| Vier Minuten p!nke Welt | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wenn P!nk “Please Don't Leave Me” singt, bittet sie einen imaginären Mann, sie nicht zu verlassen. Ich jedoch bitte darum, dass die fast 30jährige mich sobald nicht musikalisch verlässt.
Gitarrenklänge, ein Schlagzeug, zwei Backgroundsängerinnen und die glockenklar und gleichwohl wie übers Schleifpapier gezogene Stimme der in Pennsylvania geborenen Frau, die eigentlich Alecia Beth Moore heißt, reichen aus, mich von diesem immer mehr in geistiger Düsternis versumpfenden Planeten mitzunehmen ins Reich der Musik. Ich bewege meine viel zu vielen Kilo im Takt und beginne erst sehr spät nachzudenken, ob das wohl genauso cool aussieht wie bei P!nk. Sie hingegen schlendert auf dem Video gelassen in einer Mischung aus Tigerin und Gazelle in Richtung ihrer Kollegin, von der sie mit deren „Dab da dab dab da“ beinah noch an Wirkung getoppt wird, um dann den Gitarristen flehend anzuschmachten und daraufhin wegzuschubsen wie einen im Weg stehenden Stuhl. Ich frage mich: Ist die Frau tatsächlich so cool? Oder kommt sie im realen Leben daher wie beinah alle ihrer Geschlechtsgenossinnen und sagt „Ich könnte jetzt was trinken“, statt „Hol mir bitte eine Cola“? Wenn ich ihr sage „Die Ampel schaltet auf Rot!“, schaltet sie dann entspannt runter und tritt gefühlvoll das Bremspedal oder raunt sie typisch weiblich „Das seh’ ich selbst!“? Egal. Als P!nk mit “Dear Mr. President” zwar nicht gelang, den sein Land in Grund und Boden wirtschaftenden George Bush wirklich zur Besinnung zu bringen, half sie aber vielleicht ein klein bisschen mit, dass Barack Obama nun sein Präsidentenamt genauso souverän und locker gleichsam ausführt wie sie ihren Job auf den Bühnen und in den Studios dieser Musikwelt. Wenn nach den viel zu kurzen vier Minuten “Please Don't Leave Me” zu Ende ist, P!nk bescheiden aus ihren alles lahm legenden Augen schaut, bleibt für mich immer noch eine Frage übrig: Haben diese Frau wirklich Judy Kugel und James Moore 1979 in die Welt gesetzt oder war es der - in dem Fall der Musikgott - höchstpersönlich? Ein Blick in ihre Biografie verrät mir, dass Alecia Beth durchaus menschliche Wurzeln besitzt und menschliche Wege ging, beispielsweise als sie mit 15 schon zuhause auszog, kurzzeitig Drogen nahm oder sich vor laufender Kamera im Beisein der Mutter ein Brustwarzenpiercing stechen ließ. Wie auch immer. Ich will noch lange nicht zurück in die bescheuerte, verlogene Welt, höre zwei- drei- viermal hintereinander “Please Don't Leave Me”, bevor ich dessen nicht überdrüssig werden möchte und die fast melancholische Ballade „I Don't Believe You“ anhöre. Dabei werde ich ein wenig traurig und hoffe um so mehr, dass P!nk mich und den Rest der Welt nicht so bald verlässt mit ihrer Musik, ihrer Stimme und den Träumen, die sie schenkt. Jo. Konzerttermine:
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| Fotos: Sony Music |
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