fingernägel und die hochgetragene Nase wohl auch hinderlich. Jo. |
| Fotos: privat/Nevobad |
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