Tierheim, wir kommen!
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Hope – Hoffnung. Mit diesem Gefühl laufen derzeit deutlich mehr Menschen auf Mutter Erde herum als mit Vertrauen. Zuviel davon ist in der Ära von Ex-Präsident George Bush den Bach runter. Na ja, es war kein Bächlein, eher ein reißender Strom vom Kaliber des Amazonas.

Den eigenen Staat wieder in die Schulden getrieben, die Wirtschaftskraft entschärft, Kriege geführt, offenbar Folter gebilligt. Kann man mehr anrichten? Ja, der ganzen Welt eine fette Krise hinterlassen.

Die Hoffnung kann da leicht mit sterben. Das sie lebt, hat der neue US-Präsident Barack Obama erreicht. Mit Charisma, mit Worten wie „Yes, We Can“, aber durchaus mit ersten Taten. Wenngleich Sängerin Christina Stürmer sagt „aber ganz ehrlich - ich möchte nicht mit Barack Obama tauschen ... alle Welt erwartet jetzt, dass er alles und jeden rettet“, so scheint sich der Erdball doch wieder vorwärts zu bewegen, langsam, mit Gegenwind, aber immerhin. Nicht nur bei Musikerkollegin Linda Teodosiu, die ein T-Shirt mit dem Porträt des Hoffnungsbringers trägt.

Eher zufällig und in dem Ausmaß sicher nicht gewollt, brachte die Präsidentenfamilie eine ganz andere Lawine in Fahrt: Unzählige Menschen wollen nun auch einen Portugiesischen Wasserhund, Cão de Água Português, den sich die Obamas erstens der Tradition und zweitens der Allergie der Töchter wegen ins Weiße Haus holten. „Die Leute fragen gezielt nach dem Obama-Hund. Sie wissen nicht mal, wie groß er wird“, berichtet eine deutsche Züchterin. Und löst damit große Sorge aus bei den wirklichen Tierfreunden. „Die Wahl der Rasse muss gut überlegt sein. Beim ersten Hund sollte man sich in jedem Fall fachkundig beraten lassen“, riet Hundeexpertin Susanne Klöcker in der Februarausgabe vom Burgsee-Kurier. Sie fügte aus ihrer Praxis an: „Die Leute suchen erst Hilfe, wenn der Druck zu hoch ist!“

Also ist es wohl lediglich eine Frage der Zeit, wann die Deutschen Schäferhunde, Huskys, Golden Retriever, Dalmatiner und wie die zeitweisen Modehunde alle heißen, in den Tierheimen der Republik Gesellschaft bekommen von Portugiesischen Wasserhunden.

Die im übrigen sind ausgewachsen bis zu 57 Zentimeter hoch und wiegen cirka 25 Kilogramm. Der ganze Körper ist reichlich von widerstandsfähigem Haar ohne Unterwolle bedeckt (deshalb löst er keine Hundehaarallergie aus). Er gilt als kinderfreundlicher Familienhund und besticht durch ein heftiges Temperament, ist eigenwillig, stolz, genügsam und unermüdlich. Da der Portugiesische Wasserhund sehr lernbereit und intelligent ist, möchte er beschäftigt werden und benötigt zudem Bewegung.

Vielleicht führt ja der Umstand, dass es in Deutschland nicht sehr viele Züchter dieser Rasse gibt und das diese beim Verkauf der Welpen verantwortungsbewusst handeln dazu, dass nur wenige Obama-Hunde den Weg der Lassies und Mayas gehen. Nach herzzerreißenden Filmen mussten viele Menschen in den 70igern Collies haben und nach der Ausstrahlung von „Antarctica – Gefangen im Eis“ Huskys. Bis sie feststellten, dass die Realität kein Kino ist. Auf abenteuerlichsten Pfaden fanden die Lebewesen auf vier Pfoten den Weg in Tierheime. Hoffen wir mal - außer auf bessere Zeiten für die Wirtschaft und den Frieden - auch auf die Vernunft der Leute, die Tierfreunde sein möchten. Nicht nur der Cão de Água Português möchte dem Menschen vertrauen.

Jo.

Foto : Gerd Altmann pixelio

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Foto: Jörg Klam Foto: JF

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...erscheint am 1. Juni 2009 im Laufe des Tages.

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