| Irgendwie schon eine außergewöhnliche Rolle |
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Eine Kathedrale in Paris. Gemeinsam mit zweifelhaften Gestalten kriechen Nebel durch die angrenzenden engen Gassen. Ein Bündel liegt vor der Tür. Der Priester Claude Frollo nimmt es auf – das vier Jahre junge Findelkind – und nennt es Quasimodo. Aus ihm wächst der Glöckner von Notre Dame, schrecklich deformiert, mit einem Buckel und zu allem Unglück ist eines seiner Augen mit einer Warze bedeckt. Durch das jahrelange Glockengeläut wird er taub. Und er folgt seinem Herrn mit hündischer Ergebenheit …
Bis Esmeralda durch die Stadt tänzelt und damit ihren Lebensunterhalt verdient. Sie bringt Sorgen und Sonne gleichermaßen in das Leben des Glöckners. Doch nicht nur er, auch Claude Frollo hat ein Auge auf sie geworfen und die Dinge nehmen ihren Lauf … Den Quasimodo so zu spielen, dass er äußerlich hässlich und innerlich zunächst einfach und dann großherzig und mutig wirkt, bis es zum Schluss gar zum mörderischen Ende kommt, wird im kommenden Sommer die Aufgabe von Thomas Huber sein. Der erfahrene Theaterschauspieler kann sich nicht erinnern, bereits eine Rolle mir dieser Außergewöhnlichkeit dargeboten zu haben. „Nein, so viel Arbeit hatten die Maskenbildner wohl noch nie mit mir. Ich bin gespannt, was der Regisseur vor hat“, blickt er in die Vergangenheit und Zukunft gleichwohl. Im letzen Sommer fragte der Intendant der Feuchtwanger Kreuzgangspiele und Regisseur des „Glöckner von Notre Dame“, Johannes Kaetzler den Schauspieler Thomas Huber, ob er eben jenen Quasimodo spielen wolle. „Ich habe sofort zugesagt und mich sehr gefreut. Die Rolle wurde schon von so vielen tollen Leuten gespielt“, strahlt er noch immer. Kaetzler kennt er seit langem: „Er war mein erster Regisseur. Ich spielte den Neoptolemos in Heiner Müllers Philoktet. Er hat schon als Assistent bei Ingmar Bergmann gelernt hat, ist ein hoch sensibler Theatermann, der nie das Machbare aus dem Blick verliert.“ Wenngleich der mittlerweile 46jähige in München geborene Darsteller auch auf zahlreiche und teilweise hochklassige Film- und Fernsehengagements zurückblickt („Der Schattenmann“, „Der große Bellheim“, Lindenstraße, Tatort …), versteht er sich doch selbst als „Theatermann mit Herz, Leib und Seele“. Einige seiner zukünftigen Kollegen im fränkischen Feuchtwangen kennt er, andere wie Esmeralda-Darstellerin Jasmin Wagner oder Frollo-Darsteller Andreas Wobig noch nicht oder nur von der Mattscheibe oder aus dem Radio. Um so mehr freut er sich auf die Zeit im Kreuzganggewölbe der bayrischen Kleinstadt, aus der ab und an auch Nebel kriechen werden. Ob und wie er dann mit Buckel und Warze über die Bühne schleichen oder klettern wird, weiß bislang nur der Regisseur. Jo. Weitere Informationen: https://www.feuchtwangen.de/53.0.html |
| Fotos: T.H. |
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