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Auf einmal doch ein Traum
Bild wird geladen... Die Esmeralda entdecken

Wenn eine schöne Frau eine schöne Frau spielt, hat die Maskenbildnerin weniger Arbeit. Sollte man meinen. Esmeralda-Darstellerin Jasmin Wagner geht dennoch davon aus, dass sie für die Straßensängerin im „Glöckner von Notre Dame“ von Victor Hugo verändert werden wird. Regisseur Johannes Kätzler hüllt sich diesbezüglich in eine Mischung aus Schweigen und verschmitztem Grinsen.

„Ich möchte die Rolle für mich selbst entdecken, sie selbst ausfüllen“, blickt die Schauspielerin gespannt in die Zeit der Proben und freut sich aufs „gemeinsame arbeiten im Ensemble“. Genau deshalb sieht der renommierte Regisseur in ihr die Idealbesetzung: „Ich beobachte Jasmin seit langem. Sie hat eine grandiose Präsenz auf der Bühne. Und viel wichtiger, sie ist nicht nur für sich selbst gut, sondern im Team!“

Geholfen dabei, dass zusammenfindet was zusammen passt, hat unfreiwillig Harald Schmidt, als er in seiner Show die junge Frau provozierend fragte, wann sie denn das letzte Mal im Theater gewesen sei. „Gestern Abend“, antwortete sie überraschenderweise und schwärmte von Johannes Kätzlers Inszenierung der „Die Entdeckung der Currywurst“. Der sah das und dachte, „wenn sie mich schon so lobt, kann sie auch die Esmeralda spielen“. Wenige Tage darauf rief er Jasmin Wagner an, die nicht lange überlegte und zusagte.

Bild wird geladen...Den Traum finden

Als die 28jährige zum ersten Mal den Boden betritt, auf dem sie die Rolle spielen wird, scheinen die hochhackigen Schuhe eher unpassend für den historischen Untergrund. Den Marktplatz des fränkischen Ortes Feuchtwangen kennzeichnen ebenso wie die gesamte Altstadt Pflastersteine. „Wer solche Schuhe anzieht, muss auch damit zurecht kommen“, zeigt sich Jasmin kämpferisch und wenig eitel, springt über die Mauern der angrenzenden Kreuzganggewölbe und hat Sorge um die Sträucher und den Rasen, auf denen im Juni unter freiem Himmel die Bühne und der Zuschauerraum aufgebaut sein werden. „Das bleibt alles erhalten“, beruhigt sie Intendant und Regisseur Kätzler. Er zeigt der zukünftigen Esmeralda den historischen Ort, deutet an, wie dieser für die Aufführungen verändert sein wird. Jasmin Wagner, die sich eine Stunde vorher auf die Frage nach einer bestimmten Traumrolle nicht festlegen wollte, bekommt strahlende Augen und weiß in dem Moment dann doch: „Das ist ein Traum!“

Ähnlich wie im mittelalterlichen Paris, in dem das Stück „Der Glöckner von Notre Dame“ spielt, sind es von Hand gehauene Steine, die den Platz umgeben. Zahlreiche Bögen umspannen den Kreuzgang und im Hintergrund erhebt sich die Stiftskirche. Wenn im Juni/Juli noch die Sommer-Sonne gute Laune haben und die Abende lau stimmen wird - ideale Umstände für eine Theateraufführung. Vielleicht deshalb ist nach Einschätzung von Johannes Kätzler „Feuchtwangen eins der großen Festspiele in Deutschland“. Sicher aber auch, weil Menschen wie Jasmin Wagner die Bühne mit Leben erfüllen.

Bild wird geladen...Nicht selbst festlegen

Die Sängerin (vor Jahren sehr erfolgreich als Blümchen) will sich nicht auf die Musik beschränken, damit selbst limitieren, und hat in den letzten zwei bis drei Jahren Schauspielerfahrung gesammelt. Sie sieht in der Esmeralda eine Herausforderung, mit der sie glücklich sein wird. „Die Schauspielerei liegt mir sehr am Herzen und ich bin von früh an geschult mich einzufühlen“, gibt sie Einblicke in ihr Innerstes. Wenn sie im Sommer im Feuchtwanger Kreuzganggewölbe voll und ganz in die Rolle der Straßensängerin schlüpfen wird, macht sie gleichwohl „Urlaub von sich selbst“, sagt Jasmin und wird damit den Besuchern die Möglichkeit bieten, mit ihr in eine andere, vergangene Welt einzutauchen.

Jo.

Weitere Informationen: https://www.feuchtwangen.de/53.0.html
Fotos: JJ

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