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Regierung Althaus im Rückwärtsgang
Interview mit Peter Häusler vom Trägerkreis "Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik"
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JJ: Wie beurteilen Sie die Familienpolitik der gegenwärtigen Landesregierung von Thüringen?

Peter Häusler: Familienpolitik muss dafür sorgen, dass alle Kinder bestmöglich gefördert werden. Das kann innerhalb der Familien geschehen. Aber auch in Bildungs-Einrichtungen, und genau hier hat die Regierung Althaus seit 2004 den Rückwärtsgang eingelegt. Sie schickt unsere Kinder in Kitas und Horte, die personell unterbesetzt sind und kaum Zeit haben, sich fachlich weiter zu entwickeln. Das ist der falsche Weg!

JJ: Wie kam es dazu, dass sich besorgte Eltern zusammen fanden und ein Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik ins Leben riefen?

Peter Häusler: Im Herbst 2004 verkündete die Regierung Althaus das Ziel, die Grundschulhorte an die Kommunen abzudrücken. Das bedeutete: sie noch weiter vom Schulgeschehen abzukoppeln. Wir Eltern suchten den Kontakt zu den Verantwortlichen und erlebten Sturheit statt Offenheit. Als im Jahr 2005 die Kitas an die Reihe kamen, setzten wir dem ein Volksbegehren entgegen. Immerhin haben wir erreicht, dass in Thüringen seit über drei Jahren über die frühkindliche Bildung gestritten wird. Und dass niemand weitere Einschnitte gewagt hat.

JJ: Sie selbst sind Vater von drei Söhnen, Herr Häusler, welche ganz persönlichen Erfahrungen mit Familienpolitik haben Sie gemacht?

Peter Häusler: Sie werden staunen: überwiegend gute. Ich bin in Bayern geboren und habe dort in puncto Kindergärten und Grundschulen Schlimmes erlebt. Deswegen bin ich der Überzeugung, dass Thüringen seine gewachsenen Strukturen nicht abbauen darf. Im Gegenteil: man muss sie ausbauen, denn es gibt auch Defizite. Erzieher in Kita und Hort haben viel zu wenig Zeit, für „schwierige“ Kinder oder Gespräche mit den Eltern. Vor allem die Horterzieher sind viel zu wenig gezwungen, sich fortzubilden und Fachberatung zu suchen.

JJ: Welches sind die wichtigsten Ziele Ihrer Initiative?

Peter Häusler:

- die Grundschulhorte sichern
- den Kitas so viel Personal geben, wie es die europäischen Mindeststandards fordern
- gesetzlich geregelte Fortbildung und Fachberatung für alle Erzieher
- mehr Fachlichkeit bei Kindern mit besonderem Förderbedarf
- bessere Integration behinderter Kinder
- Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz ab dem 1. Geburtstag

JJ: Vielen Dank, Herr Häusler, und viel Erfolg, besonders für unsere Kinder.

Weitere Informationen: www.bessere-familienpolitik.de


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