| Massentierhaltungsexzesse in den neuen Bundesländern Hunderte Antragsverfahren vor allem von Niederländern |
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Kritische Artikel, wissenschaftliche Abhandlungen oder auch Bücher über die "Fleischmafia" können das Problem der Massentierhaltung in den neuen Bundesländern gar nicht so gut aufzeigen wie der Polizeiruf aus Schwerin, der im Januar zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr ausgestrahlt worden ist.
Das Schweriner Ermittlungsduo musste sich durch einen Wust an Unmoral, knallharten Eigen- und Kapitalinteressen, DDR-Vergangenheit und auch dem Gutmenschentum kritischer Tier- und Umweltschützer wühlen, um den Mord an einem Sachverständigen aufzuklären.Ein niederländischer Unternehmer will im einsamen, aber flächenreichen Mecklenburg einen Schweinemastbetrieb mit über 100000 Tieren bauen, Arbeitssuchende in der strukturschwachen Gegend, in der die ehemaligen DDR-Massenbetriebe Ein Gutachterstreit um die Genehmigungen scheint auszubrechen, und den ermordeten Gutachter, der vorgeblich die Gegner des Projektes unterstützen wollte, holt seine DDR-Vergangenheit, in der er für diesen Standort ein positives Massentierhaltungsgutachten formuliert hat, ein. Deshalb lebt er auch in einer einsamen Datsche im Schutzgebiet an einem malerischen See – Mecklenburg eben. Und der Förderer dieses Schweinezentrums im Namen und Auftrag des Niederländers ist natürlich ein einflussreicher Politiker. Der Schweriner Polizeiruf fasst von der Rahmenhandlung her das seit fast 20 Jahren bestehende Spannungsfeld zusammen, welches sich vor allem in den neuen Bundesländern seit der Wende abspielt: Es hat ein Run begonnen auf die Betriebsflächen der großteils aufgegebenen DDR-Viehwirtschafts-Kombinate, für die der Begriff „Massentierhaltung“ schlechthin stand. 50000 Schweine/Betrieb waren ein Klacks, das Ableiten der Gülle in die Seen Normalität. Agrarindustrielle Investoren vor allem aus den Niederlanden fallen ein in die neuen Bundesländer, um Massentierhaltungsanlagen hinzuwuchten, die sie in den Niederlanden aus Tier- und Umweltschutzgründen seit einigen Jahren nicht mehr bauen dürfen – die Ex-DDR-Länder, vor allem mit der positiven Einstellung des Großteils der dortigen Bevölkerung sind für diese Augiasställe gerade gut genug. Willfährige Behörden, ein ehemaliger Landwirtschaftsminister, der für seinen niederländischen Investor auch vor Bestechung nicht zurückschreckt (rechtskräftig deshalb verurteilt) und stumpfe Umweltgesetze, die leicht zu umgehen sind, so z.B. Grenzwerte für Umweltverträglichkeitsprüfungen oder Emissions- bzw. Abstandswerte. Dazu kommen kurzsichtige Landwirtschaftsminister, egal von welcher Volkspartei, z.B. in Mecklenburg-Vorpommern, die mit allen zur Verfügung stehenden Fördermitteln solche Massentierhaltungsanlagen des agrarindustriellen Komplexes – auf Kosten nachhaltiger Biohofstrukturen – fördern, der Erhöhung des Selbstversorgungsgrades wegen. Dass UNO, Bundesregierung und alle unabhängigen Wissenschaftler und Wissenschaftsinstitute die Tierwirtschaft als Klimakiller Nr. 1 entlarvt haben und auf „Abrüstung“ in der konventionellen Fleischproduktion pochen, ficht die rückwärtsgewandten Verantwortlichen in den neuen Bundesländern nicht an. Nach mir die Sintflut – Ethik? Vegetarismus? Fremdworte, Sektierertum. Das Geschrei wird dann groß sein, wenn der Krieg um das Wasser (25000 Liter für 1 kg Fleisch) und die Ressourcen, die durch die Massentierhaltung überdimensional verbraucht und verdreckt werden, auch Deutschland erreichen wird – in Spanien ist dieser Krieg bereits in vollem Gange. V.i.S.d.P.: Dr. Edmund Haferbeck, PETA Deutschland e.V. |
| Foto: Dr. Haferbeck/Peta |
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