| 500 Meter fehlten zum Sieg |
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Der Routenplaner im Internet verrät uns, dass Düren rund 140 Kilometer von Attendorn entfernt ist. Am Nachmittag des 24. März schrumpfte die Distanz vorübergehend auf winzige 500 Meter. Die Bevölkerung der Stadt an der Rur engagierte sich gemeinsam mit ihrem höchsten Bürger im Duell mit dem Gegner aus dem südlichen Sauerland. Als die Radiomoderatorin Steffi Neu den Bürgermeister Paul Larue mit der Behauptung konfrontierte, wie weit man vom Rathaus aus fahren muss, um in die Stadtteile Gürzenich oder Derichsweiler zu kommen, glaubte ihr der Kandidat. Nach Angaben der Redaktion ist die Strecke allerdings einen halben Kilometer länger. Es war eine Spitzfindigkeit zu viel, die Düren den Sieg kostete. Ein olympischer Austragungsort und der kleine Unterschied zwischen Vize-Europameister und Titelträger waren zwei weitere Kleinigkeiten, die Larue im Quiz spontan nicht erkannte.
Die Dürener traten als letzter von zehn Finalisten bei dem Wettbewerb an, den der Radiosender WDR 2 in Nordrhein-Westfalen veranstaltete. Zuvor hatte Attendorn mit 13 Punkten die Führung übernommen und lag damit nur zwei Zähler unter dem Optimum. Dennoch präsentierte sich der letzte verbliebene Gegner selbstbewusst und forderte Sasha schon vor Beginn der Aktion auf, die Badehose einzupacken. Schließlich war der Dürener Badesee als Veranstaltungsort für das Konzert mit dem Sänger aus Soest vorgesehen. Nur eine gemeisterte Stadtaufgabe und mindestens acht Punkte im Bürgermeister-Quiz waren noch nötig, um den Wunsch zu verwirklichen. Die Stadt, die sich selbst als „Tor zur Eifel“ bezeichnet, kann auf eine lange Tradition der Papierherstellung zurückblicken. Der WDR kombinierte diese beiden Fakten zur Stadtaufgabe. Aus Papier sollte ein Tor errichtet werden. Kein Problem für Richard Müllejans. Nachdem um kurz nach zehn die Aufgabe verkündet war, trommelte der Chef des Badesees und der Dürener Service-Betriebe sein Team zusammen und begann mit der Arbeit. Während draußen das Grundgerüst aus Pappe entstand, arbeiteten im Foyer des Rathauses viele Schüler mit Papier in den Farben der Stadt und des Kreises Düren. Rund um das Tor sorgten Gärtner mit Pflanzen und farbigen Holzspänen dafür, dass man sich mitten auf dem Kaiserplatz wie im Wald fühlte. Auf der Rur – in diesem Fall symbolisiert durch blaue Folie – schwamm ein Kanu und Gabelstapler lieferten Felsblöcke zur Verschönerung der Szenerie. Nach gut drei Stunden war die Aufgabe zum größten Teil gelöst und die Beteiligten fragten sich schon, wie sie die restliche Zeit bis 15 Uhr nutzen könnten. Für das richtige Natur-Ambiente sorgten Vertreter aus dem Nationalpark Eifel, die sogar einen lebenden Adler mitbrachten. Moderatorin Steffi Neu war vom Engagement der Dürener sichtlich beeindruckt. Nachdem sie zuvor schon im Kanu Platz genommen hatte, durchquerte sie schließlich an der Seite des Bürgermeisters das Tor zur Eifel. Die fünf Punkte für die Stadtaufgabe waren gesichert und Düren jubelte. Doch der entscheidende Schritt zum kostenlosen Konzert stand noch bevor. Die Erfüllung der Stadtaufgabe war schließlich allen Konkurrenten ebenso einwandfrei gelungen und deshalb nur der Pflichtteil auf dem Weg zum Badesee. Das extrem wechselhafte Wetter an diesem Dienstag hatte sich gerade für leichten Hagel entschieden, als der Bürgermeister die Bühne betrat. Zehn Mal musste er Behauptungen über seine Stadt als wahr oder falsch erkennen. Die gespannten Zuschauer hörten die ersehnte Hupe als Zeichen für eine korrekte Antwort einmal zu wenig. So blieb am Ende nur der zweite Rang hinter dem Sieger Attendorn. Paul Larue war trotzdem stolz auf das, was seine Stadt soeben geleistet hatte. Faire Glückwünsche ins Sauerland beendeten einen interessanten Tag in Düren. Markus Schnitzler |
| Fotos: MS |
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